Neustadt Türen, Tempo und die Triebe
Deidesheim. Im Boulevardtheater Deidesheim geht es mal wieder heiß her: Aktuell laufen die Vorbereitungen für „Halli Galli: In geheimer Mission – Der verliebte Botschafter“. Dieses Stück bietet alles, was Fans von Boulevardkomödien erwarten: komische Verwechslungssituationen, rasantes Tempo und derben Humor.
„Sexbomb, Sexbomb, you’re a Sexbomb“, tönt es aus den Lautsprechern, während Tim Poschmann dazu verführerisch und lippensynchron zum Gesang von Max Raabe den roten Vorhang lüftet und den Blick auf die Bühne freigibt. Dort werden sich im Laufe des Stücks so einige „Sexbomben“ auf der Couch, die zum Bett umfunktioniert werden kann, räkeln, denn in dem Pfälzer Feriendomizil des kroatischen Botschafters Franjo Ivanovic (Boris Stijelja) kommt es zu ungeplanten Begegnungen. Während Ivanovic denkt, er könnte dort vergnügliche Stunden mit seiner Geliebten Lulu (Manuela Brk-Smolenga) verbringen, machen ihm allerlei Gäste einen Strich durch den schönen Plan. Denn: Er ist nicht der einzige, der denkt, er hätte das Haus ganz für sich allein. So hat seine Tochter Laura (Eva Berlejung) ihren Freund Julian (Marc Zech) mitgebracht, den sie vor ihrem Vater verheimlicht. Also wird aus Julian schnell Julia, ihre beste Freundin, auf die der liebestolle Botschafter sofort ein Auge wirft. Für Schauspieler Zech heißt es daher schnell sein. Denn er muss sich teilweise von einer Sekunde auf die nächste in seine weibliche Tarnidentität verwandeln: rote Perücke auf, grüner Mantel an – damit wirkt er fast wie Disneys Meerjungfrau Arielle. Doch während er sich verzweifelt versucht, den Botschafter vom Hals zu halten, hat ein anderer mit seinen Flirtversuchen Erfolg: Der lüsterne Butler James (Tim Poschmann) verzaubert mit seinem britischen Charme die naive Sekretärin Biggi (Melanie Jablonski) – und so geht es hinter verschlossenen Türen heiß her. Sich öffnende und schließende Türen spielen generell eine große Rolle in dem Stück, das Boris Stijelja, der nicht nur eine der Hauptrollen übernimmt, sondern auch Regie führt, umgearbeitet hat. So hat der Theaterleiter in die Komödie von Michael Parker noch eine zusätzliche Portion Tempo hineingebracht. „Ich habe die Story noch etwas überspitzt, Szenen hinzugefügt und die Charaktere überarbeitet, denn ich wollte noch für zusätzliche Verwirrungsmomente sorgen“, erklärt Stijelja, der insgesamt drei Monate für die Überarbeitung benötigte. Da es ein sehr schnelles Stück sei, müsse es auch „sehr präzise gespielt werden“. Daher gibt er seinen Darstellern immer wieder kleine Anweisungen mit in die Garderobe: „Lass dir hier ruhig etwas Zeit, damit die Worte wirken“, „Schau direkt in den Zuschauerraum“ oder „Diese Passage darfst du nicht vernuscheln“. Wichtig sei ihm zudem das Gesamtbild gewesen. Neben einem aufwendigen Bühnenbild wurden für jede der neun Rollen auch spezielle Kostüme zusammengestellt. „Ich bin schon echt gespannt“, meint Stijelja, der damit anscheinend nicht alleine ist. Die ersten beiden Termine des Premierenwochenendes sind bereits ausverkauft. Aber auch sonntags können die Besucher in den Genuss des Premierenzaubers kommen, denn „es wird Häppchen und Sekt geben, da wir drei Tage lang feiern“, verspricht Stijelja. Termin Die Premiere von „Halli Galli: In geheimer Mission“ am Freitag, 28. Oktober, ist bereits ausverkauft. Ebenso die Vorstellung am Tag darauf, 29. Oktober. Für Sonntag, 30. Oktober, 18 Uhr, sind noch Karten erhältlich. Diese können auf www.reservix.de oder übers Kartentelefon 0172/4008201 bestellt werden. Weitere Vorstellungen: 20. und 25. November.