Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Tennis: Frauen der SG Post Neustadt/Diedesfeld/Edenkoben unterliegen TC Rot-Weiß Neustadt

Siebenkämpferin Anja Krämer 1991 in einem Trainingslager.
Siebenkämpferin Anja Krämer 1991 in einem Trainingslager.

Im Oberligaspiel der SG Post Neustadt/Diedesfeld/Edenkoben gegen den TC Rot-Weiß Neustadt stand eine frühere Leichtathletin auf dem Platz. Anja Krämer profitiert im weißen Sport von ihren Fähigkeiten aus dem Siebenkampf.

Das Derby zwischen den Damen-50 der SG Post Neustadt/Diedesfeld/Edenkoben und des TC Rot-Weiß-Neustadt in der Tennis-Oberliga war am Samstag bereits ein Wettkampf um den Klassenverbleib. Nach drei Spieltagen hatte die Spielgemeinschaft als Aufsteiger noch keinen Punkt auf dem Konto. Rot-Weiß-Neustadt hatte erst eine Begegnung gewonnen. Es wird voraussichtlich in dieser Spielklasse drei Absteiger geben. SG-Spielführerin Christiane Schröer hatte schon vor der ersten Runde von Besetzungsschwierigkeiten wegen verletzter Spielerinnen berichtet.

So gingen die Gastgeberinnen auf der Anlage des Postsportvereins am Harthäuser Weg als Außenseiter in die Partie. „Rot-Weiß spielt schon länger in dieser Klasse, ist stärker besetzt und einfach sehr erfahren. Wir kennen uns gut vom Wintertraining in der Halle. Trotz der Rivalität heute sind wir aber freundschaftlich mit den Rot-Weißen verbunden“, betonte Schröer. Auch die Mannschaftsführerin der Gäste, Brita Niederberger-Reuter, bestätigte den Freundschaftsspielcharakter. Es sei doch anders, gegen Konkurrentinnen zu spielen, die man gut kenne, statt gegen fremde Gegnerinnen anzutreten. Doch bei Niederberger-Reuter hörte die Freundschaft auf dem Platz auf: Sie setzte sich souverän mit 6:2, 6:0 gegen Regina Braun durch.

Grundlagen fürs Tennisspiel

Auf dem Platz nebenan wehrte sich Anja Krämer mit langen Grundlinienduellen gegen Nicole Bosch. Krämer spielt beim TC Diedesfeld und ist die einzige Vertreterin aus Diedesfeld in der Spielgemeinschaft. Sie hat eine kuriose sportliche Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten durchlaufen: Die 55-Jährige, die heute in Maikammer lebt, spielte in ihrer Jugend Tennis, wechselte dann aber zur Leichtathletik-Trainingsgruppe des TV Gimmeldingen. Als 23-Jährige begann sie dort mit dem Siebenkampf. Dazu gehören die Disziplinen 100 Meter Hürden, Hochsprung, Kugelstoßen, 200 Meter, Weitsprung, Speerwurf und 800-Meter-Lauf.

„Es war sehr aufwendig und sehr intensiv bei Trainer Lothar Spilke“, erinnert sie sich. Doch mit dem vielseitigen Techniktraining für die sieben Disziplinen holte sie sich die Grundlagen für ihr heutiges Tennis. Als ihre drei Kinder zur Welt kamen, pausierte sie mit dem Sport. Und über das Tenniscamp der Kinder stieß sie zum TC Diedesfeld. „Und dann stieg ich wieder ein und merkte, dass ich einfach da anknüpfen konnte, wo ich vor Jahrzehnten aufgehört hatte“, erzählt sie. Dabei sei einfach die Leichtathletik das beste Grundgerüst gewesen.

400 Meter als achte Disziplin

Ihre „achte“ Disziplin, die 400-Meter-Distanz, sei beim Tennis ebenfalls vorteilhaft. Darin wurde sie auch einmal Pfalzmeisterin. Über die lange Sprintdistanz spielen Ausdauer, Schnelligkeit und auch Leidensfähigkeit eine große Rolle. Eigenschaften, die Krämer nun im Tennis abruft. Weil sie der Leichtathletik so viel verdankt, engagiert sie sich heute als Trainerin bei den Kindern des TV Maikammer und nimmt selbst noch immer an Kugelstoß- oder Diskuswettkämpfen bei Seniorensportfesten teil.

Ihre Ausdauer bewies Krämer schließlich auch im Match. Der erste Satz ging mit 3:6 an ihre Gegnerin. Doch im zweiten Satz setzte sich Krämer mit konzentriertem Spiel mit 6:2 durch. So musste der in Medenspielen dritte Satz in Form des „Match-Tiebreaks“ entscheiden. Statt also nochmals mehrere Sätze auszutragen, wurden nur Punkte ausgespielt. Hier hatte Krämer allerdings nichts mehr zuzusetzen und verlor mit 1:10 gegen Bosch. In die Doppel gingen die Gastgeber daher schon nach nur zwei Einzelsiegen mit einem Rückstand von 2:4. Am Ende siegte Rot-Weiß mit 6:3 und holte damit die nächsten zwei Punkte, während die Spielgemeinschaft als Aufsteiger noch immer ohne Zähler ist.

Letzter Satz auf der Terrasse

Der Freundschaft der beiden Vereine schadete dies indes nicht. Nach dem Match begann der „abschließende“ Satz auf der Terrasse des Vereinslokals. „Wir fachsimpeln, sprechen über die gegnerischen Teams in der Spielklasse, geben uns Tipps“, verriet Rot-Weiß Spielerin Anja Amling.

So spielten sie

Damen-50 der SG Post Neustadt/Diedesfeld/Edenkoben - TC Rot-Weiß-Neustadt 3:6.

Einzel: Susanne Göttel-Neumayer – Nicoletta Welling: 1:6, 0:6; Regina Braun – Brita Niederberger-Reuter: 0:6, 2:6; Christiane Schröer – Anja Amling: 2:6, 1:6; Anja Krämer – Nicole Bosch: 3:6, 6:2, 1:10; Antje Laschitza – Susanne Winkler – 6:0, 6:2; Myriam Hackelsberger – Gaby Gartner: 6:2, 6:3;

Doppel: Braun/Laschitza – Welling/Niederberger-Reuter: 1:6, 1:6; Schröer/Krämer – Amling/Bosch: 7:6, 5:7, 5:10; Göttel-Neumayer/Hackelsberger – Winkler/Rauch: 6:4, 6:2.

Anja Krämer heute: Ihr Einzel verlor sie in drei Sätzen gegen Nicole Bosch vom TC Rot-Weiß Neustadt. Krämer hat in ihrer Jugend
Anja Krämer heute: Ihr Einzel verlor sie in drei Sätzen gegen Nicole Bosch vom TC Rot-Weiß Neustadt. Krämer hat in ihrer Jugend schon Tennis gespielt und ist später über ihre drei Kinder zum Tennis zurückgekehrt.
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