Neustadt Spiel und Sport auf 7500 Quadratmetern

Vom Kleinkind bis zum Senior – sie sollen Gelegenheit zum Spielen und zur Bewegung auf dem Gelände der „Alla-hopp“-Anlage in Deidesheim bekommen. Auf dem ehemaligen Sportplatz der Schule entsteht diese ab Mai und soll bis Ende Oktober bereits fertiggestellt sein.
Die Anlage ist eine von 18 in der Metropolregion Rhein-Neckar. Finanziert wird das Ganze von der Dietmar-Hopp-Stiftung, die für alle Anlagen zusammen 40 Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat. Der durchschnittliche Wert einer solchen Bewegungsanlage liegt also knapp über zwei Millionen Euro. Gestern haben Projektleiterin Sandra Zettel, die Landschaftsarchitektinnen Elke Ukas und Grit Orwat als Planerinnen sowie der Deidesheimer Verbandsbürgermeister Theo Hoffmann (CDU) die Pläne vorgestellt. Die „Alla-hopp“-Bewegungsanlage in Deidesheim wird aus vier Modulen für unterschiedliche Altersgruppen bestehen. Modul 1: Ein Fitnesspfad bietet Geräte an, mit denen die verschiedenen Muskelgruppen trainiert werden können. Anfänger und Fortgeschrittene von der Jugend bis ins hohe Alter können Beweglichkeit, Koordination, Ausdauer und Kraft stärken. Der Parcours folgt einem sportwissenschaftlichen Konzept. Modul 2: Der Bereich für Kleinkinder unter sechs Jahren bietet einen überdachten Pavillon, einen kleinen Spielturm, Rutschen, eine „Rennstrecke“ für Bobbycar-Fahrer und eine Sandspielfläche mit Matschbereich. Modul 3: Der naturnahe Spiel- und Erlebnisbereich richtet sich vor allem an die Altersgruppe von sechs bis 14 Jahren. Dort ist Spielen, Rutschen, vor allem aber Klettern angesagt. Prägend wird eine Felswand aus Beton und Spritzbeton, stellenweise bis fünf Meter hoch, sein. Modul 4: Die Planerinnen bezeichnen es als „urbane Landschaft“. Sie ist für Jugendliche und junge Erwachsene gedacht. Hier können diese zum Beispiel auf Skatern oder mit dem BMX fahren; sie dient aber auch als Treffpunkt. Zumal sie direkt neben dem neuen Jugendtreff liegen wird. Die ebene Fläche des ehemaligen Sportplatzes wird sich gewaltig verändern: Das Gelände wird modelliert. „Es wird Höhen und Tiefen geben“, sagen Elke Ukas und Grit Orwart. Ein schneckenförmig angelegter Weg ist Reverenz an die Cittaslow-Stadt Deidesheim. Symbol der Cittaslow-Bewegung ist die Schnecke, die für Entschleunigung steht. Der Weg führt auf einen dreieinhalb Meter hohen Aussichtshügel. An dessen Hang werden auch Reben gepflanzt. Die Anlage enthält außerdem eine Spiel- und Liegewiese, viele Sitzgelegenheiten sowie eine Bolzwiese. Rund 50 Bäume werden auf der Anlage gepflanzt. Für Senioren wird es am nördlichen Eingang (von der Bürgermeister-Oberhettinger-Straße aus) eine Boulefläche geben. Das Generationenkarussell, das daneben installiert wird, kann sogar mit Rollator betreten werden. Eine Spezialität der „Alla-hopp“-Anlagen ist auch der „Mikadowald“ mit bis zu sechs Meter hohen Kletterelementen. Integriert in die 7500 Quadratmeter große Fläche wird auch der künftige Jugendtreff Deidesheim. Während die „Alla-hopp“-Anlage von der Dietmar-Hopp-Stiftung gebaut und finanziert wird, ist der Jugendtreff Sache der Verbandsgemeinde Deidesheim. Das Gebäude mit einer Nutzfläche von 200 Quadratmetern soll an der Bürgermeister-Oberhettinger-Straße entstehen. Der Verbandsgemeinderat habe am Dienstag diese Entscheidung getroffen, informierte Theo Hoffmann. Der Rat habe dabei aber auch finanzielle Einschränkungen gemacht. Der Treff soll nicht mehr als 400.000 Euro kosten. Mehrere Architekten, mit denen die Verbandsgemeinde in Kontakt steht, sollen Vorschläge für ein Raumkonzept und einen Kostenvoranschlag machen. Hoffmann sagte, der Treff solle nicht nur der Jugend dienen, sondern auch Senioren oder Vereinen offen stehen. Es sei vorgesehen, dass er von den Mittagsstunden bis abends geöffnet sei. Am 7. Mai wird der Verbandsgemeinderat sich mit den Vorschlägen der Architekten befassen und entscheiden, in welcher Bauweise der Treff errichtet werden soll. Hoffmann hofft, dass die Jugendlichen wie auch andere Gruppen der Bevölkerung sich weiter am Entstehen der „Alla-hopp“-Anlage intensiv beteiligen und später Patenschaften für Teile davon übernehmen. Das Unterhalten der Anlage wird Aufgabe der Verbandsgemeinde sein. Die Anlage bleibt jederzeit öffentlich zugänglich: Zäune gibt es aus Sicherheitsgründen nur im Süden zum Naturschutzgebiet hin und zur Appengasse. Auch der Bereich zur Gesamtschule hin wird offen bleiben. (ff)