Neustadt Talstraßensperrung: Verkehr angespannt, aber nicht chaotisch
Die Verkehrsprobleme im Stadtgebiet wegen der Sperrung der Talstraße gestalten sich laut Stadtverwaltung bislang weniger schlimm als befürchtet.
Seit eineinhalb Wochen ist die Talstraße zwischen Hetzelstraße und oberer Hauptstraße dicht. Wie mehrfach berichtet, wird die Talstraße in dem Bereich saniert, später wandert die Baustelle bis zur Einmündung der Fröbelstraße. Die Umleitungsstrecken haben ihre ersten Härtetests hinter sich – und die Verkehrslage ist in den Stoßzeiten am Morgen und Nachmittag zwar angespannt, aber weder hoffnungslos noch chaotisch. „Summa summarum läuft es. Wir haben es uns schlimmer vorgestellt“, sagte Oberbürgermeister Hans Georg Löffler gestern beim ersten „Baustellengespräch“ im Rathaus mit Blick auf den Verkehr und die bisherigen Staus. Alle zwei Wochen soll es künftig eine solche Gesprächsrunde geben, um aufkommende Probleme zu diskutieren und auch betroffene Bürger zu Wort kommen zu lassen. Diese Chance nutzte beim gestrigen Termin allerdings niemand aus der Bevölkerung. Der einzige Teilnehmer, der nicht direkt mit der Baumaßnahme zu tun hat, war Andreas Böhringer, der den Innenstadtbeirat und die Willkomm vertrat. Ansonsten waren ausschließlich Vertreter der Stadt, des zuständigen Ingenieurbüros und der Baufirma anwesend. Diese verkündeten unisono, dass bislang alles nach Plan verlaufe. Natürlich gebe es Beschwerden, dass es an manchen Stellen länger dauere, sagte Heribert Spiegel, der beim städtischen Ordnungsamt für den Straßenverkehr zuständig ist. Doch hielten sich diese bislang in Grenzen. Ins gleiche Horn blies Stadtpressesprecherin Dagmar Staab, bei der die Anrufe über die Baustellen-Hotline (06321/855-839) landen. Die Anzahl der Anfragen sei überschaubar, und meist gehe es nur um Fragen, wie man wegen der Umleitung von A nach B komme. Richtig unglücklich scheinen außer den Anwohnern der als Hauptumleitungsstrecke ausgeschilderten B 38 nur die Bewohner der Saarlandstraße zu sein. Dort herrscht an vielen Stellen dauerhaftes Halteverbot, lediglich zum Ein- und Ausladen dürfen Autos am Straßenrand stehen bleiben. Die Saarlandstraße sei aber nicht als offizielle Umleitungsstrecke ausgeschildert, betonte Löffler. Die Verkehrsteilnehmer, die dort durchfahren, seien wohl „Insider“. Das bestätigte Spiegel und erklärte, dass das dortige Halteverbot wegen der Rettungswege von der Feuerwehr vorgegeben sei. Allerdings müsse die derzeitige Regelung „nicht in Stein gemeißelt“ sein: Man warte noch auf die Rückmeldung der Feuerwehr, denkbar sei zum Beispiel, das Halteverbot auf die Zeit von 7 bis 18 Uhr zu beschränken. Auf Bitte der Anwohner werde demnächst ein Geschwindigkeitsmessgerät in der Saarlandstraße platziert, dann könne man ablesen, wie viele Autos tatsächlich dort unterwegs seien und ob diese überwiegend zu schnell führen, wie von einigen Bürgern beklagt werde. Ein Problem sei der Schwerlastverkehr, berichtete Spiegel: Brummifahrer verließen sich oft auf ihr Navigationsgerät, missachteten dabei die Umleitungsschilder, stünden schließlich an der Baustelle und könnten dort nicht wenden. Dabei stünden bereits in Frankenstein und auf der A 6 Schilder, die vor einer Fahrt durch Neustadt warnen. Was offenbar noch nicht so recht angenommen wird, ist die Umleitungsstrecke über die Martin-Luther-Straße. Das könnte sich allerdings ändern, wenn die Konrad-Adenauer-Straße wieder durchgängig befahrbar ist – was spätestens Ende April der Fall sein soll. Das dürfte auch den Knackpunkt Maximilian-/Karl-Helfferich-/Exterstraße entlasten. Kommentar