Neustadt Stadtleben: Ganz ruhig bleiben
Die Stimmung beim Nachwuchssommelier-Wettbewerb des Meininger-Verlags hatte gestern etwas von einer mündlichen Prüfung in der Schule oder an der Uni: Die Nervosität der Kandidaten war ebenso zu spüren wie ihr Bemühen, ruhig und professionell zu bleiben, während eine neunköpfige Jury ihr Fachwissen testete. In der Halbzeitpause sind die Prüflinge noch entspannt: Nach dem theoretischen Teil am Vormittag sitzen die neun Kandidaten zusammen und plaudern, während sie darauf warten, zu erfahren, welche fünf das Finale erreicht haben. „Es war anspruchsvoll und breitgefächert“, erzählt Lisa Heimann über die Prüfungen am Vormittag. Ihre Heimat sei am Chiemsee, in München lerne sie ihr Fach. Zum 18. Mal hat der in Neustadt ansässige Fachverlag Meininger junge Sommeliers zum Wettstreit eingeladen. Die Kandidaten kamen aus München, Koblenz, Düsseldorf oder Köln in die Pfalz. Finalist Lukas Spendler wird als erster Prüfling des Nachmittags ausgelost. Einfach sind die Tests nicht, das wird schnell klar. Spendler soll eine fehlerhafte Weinkarte analysieren, fünf Weine verkosten, vier Spirituosen bestimmen und ein Bilderrätsel rund um den Wein lösen. „Die Weinwelt ist eben sehr komplex, und man lernt nie aus“, meint Sascha Speicher, Chefredakteur des Meininger-Verlags. Ein Sommelier, der glaubt, er wisse alles zu seinem Fachgebiet, sei bereits „auf dem absteigenden Ast“. Während Spendler und der zweite Kandidat, Pascal Allinger, beim Analysieren der Fehler oft unsicher wirken, scheinen sie bei der Verkostung eher in ihrem Element, beschreiben ausführlich, was sie sehen, riechen und schmecken. „Da wird einem ganz schön warm“, sagt Spendler, der seine Sommelier-Ausbildung bei der Münchner IHK absolviert, als er die Spirituosen verkostet. Zuletzt geht es um die klassische Arbeit des Sommeliers: die Bedienung von Gästen am Tisch. Die drei Sieger werden bei der Fachmesse „Pro Wein“ in Düsseldorf Mitte März verkündet.