Neustadt Stabwechsel beim Stadtverband für Kultur

«Neustadt». Der Neustadter SPD-Vorsitzende Pascal Bender ist am Dienstag im Weinkehlchenhaus zum Nachfolger von Hansjürgen Hoffmann als Vorsitzender des Neustadter Stadtverbands für Kultur gewählt worden. Hoffmann, der den Dachverband der Neustadter Kulturvereine und -institutionen seit seiner Gründung vor 21 Jahren geleitet hatte, war aus Altersgründen nicht mehr angetreten. Er wurde bei der Mitgliederversammlung zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Der für Kultur zuständige Bürgermeister Ingo Röthlingshöfer (CDU) erinnerte daran, dass die Idee zu Gründung eines Stadtverbands für Kultur analog zum Stadtverband für Sport in den 90er Jahren in einem Gespräch zwischen dem damaligen Kulturdezernenten Lutz Frisch (CDU), CDU-Stadtratsmitglied Helga Willer, heute Vorsitzende des Museumsfördervereins, und ihm selbst entstanden sei. Der Stadtverband habe sich dann rasch zu „einer Erfolgsgeschichte“ entwickelt, was in besonderem Maße das Verdienst Hoffmanns gewesen sei. Für die Kultur sei es wichtig eine „starke Lobby“ zu haben. Diese Meinung teilt der einstimmig gewählte neue Vorsitzende. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ sagte Bender, er habe kandidiert, weil er es für wichtig halte, dass die Kultur eine starke Vertretung hat und ein „starker Ansprechpartner“ für die Stadt vorhanden ist. Bender betonte, dass er zwischen seinem parteipolitischen Engagement und seinem neuen Amt eine klare Trennung vornehmen wolle. Allerdings könne es durchaus positiv sein, wenn der Vorsitzende des Stadtverbands auch kommunalpolitisch engagiert sei. Bender ist bereits seit langem Mitglied des Kulturausschusses des Stadtrats. Den Sitz, der dem Vorsitzenden des Stadtverbands im Kulturausschuss zusteht, wird deshalb sein Stellvertreter Wolfgang Glass, der Vorsitzende des Neustadter Kunstvereins, übernehmen. Ganz leicht fiel es Hoffmann aber offensichtlich nicht, sich von seinem Amt zu trennen. So führte er nach der Wahl von Bender die Versammlung zunächst weiter. Erst nach einem Hinweis von Beisitzerin Reinhild Müller-Hasse gab er die Versammlungsleitung an Bender ab. Mit den Worten „Ich bin ein Kind des Theaters“ stellte sich dieser vor. Von 1988 bis 2004 hat er in der Neustadter Schauspielgruppe mitgespielt, seit 2000 ist er in deren Vorstand, seit 2006 gar Vorsitzender. Er gehört auch zu den Gründungsmitgliedern des Fördervereins des „Theaters in der Kurve“ und engagierte sich auch bei historischen Dorfführungen in Hambach. Das Theater ist denn auch die kulturelle Sparte, die Bender stärker in den Fokus rücken will. Bisher sei der Stadtverband „stark auf Musik ausgerichtet“ gewesen. Ein Theaterfestival mit den Theatergruppen, die es in Neustadt gibt, nannte Bender als ein Vorhaben für nächstes oder übernächstes Jahr. Aus der Versammlung wurde angeregt, auch andere künstlerische Bereiche wie Museen oder Baukunst bei der Arbeit des Stadtverbands stärker als bisher zu berücksichtigen. Es solle überlegt werden, wieder Referenten für einzelne Bereiche zu benennen, wie dies in den Anfangsjahren des Stadtverbands der Fall gewesen war. Derzeit gibt es mit Walter Kuhn nur einen Referenten für Musik. Er ist auch der Initiator der neuen Reihe mit Gospelkonzerten, die am 24. März mit einem Termin in Rhodt startet (wir berichteten). In Neustadt entwickle sich eine echte „Gospel-Szene“, so Kuhn. Dieses Angebot stelle wegen der Popularität des Gospelgesangs auch eine Investition in die Zukunft der Gesangvereine dar. Schon länger engagiert sich der Stadtverband auch für die finanzielle Unterstützung des Wettbewerbs „Jugend musiziert“. Einig war man sich darüber, dass diese Unterstützung trotz der damit verbundenen Kosten beibehalten werden soll. Bisher wurden diese überwiegend durch Spenden abgedeckt. Angesichts eines Guthabens von rund 35.000 Euro könne sich der Stadtverband diese Unterstützung leisten, so Müller-Hasse. Über ein Problem bei der Stadtverwaltung berichtete Röthlingshöfer auf eine entsprechende Nachfrage von Beisitzerin Tine Duffing. Bisher habe die Tourist, Kongress und Saalbau (TKS) GmbH kulturelle Veranstaltungen auch anderer Anbieter auf die Homepage der Stadt gestellt. Da die TKS eine eigenständige Gesellschaft ist, sei dies aus rechtlichen Gründen nicht mehr möglich. Die Kulturabteilung bekomme jedoch von der Personalabteilung der Stadt keine zusätzlichen Stunden für die Arbeit bewilligt. Deshalb müssen derzeit die Veranstalter ihre Termine selbst einstellen. Das sei eine zusätzliche Arbeitsbelastung, klagte Duffing. Der Stadtverband und die Stadt sollten gemeinsam die Anbringung eines Handlaufs an der Treppe zum Weinkehlchenhaus bezahlen, so eine weitere Forderung aus der Versammlung. Ebenso wie Hoffmann trat auch Rosemarie Heinke, die 21 Jahre Schriftführerin war und damit ebenfalls zu den Gründungsmitgliedern des Verbands gehörte, nicht mehr zur Wahl an. Zu ihrer Nachfolgerin wurde die Schauspielerin Leni Bohrmann von der freien Theatergruppe Petunientopf gewählt. Ansonsten brachten die Neuwahlen keine personellen Veränderungen. (Archivfoto: lm) Der Vorstand Vorsitzender: Pascal Bender, stellvertretender Vorsitzender: Wolfgang Glass, Kassierer: Gerhard Hofsäß, Schriftführerin: Leni Bohrmann, Pressewart: Manfred Letzelter, Beisitzer: Reinhild Müller-Hasse, Tine Duffing, Referent für Musik: Walter Kuhn.