Neustadt Teil der Hollywood-Familie

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Autos jagen über die Autobahn, Polizisten umstellen ein Lokal, Schüsse fallen, Autos crashen. Dazwischen sieht man Ben Kingsley, Anthony Hopkins, Felicity Jones und Nicholas Hoult über die Leinwand huschen. Der Trailer von „Collide“ im Kino zeigt Szenen des Films, der derzeit in den Kinos läuft. Und dann braust der Hauptdarsteller in einem goldfarbenen Jaguar-F-Type davon. Das wäre nichts Besonderes, hätte das Auto nicht dieses Kennzeichen: GER-AN 4. Nun, die Handlung des Films ist schnell erzählt. Ein in Köln lebender Amerikaner trifft beim Dealen in einer Bar eine weitere in Köln lebende Amerikanern (Hoult/Jones). Sie verlieben sich, alles geht seinen Weg, bis die Freundin zusammenbricht. Sie benötigt eine Nierentransplantation. Da sie aber keine Deutsche ist, würde sie das Organ nur gegen Geld erhalten (was Quatsch ist, aber na gut). Also zieht ihr Freund für den türkischen Dealer (Kingsley) los, um einen Laster mit Drogen, die Hopkins (konkurrierender Dealer) gehören, zu klauen. Das geht schief, Hopkins schnappt sich Hoult. Der kann mit einer Luxuskarosse aus dem Wagenpark Hopkins flüchten. Am Ende gibt es einen Showdown auf der Autobahn. Doch wie kommt jetzt das Kennzeichen in den Film? Soll vielleicht versteckt auf eine möglicherweise existierende Drogenconnection von Germersheim in die Domstadt am Rhein hingewiesen werden? Schließlich sind die Dealer Türken und Deutsche. Die Zulassungsstelle bei der Kreisverwaltung sollte Auskunft geben können, wie das Kennzeichen in den Film gelangte. Schließlich ist sie die Herrin über alle Kennzeichen im Landkreis. Doch von dem Kennzeichen, das in einem bei Köln gedrehten Hollywood-Film zu sehen ist, ist dort nichts bekannt. „Das amtliche Kennzeichen GER-AN 4 gehörte bis 2011 zu einem Motorrad und ist seitdem nicht mehr vergeben worden“, sagte eine Sprecherin der Behörde. Es werde vermutet, dass das Kennzeichen nachträglich in den Film geschnitten worden sei. Fahre ein Auto auf öffentlichen Straße, müsse es zugelassen sein. Und nur der Kreis Germersheim könne das Kennzeichen vergeben. Auf der Suche nach Antworten stößt man auf den Namen Dirk Breitenborn, der von Beruf Set Decorator (Ausstatter), Innen- und Außenrequisiteur ist. Als Vehicle Coordinator war er am Film „Collide“ beteiligt. Er erinnert sich daran, dass der Jaguar-F-Type eine Leihgabe von Jaguar war. „Wir erhalten für Filme oft Autos, die noch keine Straßenzulassung haben“, sagte der Filmfachmann. Wer das Kennzeichen am Wagen angebracht habe, das wisse er nicht mehr. Rund 25 Leute seien für die Autos zuständig gewesen. In der Regel werde beim Straßenverkehrsamt in Köln nachgefragt, welches Kennzeichen verwendet werden könne. Gedreht worden sei auf gesperrten Straßen. Doch auch die Kölner Zulassungsstelle weiß nichts von dem Germersheimer Kennzeichen. „Wir können nur Kölner Kennzeichen vergeben“, lautet die Aussage einer Mitarbeiterin. Doch müssen die Autos für den Zeitraum des Drehs zugelassen sein. Vielleicht habe jemand bei der Filmfirma geschlampt und keine Genehmigung für das Kennzeichen gehabt. Vielleicht haben die Amerikaner aber auch ein Autokennzeichen machen lassen, das nach Deutschland/ GERmany aussieht, und es ist deshalb auf dem Jaguar gelandet. Wie dem auch sei. Germersheim ist nun Teil der Hollywood-Familie, wenn auch womöglich unbeabsichtigt.

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