Neustadt Stars von einst lassen es gelassen angehen

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Deidesheim (kle). Kein lang gezogenes „Quieeet please“ (Ruhe bitte) tönte am Wochenende beim Turnier des Internationalen Tennisclubs (IC) Deutschland über die Plätze beim TC Deidesheim. Wimbledon war sehr weit weg. Auch wenn mit Wilhelm Bungert, einer der bekanntesten deutschen Spieler, in Deidesheim weilte.

Der 76-jährige Kurpfälzer, der bis zu seinem 16. Lebensjahr in Mannheim aufwuchs, nimmt seit zwei Jahren allerdings keinen Tennisschläger mehr in die Hand. „Keine Zeit dafür“, sagt der ehemalige Wimbledon-Finalist lapidar. In Deidesheim tauchte er in alte Zeiten ein. Sein Tennis- und Golfcenter in Düsseldorf hält ihn so sehr auf Trab, dass er den Sport an den Nagel gehängt hat. Dennoch verfolgt Bungert die internationale Tennisszene mit großem Interesse. Und muss feststellen: „Das Tennis ist ärmer geworden. Es gibt keine langen, attraktiven Ballwechsel mehr. Das Spiel ist zu athletisch, es fehlen die kunstvollen Schläge.“ Um das schnelle Geld gehe es, das die Spieler möglichst rasch nach oben mit Erfolgen spielen solle. Es mache den Sport kaputt. So hängt er mit seinen Tennisfreunden bei Apfelschorle und Mineralwasser den Erinnerungen nach. Denkt an Zeiten, an denen die kunstvollen Variationen der Schläge das Publikum von den Sitzen rissen. „Das Frauentennis ist noch etwas besser anzusehen. Und natürlich auch die Doppel“, sagt er. Zum Doppelturnier treffen sich die „alten“ Tennishaudegen im Zweijahres-Rhythmus. Jürgen Faßbender, 23-facher Davis-Cup-Teilnehmer, mehrfacher deutscher Meister, einst im Doppel im Halbfinale von Wimbledon und Paris, denkt an seine Anfänge zurück. „Du warst ein erfolgreicher Spieler und gleichzeitig guter Manager“, sagt Detlef Braun zum 68-Jährigen Faßbender. Dieser blickt zurück: „Damals musste ich nach dem frühen Tode meines Vater meine Schwestern und meine Mutter versorgen. Ich musste beim Deutschen Tennisbund um Geld betteln, damit das Haus abbezahlt werden konnte. Man hat von uns Erfolge erwartet. Gleichzeitig mussten wir im Beruf stehen.“ Dann habe es nur kritisch geheißen, man trainiere zu wenig. Dass Faßbender mittlerweile sehr gelassen das Racket schwingt, war dann bei seinem Mixed mit Beate Hackauf zu beobachten. Das Paar war im Halbfinale chancenlos gegen Karin Botzke und Lutz Steinhöfel. Die Kommentare auf dem Platz zeugten dabei vom gegenseitigen Respekt. So folgte bereits beim Einspielen ein vielstimmiges „sorry“, wenn der Ball nicht auf die andere Seite kam oder zu lang geriet. Ein paar unterhaltsame Schläge zeigte das Quartett schließlich während des Matchs. Der 58-jährige Steinhöfel, ehemaliger Spieler in der Tennis-Bundesliga, demonstrierte einige bravouröse Stopp-Bälle, und nur ganz selten gelang es dem Duo Faßbender-Hackauf, den Ball gefährlich zurückzubringen. Und Faßbender frotzelte dann auch mal: „Das war ja ein ganz fieser Schlag“. Organisator Alexander Kurucz stand im Doppel mit Hajo Plötz gegen Rolf Wertheimer und Ulrich Trettin auf dem Platz. Die Beiden machten es gegen Rolf Wertheimer und Ulrich Trettin kurz und schmerzlos. Mit 6:0 ging der Satz und damit der Sieg (in den Vorrunden wurde nur ein Satz gespielt) an Plötz-Kurucz. Kurucz, Präsident des IC, lebt in Altrip. Daher auch die enge Verbindung nach Deidesheim. Gespielt wurden die Herrendoppel nach einem besonderen Modus. So wechselten die jeweiligen Partner mit jedem Spiel. Ins Halbfinale schafften es jene Kämpen, die die meisten Spiele gewonnen hatten. Turniersieger wurden schließlich im Herrendoppel Heiner Seuss mit Hans Engert mit 6:3 gegen das Doppel Dirk Dier und Jürgen Faßbender. Das Mixed Finale gewannen Heiner Seuss und Jenny Trettin mit 6:3 gegen Lutz Steinhöfer und Karin Bottge.

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