Deidesheim
Stadtbürgermeister-Wahl: CDU nominiert Dieter Dörr
Manfred Dörr, seit 50 Jahren Mitglied des Stadtrats in Deidesheim und seit genau 20 Jahren Bürgermeister der Weinbaugemeinde, wird sich im Frühsommer aus der Kommunalpolitik zurückziehen. Seinen Verzicht auf eine erneute Kandidatur als Stadtbürgermeister hatte er frühzeitig bekannt gegeben. „Ich glaube, es ist ein Zeitpunkt gekommen, an dem ich den Weg für jüngere Leute freimachen sollte“, sagte Dörr bei der Mitgliederversammlung des CDU-Ortsverbands am Montag.
Auf Dörr soll auch Dörr folgen: Zumindest ist das der Wunsch der CDU-Mitglieder. So bestimmten sie den künftigen hauptamtlichen Bürgermeister der Verbandsgemeinde Dieter Dörr einstimmig zum Kandidaten für das Amt des ehrenamtlichen Stadtbürgermeisters. Im November 2023 ist der 58 Jahre alte Bankbetriebswirt bei der Urwahl zum Nachfolger von Peter Lubenau (CDU) gewählt worden. Sein Amt als Verbandsbürgermeister wird er im Mai antreten.
Drei Personen waren zuvor in der engeren Auswahl durch den Vorstand des CDU-Ortsverbands, wie Dörr auf RHEINPFALZ-Nachfrage bestätigte. Namen nannte er allerdings nicht.
Gillich von 1975 bis 1997 in Doppelfunktion
Sollte Dieter Dörr am 9. Juni zum Stadtbürgermeister gewählt werden, dann wird es seit über 25 Jahren wieder zu einer Personalunion an der Spitze der Stadt und in der Verbandsgemeinde kommen. Stefan Gillich, der 1972 zum ersten Bürgermeister der damals neuen Verbandsgemeinde Deidesheim gewählt worden war, hatte von 1975 bis 1997 diese Doppelfunktion: Er war sowohl Verbands- als auch Stadtbürgermeister.
„Bevor ich mich zur Kandidatur entschlossen habe, habe ich mich mit den Kollegen in Lambrecht und in Wachenheim, die ebenso in Personalunion tätig sind, ausgetauscht und nach ihren Erfahrungen erkundigt“, sagte Dörr im Blick auf die im Falle seiner Wahl anstehende Doppelbelastung. Dabei machte er aber deutlich, dass er bei der Besetzung der Beigeordneten-Posten neue Wege gehen möchte. „Mein Wunsch ist es, dass wir wieder zwei Beigeordnete mit Geschäftsbereichen haben werden, um die Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen“, sagte Dörr.
CDU setzt auf jüngere Kräfte
Im beginnenden Wahlkampf setzen die Christdemokraten auf deutlich mehr jüngere Kräfte als bisher. „Wir wollen als CDU der Stadt ein jüngeres Gesicht zeigen“, sagte Dörr, der einige Überraschungen bei der Kandidatenaufstellung ankündigte. So rücken etablierte Stadträte wie Eric Steffen (Platz neun), Thomas Wehner (Platz zehn), Joachim Reis (Platz 13) oder Susanne Winterling-Eichberger (Platz 14) diesmal weiter nach hinten.
Stattdessen schickt die Partei nach dem Willen des Vorstandes um Dieter Dörr, Bernd Anslinger und Isabelle Struck, die auch die Plätze eins bis drei auf der Stadtratsliste besetzen, auf den Plätzen fünf bis sieben mit Lucas Dörr, Julian Seckinger und Yvonne Seitz gleich drei jüngere Kandidaten ohne Stadtratserfahrung ins Rennen. Auf Platz vier fungiert der derzeit stellvertretende Fraktionssprecher Walter Dönig, der bei einer erneuten Wahl in den Stadtrat diese Funktion weiter ausüben soll.
„Wir haben eine gesunde Mischung für die Liste gefunden, können auch unseren Altersdurchschnitt etwas senken“, meinte Dörr. „Wir wollen erneut den Stadtbürgermeister stellen und die absolute Mehrheit im Stadtrat erreichen“, gab Dörr als Ziel aus. Derzeit hat die CDU im Stadtrat (mit Stadtbürgermeister) zehn Mandate. Künftig wolle man 12 Sitze erreichen.
Kandidaten
Dieter Dörr, Bernd Anslinger, Isabelle Struck, Walter Dönig, Lucas Dörr, Julian Seckinger, Yvonne Seitz, Dieter Ott, Eric Steffen, Thomas Wehner, Andreas Anslinger, Christian Schubing, Joachim Reis, Susanne Winterling-Eichberger, Klaus Iselborn, Christian Diehlmann, Michael Andres, Marco Rischar, Christian Guthertz, Anette Buse.