Neustadt Stadt sucht Investor per Wettbewerb

Bahnhof links, Saalbau rechts: Ein weiteres Gebäude in Höhe des Saalbaus soll den Platz künftig „einrahmen“ helfen.
Bahnhof links, Saalbau rechts: Ein weiteres Gebäude in Höhe des Saalbaus soll den Platz künftig »einrahmen« helfen.

Bevor der Bahnhofsplatz neu gestaltet wird, soll eine Gewerbeimmobilie samt Parkhaus nahe der Post kommen. So die bekannten Pläne für die „Visitenkarte“ Neustadts. Um rechtlich auf der sicheren Seite zu sein, veranstaltet die Stadt nun ein Investoren-Rennen.

Für eine Gewerbeimmobilie mit Parkhaus zwischen Post und Bahnhofsvorplatz will die Stadt einen Gestaltungswettbewerb ausschreiben. Ihn wird das Kaiserslauterer Unternehmen Firu vorbereiten, eine Forschungs- und Informationsgesellschaft für Fach- und Rechtsfragen der Raum- und Umweltplanung. Der Aufsichtsrat der Wohnungsbaugesellschaft (WBG) und der Bauausschuss haben diesem Vorschlag von Oberbürgermeister Marc Weigel abschließend zugestimmt.

Seit Jahresbeginn auf der Suche

Wie berichtet, hat die WBG als Besitzerin des Areals bereits eine fertige Planung in der Schublade. Nach einem Vorstoß von Bürgermeister Ingo Röthlingshöfer als politischem Geschäftsführer der WBG war aber dann entschieden worden, dass sich die städtische Gesellschaft auf ihre Kernaufgabe bezahlbarer Wohnraum konzentrieren können muss. Daher war die Verwaltung seit Jahresbeginn auf Investorensuche, nun wurde ein Wettbewerb daraus. Mittlerweile sei klar geworden, dass ein solches Projekt ohnehin ausgeschrieben werden müsste, führt Weigel einen Grund für das geänderte Vorgehen an. Jene Investoren, mit denen er im Gespräch gewesen sei, hätten nicht abgesagt, einige von ihnen hätten Interesse, am Wettbewerb teilzunehmen. Bis Mitte Oktober soll die Ausschreibung stehen, im ersten Quartal 2019 eine Entscheidung fallen. Dazu wird eine Jury mit Vertretern der WBG, der Stadtplanung, der Fraktionen und einem externen Planer eingesetzt. Den Wettbewerb bewerben will die Stadt auf Messen und mit einer eigenen Homepage. Zudem wird Firu die Unterlagen mit zur Expo-Real nehmen, nach eigenen Angaben die größte Fachmesse für Immobilien und Investitionen Europas vom 8. bis 10. Oktober in München.

Gewinner wird Geländeeigentümer

Sobald eine Entscheidung gefallen sei, werde die WBG das Gelände verkaufen, die Stadt werde mit dem Gewinner einen städtebaulichen Rahmenvertrag abschließen, erläutert Weigel das Prozedere danach. Für den Wettbewerb wurden seinen Worten zufolge Mindestanforderungen gelistet. Dazu zählen: •Ein Mindestverkaufspreis für das Gelände von zwei Millionen Euro. •Mindestens 130 öffentliche Stellplätze plus weitere für die Nutzer der Gewerbeimmobilie. •Die Zufahrt darf nicht über den Bahnhofsvorplatz erfolgen. •Der Komplex darf den Saalbau nicht überragen, da der Bahnhofsvorplatz durch das zusätzliche Gebäude bekanntlich „eingerahmt“ und damit einen echten Platzcharakter erhalten soll. Zudem darf das Parkhaus nicht diese sogenannte Raumkante bilden. •In die Immobilie dürfen weder eine selbstständige Bäckerei noch ein selbstständiger Buchhandel samt Rauchwaren einziehen, um Konkurrenz zu den Bahnhofsläden zu verhindern, ebenso kein Vergnügungsgewerbe. •Baubeginn muss spätestens drei Jahre nach Kauf sein, Fertigstellung spätestens drei Jahre nach Baubeginn. Dass sich das Projekt damit länger hinziehen könnte als gewollt, sei ihm bewusst, so Weigel. Allerdings hoffe er darauf, dass die eingereichten Vorschläge kürzere Zeiten umfassen würden, zumal dies eines der Beurteilungskriterien sei, nach denen die Jury entscheiden werde. Dabei könne die Jury anhand von Punkten einzelne Aspekte gewichten. Der Preis – sollte ein Investor mehr zahlen wollen – schlage mit maximal 300 von 1000 möglichen Punkten zu Buche, die Rubrik städtebaulicher Entwurf/Nutzungskonzept mit 550 und das Realisierungskonzept (Dauer) mit 150 Punkten.

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