Neustadt Stadtleben: Mit gestreiften Grüßen

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Das Netzwerk steht, das Label soll bleiben, die Probe aufs Exempel wurde erfolgreich absolviert: Geht es nach der städtischen Kulturabteilung, ist der Begriff „Querfälltein“ in Neustadt auch künftig zu hören. Kulturamtschef Wolfgang Dinges ist jetzt erst mal in Urlaub – allerdings nicht, ohne zuvor mit Kulturdezernent Ingo Röthlingshöfer eine Bilanz jener drei Tage zu ziehen, die sich am Wochenende im Mußbacher Herrenhof zugetragen haben. Jugendkreativfestival war angesagt, und geschätzte 3000 Besucher waren gekommen. Ein Mix der Generationen, der sich nahezu überall im Herrenhof sehen ließ – obwohl Bühnen, Literaturwerkstatt und Ausstellungsräume ausschließlich von jungen Menschen bespielt wurden. „Für mich erstaunlich war die Sache mit der Literatur“, sagt der Dezernent. Vor allem dort, Stichwort Schreibwerkstatt und Poetry Slam, hätte er Anlaufschwierigkeiten erwartet. Das Gegenteil war bekanntlich der Fall. Mit ein Grund, weshalb sogar ältere Semester noch während des „Querfälltein“ nachfragten: „Wann gibt es das denn wieder?“ Jedes Jahr wird das weder sinnvoll noch zu leisten sein, sind sich Dinges und Röthlingshöfer in ihrer Bilanz einig. Aber bis es wieder so weit ist, soll es regelmäßig Veranstaltungen mit jungen Leuten an verschiedenen Spielorten im Zeichen des Zebras geben. Sozusagen auf kleinerer Flamme, aber stetig, damit der positive Effekt auf und für die Jugend erhalten bleibt. „Die Akteure haben ja auch Blut geleckt, waren begeistert, eine Plattform zu haben“, beschreibt Dinges weitere Reaktionen. Da müsse die städtische Kultur den Anschluss behalten. Zumal es künftig einfacher wird, Dinge zu organisieren, wie Dinges hofft. Denn über das „Querfälltein“ hat der seit einem Jahr tätige Kulturchef viele Kontakte geknüpft, ein Netzwerk mit über 100 Akteuren erstellt, Kooperationen zu Einrichtungen wie Jugendmusikschulen aufgebaut. Schwerer sei die direkte Kommunikation mit der Jugend, da sei es wichtig, zum Beispiel die Schulen weiter mit im Boot zu haben. 60.000 Euro hat das Festival gekostet. Zwei Drittel davon wurden über Sponsoren, Stiftungs-, Fördergelder und Einnahmen gedeckt, der Rest stammt aus dem Kulturetat. Auch das würde nicht jedes Jahr so gut laufen. Aber jedes zweite oder dritte vielleicht? Das können sich Dinges und Röthlingshöfer vorstellen, kleine Veränderungen inbegriffen. Wie ein „After-Show-Event“ nach 23 Uhr, wenn die Jugend so richtig wach ist. Bis dahin aber fließt noch etwas Wasser den Speyerbach hinunter. Doch hindert das Dinges sicher nicht daran, Schreiben in dieser Angelegenheit quasi Querfälltein zu unterzeichnen: „Mit gestreiften Grüßen“. Auch das ist Nachhaltigkeit. (ahb) Kultur regional

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