Neustadt St. Martin: Zwei Brände auf einem Grundstück

Über das Baugerüst drangen die mit Atemschutzgeräten ausgestatteten Wehrleute zur Brandstelle vor.
Über das Baugerüst drangen die mit Atemschutzgeräten ausgestatteten Wehrleute zur Brandstelle vor.

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage brach am Mittwochabend in einem Haus auf dem Grundstück von Michael Ziegler in der Jahnstraße in St. Martin ein Feuer aus. Beide Brände sind laut Feuerwehr und Eigentümer auf Unfälle zurückzuführen und haben nichts miteinander zu tun.

Nach dem Feuer am Samstag in einem Haus in der Jahnstraße (wir berichteten am Montag) wurde die Wehr am Mittwochabend erneut wegen eines Brands zum selben Grundstück gerufen: In einem zweiten Haus von Winzer Michael Ziegler schlugen innerhalb von fünf Tagen die Flammen hoch. Laut Feuerwehrsprecher Thomas Seeber haben die Brände aber nichts miteinander zu tun. Um 18.24 Uhr am Mittwoch alarmierte die Integrierte Leitstelle in Landau die Feuerwehren St. Martin, Maikammer und Edenkoben, berichtete Thomas Seeber. Was genau das Feuer verursacht hat, sei noch nicht geklärt. „Fest steht nur, dass noch wenige Stunden vorher dort Handwerker gearbeitet haben“, teilte der Feuerwehrsprecher mit. Es bestehe der Verdacht, dass diese das Feuer durch einen Fehler auslösten. „Möglicherweise wurde beim Verkleben der Dachbahnen mit einem Gasbrenner die unter den Balken befindliche Dämmwolle entzündet“, erklärte Harald Reichel, Dienststellenleiter der Polizei Edenkoben.

Mit Atemschutzgeräten zur Brandstelle

Die Dachkonstruktion des Neubaus in der Jahnstraße geriet in etwa zehn Metern Höhe in Brand. Der Verdacht, dass sich in den angrenzenden Ferienwohnungen noch Menschen befanden, habe sich glücklicherweise nicht bestätigt, so Seeber. Die mit Atemschutzgeräten ausgerüsteten Wehrleute drangen mit der Drehleiter aus Edenkoben und über das Baugerüst, das am Haus steht, zur Brandstelle vor und konnten das Feuer relativ schnell löschen. Da die Möglichkeit eines Schmorbrands bestanden habe, rissen die Einsatzkräfte Teile der Dachverkleidung auf und kontrollierten Brandstelle und Umgebung mit einer Wärmebildkamera. Gut eineinhalb Stunden dauerte der Einsatz der 45 Wehrleute. Das Feuer war in einem eng bebauten Bereich in St. Martin ausgebrochen. Die Wehren waren mit neun Fahrzeugen vor Ort, außerdem der Rettungsdienst des DRK und die Polizei aus Edenkoben.

Passanten melden Feuer

Seeber zufolge hatten Passanten den Brand entdeckt und eine Mitarbeiterin des Weinguts Ziegler verständigt, die dann den Notruf wählte. „Sicherlich konnte durch die Aufmerksamkeit der Passanten größerer Schaden verhindert werden“, meinte Seeber. Nach Auskunft von Harald Reichel belaufe sich der Schaden am Dachgebälk auf lediglich 200 bis 300 Euro. Schon am Samstag hatte es auf demselben Grundstück in der Jahnstraße gebrannt. Laut Seeber war das Feuer beim ersten Mal in einem unbewohnten Altbau ausgebrochen, am Mittwoch hingegen im Neubau, der dahinter steht. Im Altbau soll ein defekter Nachtspeicherofen Ursache des Feuers gewesen sein.

Eigentümer findet Brände "kurios"

Grundstückseigentümer Michael Ziegler erzählte auf Nachfrage, dass die Polizei Brandstiftung ausschließe. Handwerker hätten wohl Pechbahnen verschweißt und dabei das Holz darunter entzündet. Dass es innerhalb weniger Tage gleich zweimal brannte, nannte Ziegler „kurios“. „Ich habe sonst nicht so viel mit der Feuerwehr zu tun“, nahm er den zweiten Unfall mit Humor. Es sei „ein Riesen-Glück“ gewesen, dass Nachbarn das erneute Feuer so schnell entdeckten. Ansonsten „wäre die Baustelle komplett niedergebrannt“, sagte Ziegler. In dem Haus sollten Ferienwohnungen entstehen. Der Schaden beim ersten Brand am Samstag sei hingegen hoch: Die Kosten gingen vermutlich in die Zehntausende. Das Wohnzimmer des älteren Hauses sei völlig ausgebrannt, und das Feuer habe überall im Haus Schäden hinterlassen, berichtete Michael Ziegler.

Ein Grundstück, zwei Häuser und zwei Brände innerhalb von fünf Tagen: Eigentümer Michael Ziegler konnte es gestern kaum fassen.
Ein Grundstück, zwei Häuser und zwei Brände innerhalb von fünf Tagen: Eigentümer Michael Ziegler konnte es gestern kaum fassen.
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