Wasserball RHEINPFALZ Plus Artikel Spielpraxis für junges Zweitligateam des SC Neustadt

Xaver Schädler (links) traf dreimal für den SC Neustadt.
Xaver Schädler (links) traf dreimal für den SC Neustadt.

Der Saisonstart mit einem Pokalspiel entpuppt sich für den Zweitligisten SC Neustadt als einfach. Die jungen SCN-Spieler sammeln Spielpraxis gegen den Nord-Zweitligisten Hildesheim. Erstmals ist ein neuer SCN-Berater im Einsatz.

Der 17:7 (6:2, 5:1, 2:3, 4:1)-Sieg des Wasserball-Zweitligisten SC Neustadt im Stadionbad in der ersten Runde der deutschen Pokalrunde war ein lockerer Saisonauftakt für die Mannen um Trainer Thorsten Preuß. Ein junges Team mit fünf 20-Jährigen Spielern sowie Nachrückern aus der U18 traf auf einen dezimierten Gegner der Zweiten Liga Nord.

Ältester Neustadter war Benedikt Hummel, Jahrgang 1998. Die Routiniers Matthias Held (verletzt) und Timo van der Bosch (Urlaub) fehlten. Doch Preuß war schon vor dem Anpfiff optimistisch: „Wir haben 13 Spieler, schöpfen also alles aus.“ Richtig mies war die Lage dagegen beim Gegner Hildesheim. Vier Stunden Fahrt und nur zehn Spieler an Bord, der Rest fehlte krankheitsbedingt. Sogar Trainer Heiko Ropers zog die Badehose an. Im Spielverlauf dezimierte sich der Hildesheimer Kader weiter wegen zweier Spielausschlüsse nach jeweils drei Hinausstellungen.

Ein Vater-Sohn-Ding

So drehte sich auf der Neustadter Bank alles um die Spielpraxis für die Jungs. Neu ist Cotrainer Kai van der Bosch. Auch wenn Sohn Timo diesmal nicht dabei war, ließ es sich Vater Kai nicht nehmen, dem Team den Rücken zu stärken. Doch Kai van der Bosch, der erfahrene 63-jährige Wasserball-Trainer, will nicht im Vordergrund stehen. Es ist mehr so ein Vater-Sohn-Ding, was ihm im Kopfe schwebt. „Wenn Timo spielt, werde ich bei Heim- und Auswärtsspielen in der Nähe dabei sein. Schließlich sind es nach Neustadt rund 50 Kilometer einfache Strecke. Wir fahren dann zusammen“, erzählt er. Kai van der Bosch trainiert das Frauenteam von Nikar Heidelberg, das bislang in der Bundesliga gespielt hat. Mit dabei ist Tochter Sina. Doch jetzt hat sich die Mannschaft aus der Ersten Liga zurückgezogen. Es bleibt mehr Zeit für den Trainer, auch mal mit dem 29-jährigen Sohn Timo die Wasserball-Fäden zu ziehen.

Der Papa bleibt im Hintergrund

Wenn der Vater mit dem Sohne also künftig im Stadionbad auftritt, will sich der Papa jedoch im Hintergrund halten. „Ich beobachte die tolle Arbeit des SCN schon seit Jahren. Es ist eine Ehre, einen kleinen Teil beitragen zu können. Ich möchte einfach beobachten und vielleicht als Außenstehender eine neue Idee einbringen, einfach nur beraten und unterstützen“, betont Kai van der Bosch. Er war Rugbyspieler und Schwimmer, bevor er zum Wasserball kam. Über 200 Meter Lagen stellte er 1980 einen deutschen Rekord auf. „Aber die Zeit weiß ich nicht mehr“, gesteht er. Laut der Internetseite Sport-records.de brauchte er in Toronto 2:09,28 Minuten auf der 50-Meter-Bahn. Irgendwie habe ihn das Schwimmen nicht mehr ausgefüllt, verrät der promovierte Biologe. Er arbeitet im Management der klinischen Forschung.

Am Samstag hielt er sich mit Kritik am Team zurück. „Die schwimmerische Überlegenheit wird gut in Treffer umgesetzt“, lobte er. Dabei versemmelte das junge Neustadter Team zahlreiche Gelegenheiten: Hier machte sich die Unerfahrenheit bemerkbar, die sich in Ligaspielen gegen stärkere Gegner rächen wird. Dann raunte van der Bosch doch mal kritisch etwas den Spielern zu, als er einen Fehler im Wasser sah, der zu einem Hildesheimer Treffer führte: „Er muss zurückschwimmen. Bei einem knappen Ergebnis wäre so etwas blöde, dass er zu lange gewartet hat.“

Spielertausch in Vier-Minuten-Intervallen

SCN-Coach Thorsten Preuß indes setzte nach der Pause wieder auf einen kompletten Tausch der Feldspieler. Bis auf Torwart Henrik Hummel, der trotz mangelnder Trainingseinheiten gute Paraden zeigte, wurden so in Vier-Minuten-Intervallen alle Spieler getauscht. Preuß: „Wir liegen sicher vorne, so kommen alle zum Einsatz.“ An Ende kommentierte er zufrieden: „Schön gespielt, Abwehr war gut, Konter sind gelaufen.“

Drei schöne Tore gelangen dem Ex-U18-Spieler Alex Chaloupka. Auch Maksim Bahchevanov (Jahrgang 2005) erzielte zwei Treffer. Die beiden 20-Jährigen Eigengewächse Xaver Schädler und Luis Ananias, die je drei Tore erzielten, sind längst im Männerteam angekommen. In den nächsten Heimspielen zum Auftakt der Ligasaison Anfang November werden weitere Nachwuchsspieler Druck auf die etablierten Spieler ausüben: Dann sollen Joona Vagts (Torwart) und Angreifer Flynn Laux, die an diesem Wochenende mit der U16 des SCN im Einsatz waren, garantierte Einsatzzeiten in der Männermannschaft erhalten.

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