Neustadt „Spiel von Mittwoch hat keine Bedeutung mehr“

Neustadt. Eine Überraschung ist das schon: Mit 3:0 schlug die TSG Deidesheim in der zweiten Runde des Fußball-Verbandspokals den Landesligisten VfL Neustadt. Kitzelig: Am Sonntag (ab 15 Uhr) gastiert die TSG am zweiten Spieltag der A-Klasse Rhein-Mittelhaardt bei der Reserve des VfL. Droht die größte Gefahr durch Überheblichkeit?
„Ich weiß genau, was in der Mannschaft steckt, und wir haben einen Landesligisten über 90 Minuten dominiert und ihm keine Chance gelassen. Das zeigt, welche Fähigkeiten diese Mannschaft hat“, sagte TSG-Spielertrainer Rudi Benkler. „Leider ist es so, dass die Mannschaft dies nicht immer abruft.“ Alexander Schubing mit zwei Treffern und Daniel Veth schossen die Deidesheimer Elf eine Runde weiter. Vor dem Ligaspiel am Sonntagnachmittag sagt Benkler: „Die Neustadter Zweite will der Ersten sicher zeigen, dass sie es besser kann. Das Spiel von Mittwoch hat für uns überhaupt keine Bedeutung mehr.“ Um das zu unterstreichen, bat Benkler seine Spieler gestern zum Training. Den Rundenstart hatte sich Max Saltarello anders vorgestellt. Ganz anders. Wenige Tage nach dem Gewinn des Stadtpokals präsentierte sich der VfL Neustadt II von seiner dunklen Seite. 1:5 beim TuS Mechtersheim II – eine böse Packung, die den Trainer erschütterte. „Damit sind wir noch gut bedient, es war ein rabenschwarzer Sonntag“, sagt Saltarello. „Es war keine Laufbereitschaft da, kein Kampfgeist, nichts. Es war ein richtiger Dämpfer zur hoffentlich rechten Zeit.“ Gegner Deidesheim schätzt Saltarello hoch ein: „Die werden oben ein Wörtchen mitreden.“ Am Mittwoch trainierte die Neustadter „Zweite“ extra früher, fuhr zum Pokalspiel der „Ersten“, um wenigstens eine Halbzeit lang den kommenden Gegner in Augenschein zu nehmen. Der VfL II wird nun wissen, was ihn erwartet ... Welch ein teuer erkaufter Sieg! Beim 2:1 gegen die SG Edenkoben/St. Martin riss Patrick Hammann ohne Fremdeinwirkung eine Achillessehne. Sechs bis acht Monate wird der Spielmacher des TSV Königsbach pausieren müssen. Für den Aufsteiger eine herbe Schwächung. Insgesamt glänzte nicht alles golden. Zwar stand der TSV nach Darstellung seines Trainers Carsten Klein meist gut und sicher und erspielte sich Chancen, am Ende aber wurde es trotz zweifacher nummerischer Überzahl und einer 2:0-Führung noch mal eng. Kurz vor Schluss wechselte Klein einen erfahrenen Spieler ein, der aber verdöste prompt den Ball und ebnete den Weg zum Anschlusstor. Klein stutzte den Übeltäter umgehend zurecht. „Das war unnötig und kläglich. Ich wechsle keinen 32-Jährigen ein, damit ihm dann so ein Bock passiert.“ Als Nächstes tritt der TSV beim ASV Harthausen an (Samstag, 18 Uhr). Dieser unterlag zum Auftakt mit 0:4 beim FC Lustadt. Für Carsten Klein hat das nichts zu bedeuten: „Wir sind ganz klar kein Favorit, das sind wir in keinem Spiel. Wir müssen erst mal zeigen, dass wir es überhaupt verdient haben, in dieser Klasse zu spielen.“ Sven Hörnschemeyer ist aus dem Urlaub zurück. Slawomir Stulin war als Spieler Profi, er hat höherklassige Klubs trainiert. Doch je tiefer er kommt, mit umso mehr Unbillen des Amateursports wird er konfrontiert. Das ist bei der SG Edenkoben/St. Martin nicht anders. Doch der Coach, der mit 46 Jahren noch immer auf dem Platz steht, versucht, es mit Humor zu ertragen. „Wenn die Katze Geburtstag hat, wollen die schon freihaben“, sagt er mit Blick auf die Spieler. Ein Scherz, der die missliche Personallage und den Trainingsrückstand des einen oder anderen beschreibt. „Nicht alle haben Topverfassung“, sagt Stulin. „Manche glauben, man kann ohne Training einfach aufs Gaspedal treten – aber das funktioniert nicht.“ Kontrahent im historischen ersten Heimspiel der SG ist am Samstag (16.30 Uhr) die SpVgg Rödersheim auf dem Sportareal in Edenkoben. Die Gelbrot-Sünder Mario Mayer und Adam Marciniak sind dann wieder dabei. Den polnischen Landsmann nennt Stulin „den Vidal aus Edenkoben“. Bereits verwarnt, setzte er völlig übermotiviert zu einer Grätsche an und flog. „Vielleicht“, überlegt Stulin, „wollte er seinen Trainer nur besonders überzeugen.“ (aboe)