Neustadt Tapferes Schneiderlein trifft dreifach
Neustadt. Das Abenteuer Fußball-Verbandspokal ist für die TSG Deidesheim beendet. Der A-Klasse-Vertreter unterlag Phönix Schifferstadt gestern Abend 0:3 (0:2). Den Einzug in die fünfte Runde des Wettbewerbs verdankte der Bezirksligist Simon Schneider: Der Stürmer erzielte sämtliche Tore.
Rudi Benkler juckte es in den Füßen. Doch was sollte Deidesheims Spielertrainer machen? Eine schmerzhafte Fersenentzündung ließ es einfach nicht zu, dass er sich das Trikot überstreifte. Auch wollte Benkler einem jüngeren Spieler nicht den Lohn für die bisher gezeigten Pokalleistungen versagen. Und schließlich ist die Liga nun mal wichtiger als der Verbandspokal. Hätte Benkler gespielt, wäre er danach womöglich wochenlang ausgefallen, das wollte er nicht riskieren. Um „keine Dummheiten“ zu machen, hatte er sogar die Sporttasche zu Hause gelassen. Für seine Gesundheit war das von Vorteil. Denn Benkler spürte recht früh, dass mit etwas mehr Mut und einer ordnenden Hand auf dem Rasen eine Überraschung möglich gewesen wäre. Die erste zielstrebige Aktion der TSG belegte die Anfälligkeit des Gastes in der Defensive. Marvin Ehrenpreis spielte einen Pass steil auf Christian Schubing, der jedoch konnte, im Sprintduell bedrängt von Fabian Weitzel, nur mehr mit der Pike abschließen (13.). Noch verheißungsvoller war die Szene wenige Minuten später: Nach einer Schifferstadter Ecke marschierte die TSG in einer Fünf-gegen-drei-Überzahl in die gegnerische Hälfte. Bessere Laufwege, der richtige Zeitpunkt des Abspiels – und Deidesheim wäre in Führung gegangen. So aber nutzte Phönix seine erste Chance zum Tor. Kevin Selzer flankte von der rechten Seite, die Hereingabe verwertete Simon Schneider mit der Hacke (22.). Beim 0:2 in der 37. Minute ließ Torwart Daniel Enzenauer den Ball fallen, Schneider sich nicht zweimal bitten. Zwei Chancen, zwei Tore – das nennt man effektiv. „Solche individuellen Fehler dürfen dir gegen so ein Team nicht passieren“, sagte Rudi Benkler, „wir waren bemüht, aber wenn du 0:2 zurückliegst, wird es natürlich schwer.“ Einmal noch besaß die TSG die Gelegenheit, das Spiel spannend zu machen. Dominik Lisson aber scheiterte frei vor Phönix-Torwächter Nicolas Mellein (61.). Ehe Simon Schneider zum dritten Mal traf (88.), ereignete sich vor beiden Toren nicht mehr viel. Dafür wurde die Partie nickliger. Die Deidesheimer Verantwortlichen haderten mit der Spielleitung des Unparteiischen Thorsten Braun. „Er ist nicht an der Niederlage schuld“, sagte Benkler, „aber ich hatte nicht das Gefühl, dass seine Zweikampfbeurteilung oft für uns ausfiel ...“ Braun stellte die TSG-Spieler Christian Schubing mit der Gelb-Roten und Vladimir Tauberger mit der Rote Karte vom Platz (72., 89.). Tauberger, eigentlich Spieler der Zweiten Mannschaft, war kurz zuvor eingetauscht worden, als Dankeschön dafür, dass er sich immer zur Verfügung stellt. „Der Platzverweis ist das unschöne Ende des Wettbewerbs“, sagte Benkler. Das konnte auch Daniel Enzenauer behaupten. Er verhinderte zwar Simon Schneiders vierten Treffer (90.), bekam den Ball aus kurzer Distanz aber voll ins Gesicht. Aus TSG-Warte das passende Bild zum gestrigen Abend. So spielten sie Tore: 0:1, 0:2, 0:3 Schneider (22., 37., 88.) - Gelbe Karten: Benaouda, Wageck, Alexander Schubing – Dogan - Gelb-Rote Karte: Christian Schubing (72.) - Rote Karte: Tauberger (89.) - Beste Spieler: Ehrenpreis, Wageck - Selzer, Schneider - Zuschauer: 300 - Schiedsrichter: Braun (Maikammer). (aboe)