Neustadt Tafel platzt aus allen Nähten

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Schon im Jahr 2010, als die Tafel gegründet wurde und im Anwesen In den Semmeläckern 19 unterkam, zeichnete sich ab, dass diese Räume auf Dauer wohl nicht reichen würden. Inzwischen ist die Anzahl der Bezugsberechtigten aus den Verbandsgemeinden Edenkoben und Maikammer, die einen entsprechenden Ausweis besitzen, auf 155 gestiegen. Mit deren Familienangehörigen werden rund 400 Menschen versorgt. „Mit steigender Tendenz. Und es sind immer mehr Flüchtlinge dabei“, sagt Vorstandsmitglied Claudia Jankewitz, die sich um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert. „Es fehlen Lagerkapazitäten. Wir haben nicht genügend Platz für Kühlräume“, sagt sie. Wichtig für Heine, Jankewitz & Co sind bei dem neuen Standort eine zentrale Lage. Fast alle Kunden haben kein Auto, die Kosten für eine Busfahrkarte sind zu hoch. Also kommen die meisten Leute, die sich freitags zwischen 12 und 16.30 Uhr für eine Gebühr von zwei Euro mit Lebensmitteln eindecken können, zu Fuß oder mit dem Fahrrad. „Es wäre wunderbar, wenn sich jemand finden würde, der uns mit neuen, größeren Räumen helfen könnte“, hoffen die Tafel-Verantwortlichen, mit Presseveröffentlichungen bei ihrer Suche fündig zu werden. Personell fühlt sich die 87 Mitglieder starke Tafel mit 23 Helferinnen und zwölf Helfern, die vor allem als Fahrer unterwegs sind, ganz gut aufgestellt. Was sie alle eint: Mitmenschlichkeit, Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, Toleranz, Gerechtigkeitssinn. „Wir alle beweisen Herz und Verstand“, lautet das Credo. Was ausgegeben wird? Vorrangig Lebensmittel wie Nudeln, Mehl, Zucker, Reis, Öl, Brot, Gebäck, Obst , Gemüse, Molkereiprodukte, Wurst (nur abgepackt). Kurzum: Alles, was gespendet wird, noch gut, haltbar und genießbar ist. Wegen der Hygienevorschriften dürfen privat hergestellte Marmeladen, Wurst und eingemachte Sachen nicht weitergegeben werden. „Auch wenn wir wissen, dass es die Spender nur gut meinen und deren Produkte sicher auch sehr lecker schmecken“, fügt Claudia Jankewitz hinzu. Auch Hygieneartikel wie Shampoo und Deo sind im Angebot. An der Platz-/Lagerungsfrage scheiterte bisher die Ausgabe von Windeln, was bei den sozial Schwachen oft bedauert wird. Wo kommen die Waren her? Es gibt eine Reihe von Supermärkten, Bäckereien, Metzgereien, Landwirten und Tankstellen aus der Region, die sich in den Dienst der guten Sache stellen. Wobei laut Jankewitz zu bedenken ist, dass die Tafeln einen großen Beitrag gegen Lebensmittelverschwendung leisten und somit effektive Lebensmittelretter geworden sind. Aber es gibt auch immer mal wieder Geldspenden, die es der Tafel ermöglichen, einer alleinerziehenden Mutter einen Schwimmbadbesuch oder Turnzeug für den Schulsport zu finanzieren. Oder eine arme Rentnerin kann sich auf diesem Weg mal nach sehr langer Zeit ein paar Schuhe leisten. Zu Weihnachten oder zum Erntedankfest unterstützen manche Schulen die Tafel mit Projekten oder Sammlungen. „Das Schlimmste wäre, wenn wir keine neuen Räume finden würden und unsere Unterstützung einstellen müssten“, betont die Tafel-Sprecherin. „Oder wenn wir den ersten Bedürftigen sagen müssten, dass wir keine Kunden mehr aufnehmen können oder dass wir nicht mehr genug Waren für sie haben.“ (mik) Information Das Spendenkonto der Tafel: Sparkasse SÜW, IBAN DE27 5485 0010 17000 1621 32, BIC SOLADES1SUW E-Mail claudia.jankewitz@edenkobenertafel.de, Telefon 01520/9858068.

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