Neustadt Technik leicht zu verstehen
Die Faszination der Foto-, Film- und Fernsehtechnik lockte am Wochenende zahlreiche Interessenten ins Deutsche Film- und Fototechnik-Museum nach Deidesheim. Der Trägerverein zieht eine durchaus positive Bilanz zur Jubiläumsfeier zum 25-jährigen Bestehen. Rund 150 Besucher kamen am Sonntag.
Sie nahmen an den kostenlosen Führungen teil oder schlenderten auf eigene Faust durch die Museumsräume. So auch ein Ehepaar aus Jockgrim, das von der Veranstaltung aus der RHEINPFALZ erfahren hatte und die Gelegenheit zu einem kleinen Ausflug nutzte. „Das ist eine tolle Ausstellung“, betonen beide. Auch wenn sie nicht vom Fach seien, seien die Erläuterungen der technischen Details sehr verständlich. Auch ein Ehepaar aus dem Schwabenland, das seinen Urlaub in Deidesheim verbringt, ist beeindruckt von der Vielfalt, die es zu entdecken gibt. „Ich hätte gar nicht vermutet, dass das Museum so groß ist“, stimmt ein Gast aus Mannheim begeistert zu. „Ich war schon einmal vor 20 Jahren hier“, erklärt ein Herr aus Forst. Das Museum habe sich seit der Anfangszeit hervorragend entwickelt, findet er. Nicht nur in Größe und Umfang der Sammlung, sondern auch in der Gestaltung. „Die Entwicklung der Film- und Fototechnik den Besuchern ansprechend nahe zu bringen, ist eines unserer Hauptanliegen“, betont Museumsleiter Wilfried Heide. So wurde noch kurz vor der Feier die Vitrine mit dem Replikat einer Metallkamera von 1939 fertiggestellt. „Die Leihgabe ist eine große Rarität“, erklärt Heide. Zum 100-jährigen Bestehen der Daguerreotypie wurden 25 Stück nach dem Original von Peter Wilhelm Friedrich von Voigtländer aus dem Jahr 1840 nachgebaut. Bei der Metallkamera wurde die Belichtungszeit von rund einer halben Stunde auf zwei Minuten verkürzt und startete damit den Beginn der Porträtfotografie, so Heide. In einem weiteren Schaukasten lassen sich die Meilensteine der Spiegelreflexkameras verfolgen. Von der ersten Exakta (1936) bis zur 1996 entwickelten Canon EOS für APS-Filme sind alle Innovationsschritte vorhanden. Weiter bietet das Museum auch eine umfangreiche Sammlung digitaler Technik. Auch der offizielle Festakt am Samstag mit 140 geladenen Gästen war ein voller Erfolg für das Museum. Für seinen Einsatz zum Erhalt der technischen Entwicklungsgeschichte von Film und Foto wurde der Vorsitzende Wolfgang Immel zum außerordentlichen Mitglied des Berufsverbands Kinematografie ernannt. Am Samstagabend kamen zudem rund 100 Filmliebhaber in die Abfüllhalle des Winzervereins, um die Filmkomödie „Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“ auf Großleinwand zu genießen. Vorab stimmte der Mundartdichter Paul Tremmel das Publikum mit Pfälzer Geschichten und Gedichten ein. Der Trägerverein des Museums freute sich über die Unterstützung des Wandervereins bei der Jubiläumsfeier. (vnl)