Neustadt Stinkende Buttersäure verspritzt

Ein Unbekannter hat Buttersäure in einem Meckenheimer Mehrfamilienhaus verteilt. Die Folge: Im Treppenhaus bestand die Gefahr von Atemwegs- und Augenreizungen. Die Feuerwehr war mit 63 Einsatzkräften und 14 Fahrzeugen vor Ort. Die Hauptstraße war 90 Minuten gesperrt. Eine Gefahr für Anwohner bestand laut Polizei nicht.
Kurz vor 16 Uhr meldete eine Anwohnerin bei der Polizeiinspektion Haßloch „furchtbaren Geruch“ im Treppenhaus ihres Hauses. Sie vermutete, es könnte sich um Buttersäure handeln. Daher rückten die Feuerwehren Meckenheim und Deidesheim gemeinsam mit dem Gefahrstoffzug des Landkreises Bad Dürkheim aus Haßloch und Grünstadt an. Der Verdacht – Buttersäure – wurde bestätigt und die zweithöchste Gefahrstoffalarmstufe von vier ausgerufen. Der Stoff trägt den Namen, weil sein Geruch dem ranziger Butter ähnelt. Die Substanz, auch Butansäure genannt, kann beim Einatmen Reizungen an den Atemwegen und den Augen hervorrufen. Fünf Bewohner des Mehrfamilienhauses durften, während die Wehrleute mit Atemschutz vorrückten, ihre Wohnungen nicht verlassen. Die Feuerwehr entfernte den Gefahrstoff. Der Hochleistungslüfter beseitigte auch die letzten Reste von Buttersäuregeruch im gesamten Haus. Wie Christian Morlock, stellvertretender Wehrführer der Meckenheimer Feuerwehr berichtet, fanden die Wehrleute den äußerst „geruchsintensiven“ Stoff auf drei Etagen. Daher sei die Buttersäure sicherlich „mutwillig und vorsätzlich“ verspritzt worden. Jochen Gleich, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion Haßloch sagte, dass „Ermittlungen gegen Unbekannt“ liefen. „Wir haben noch keine konkreten Anhaltspunkte. Es handelt sich um versuchte gefährliche Körperverletzung, eventuell Nötigung“, informierte Gleich. Zeugenhinweise können direkt an die Polizeiinspektion Haßloch unter der Telefonnummer 06324/9330 gerichtet werden. (tefa)