Neustadt Stadtwerken bis zur Rente die Treue gehalten

91-71883237.jpg

Eine besondere Ehrung wurde Walter Kleinert Anfang September zuteil. Durch die Handwerkskammer der Pfalz wurde ihm der „Goldene Meisterbrief“ als Elektroinstallationsmeister verliehen.

Walter Kleinert, Jahrgang 1935, in Neustadt im Stadtteil Winzingen, geboren, hat sich über diese Auszeichnung zum 50-jährigen Meisterjubiläum besonders gefreut. Zwar konnte er nicht persönlich zu der Feierstunde am 8. September nach Waldfischbach-Burgalben anreisen, aber die Urkunde wurde ihm natürlich auf dem Postweg zugesandt. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ schildert er seine berufliche Laufbahn bei den Stadtwerken Neustadt, denen er von der Ausbildung bis zum Erreichen des Rentenalters treugeblieben ist. 1949 begann er dort seine Lehre als Elektriker. „Mein Traum war es eigentlich, Schreiner zu werden, aber in der Nachkriegszeit war man froh, wenn man einen Ausbildungsplatz hatte“, erinnert sich Kleinert. Die Gesellenprüfung als Elektriker hat er 1953 in der BASF abgelegt und als Monteur bei den Stadtwerken weiter gearbeitet. Viel Glück hatte er nach einem schweren Unfall 1954, bei dem er bei einer Montage auf dem Dach die Stromleitung berührte und abgestürzt war. „Ich wurde mit dem Lkw über schlechte Straßen ins Krankenhaus gebracht. Bei dem Sturz war ein Lendenwirbel gerissen, es bestand die Gefahr einer Querschnittslähmung. Ich musste 17 Wochen im Gipskorsett verbringen.“ Bereits 1960 arbeitete er als Stellvertreter des Meisters und begann 1962 mit der Meisterschule. Den kaufmännischen Teil absolvierte er in Abendkursen an der Berufsschule Neustadt, dann folgten zwei Jahre fachtheoretischer Unterricht in Kaiserslautern. „Es war eine anstrengende Zeit, ich habe Vollzeit gearbeitet, die Ausbildung gemacht und wir hatten bereits unsere zwei Söhne“, resümiert Kleinert. 1965 war dann die Prüfung geschafft, als Meister arbeitete er bis zum Eintritt ins Rentenalter, insgesamt 45 Jahre, für die Stadtwerke, oftmals auch an den Wochenenden. In seiner Freizeit hat Kleinert gerne gekocht oder Schreinerarbeiten gemacht, filigrane Miniaturlandschaften aber auch Gebrauchsgegenstände hergestellt. Über 30 Jahre lang war das Urlaubsziel der Familie ein Bauernhof in Oberstaufen, mit dem noch heute viele Erinnerungen verbunden sind. Auch wandern im Pfälzerwald gehörte zu den Freizeitbeschäftigungen der Kleinerts, „am liebsten zur Hohe Loog, unserer Hausgaststätte.“ Seit einem Jahr lebt Walter Kleinert gemeinsam mit seiner Frau im Theodor-Friedrich-Haus. Aufgrund einer Erkrankung ist er auf den Rollstuhl angewiesen, im Elternhaus seiner Frau in Hambach, in dem beide seit ihrer Hochzeit wohnten, war eine barrierefreie Umgestaltung nicht möglich. Beide fühlen sich dort recht wohl, obwohl er gerne in seiner Werkstatt werkeln und „ein bisschen Zeit“ für sich haben würde. Und was uns als Zeitung ganz besonders freut: Seit über 50 Jahren ist Walter Kleinert RHEINPFALZ-Leser, übernommen hat er das Abonnement von seiner Schwiegermutter. „Gibt es dafür denn auch eine Auszeichnung?“, so die Frage Kleinerts, augenzwinkernd, zum Abschluss unseres Gesprächs. (uhk)

x