Deidesheim RHEINPFALZ Plus Artikel Bürgermeisterwahl: Dieter Dörr ist „super, super zufrieden“

Gaben ihre Stimme gegen Mittag ab: Dieter Dörr und seine Frau Edith Hengge-Dörr im Deidesheimer Wahllokal.
Gaben ihre Stimme gegen Mittag ab: Dieter Dörr und seine Frau Edith Hengge-Dörr im Deidesheimer Wahllokal.

Bei der Urwahl des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Deidesheim hat CDU-Kandidat Dieter Dörr 86,5 Prozent an Ja-Stimmen erhalten. Der 58-Jährige war der einzige Bewerber. Im Mai 2024 folgt er auf Amtsinhaber Peter Lubenau.

„Machen Sie von Ihrem Wahlrecht Gebrauch und gehen Sie wählen!“ So hatte beispielsweise die Gemeinde Niederkirchen auf ihrer Internetseite vor der Urwahl des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Deidesheim am Sonntag aufgerufen. Ob solche Hinweise notwendig waren und auch geholfen haben, ist offen.

Nach Schließung der fünf Wahllokale – alles war ruhig verlaufen, wie der stellvertretende Büroleiter Oliver Götz am Abend informierte – konnte eine Wahlbeteiligung von 35,8 Prozent verzeichnet werden. Damit liegt sie zwar deutlich unter jener der Bürgermeisterwahl am 13. März 2016, als 75,2 Prozent ihr Kreuzchen machten. Doch war die Wahl damals mit der Landtagswahl verbunden gewesen.

Hingegen passt der Vergleich zwischen dem designierten Bürgermeister Dieter Dörr (CDU) und seinem Parteifreund Peter Lubenau als Amtsinhaber. Beide waren als einziger Kandidat ins Rennen gegangen. 2016 wollte Lubenau (CDU) auf Theo Hoffmann folgen, nun der 58-jährige Dörr auf Lubenau, der im Mai 2024 in den Ruhestand tritt. Lubenau hatte damals 76,9 Prozent an Ja-Stimmen auf sich vereint, Dörr am Sonntag 86,5 Prozent.

Langer Wahlkampf

Für Dörr war es ein langer Wahlkampf. Bereits im März dieses Jahres hatte ihn sein CDU-Gemeindeverband als Bürgermeisterkandidaten aufgestellt, in den Wahlkampf stieg er fast unmittelbar danach ein. Zwar musste er nicht gegen Mitbewerber antreten, doch galt es natürlich trotzdem, sich bekanntzumachen und jene Inhalte zu vermitteln, die er als künftiger Chef der Verbandsgemeindeverwaltung angehen will.

Wobei das mit dem Bekanntmachen relativ war. Zum einen ist Dörr in der Verbandsgemeinde fest verwurzelt, war nie anderswo zu Hause. Zum anderen ist er zwar im Hauptberuf stellvertretender Bereichsleiter Vertriebsmanagement und zudem Betriebsratsvorsitzender bei der VR Bank Mittelhaardt, stieg aber ehrenamtlich bereits 2019 in das kommunale Verwaltungsgeschäft ein: als Beigeordneter von Stadt und Verbandsgemeinde Deidesheim.

Wahlparty muss ausfallen

Am Sonntagabend war in Dörrs Stimme am Telefon auch die Erleichterung darüber zu spüren, dass der monatelange Vorlauf nun zu Ende ist. Die Auszählung verfolgte er im Ratssaal der Verbandsgemeindeverwaltung zusammen mit der Familie und Freunden. „Ich bin super, super zufrieden“, kommentierte er im Telefonat mit der RHEINPFALZ das Ergebnis und gab auch unumwunden zu, nicht mit einem so hohen Prozentsatz gerechnet zu haben. Die Wahlbeteiligung hingegen habe ihn weniger überrascht, da noch dazu das Wetter schlecht gewesen sei. Noch im Ratssaal wurde mit einem Glas Sekt angestoßen, die Wahlparty fiel hingegen aus. Sein Schwiegervater sei am Mittwoch gestorben, „da passt das mit einer Party jetzt nicht“, so Dörr.

Antreten wird Dieter Dörr sein Hauptamt als Bürgermeister ab Mai 2024. Bis dahin wolle er immer mal wieder Peter Lubenau über die Schulter schauen, zudem geplant sei ein gemeinsamer Abend mit Abschied und Einführung. „Wir wollen den Übergang gemeinsam gestalten, das ist abgemacht“, so Dörr.

Alles für die Kommunen

Dass Dörr, der als Steckenpferd vor allem anderen die Informationstechnologie (IT) nennt, die Verwaltung zu einem modernen Dienstleister entwickeln und auf diesem Gebiet ebenso die Schulen in der Verbandsgemeinde weiter voranbringen will, scheint gesetzt. Doch unter anderem die vier Ortsbürgermeister von Forst, Meckenheim, Niederkirchen und Ruppertsberg und Deidesheims Stadtbürgermeister haben noch ein paar andere Erwartungen, wie sie zuletzt auf Anfrage der RHEINPFALZ erklärten. Die Spanne reicht von Bürokratieabbau über Klimaschutz bis zu gutem Personalmanagement. Ganz vorne stand aber das, was ohnehin zur ureigenen Aufgabe des Bürgermeisters einer Verbandsgemeinde gehört: Das Beste für „seine“ Kommunen zu erreichen.

Die Wahlergebnisse je Kommune

Deidesheim: Wahlberechtigte: 3142, Wahlbeteiligung: 39,3 Prozent, Ja-Stimmen: 86,3 Prozent, Nein-Stimmen: 13,7 Prozent.

Forst: Wahlberechtigte: 643, Wahlbeteiligung: 40,7 Prozent, Ja-Stimmen: 88,9 Prozent, Nein-Stimmen: 11,2 Prozent.

Meckenheim: Wahlberechtigte: 2848, Wahlbeteiligung: 26,8 Prozent, Ja-Stimmen: 84,7 Prozent, Nein-Stimmen: 15,3 Prozent.

Niederkirchen: Wahlberechtigte: 1931, Wahlbeteiligung: 38,7 Prozent, Ja-Stimmen: 85,5 Prozent, Nein-Stimmen: 14,5 Prozent.

Ruppertsberg: Wahlberechtigte: 1151, Wahlbeteiligung: 40,8 Prozent, Ja-Stimmen: 90,1 Prozent, Nein-Stimmen: 9,9 Prozent.

VG gesamt: Wahlberechtigte: 9715, Wahlbeteiligung: 35,8 Prozent, Ja-Stimmen: 86,5 Prozent, Nein-Stimmen: 13,5 Prozent.

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