Neustadt Spätestens im Mai soll’s losgehen

Der Sportplatz wird bald zur Baustelle.
Der Sportplatz wird bald zur Baustelle.

Der Gemeinderat in Maikammer hat in seiner Sitzung am Dienstag den Rekordhaushalt für 2019 ohne Gegenstimmen beschlossen. Weitere Themen waren die Sanierung des Sportplatzes sowie das geplante touristische Fußwegleitsystem.

Höchste Steuerkraft in der Geschichte der Gemeinde, höchstes Investitionsvolumen und gleichzeitiger Schuldenabbau: Das Zahlenwerk für den Haushalt 2019 gibt Maikammer allen Grund zur Freude (wir berichteten ausführlich am Montag). Doch Ortsbürgermeister Karl Schäfer (CDU) bremste die Euphorie ein wenig: „Es ist nicht zu erwarten, dass wir in den kommenden Jahren noch mal eine so hohe Steuerkraft und Investitionen in der Höhe haben werden. Wir sind von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung abhängig – und die Signale sind nicht von positiver Natur.“ Die Gemeinde müsse finanziell handlungsfähig bleiben, um ihre gesteckten Ziele zu erfüllen. Die Fraktionen stimmten ihm zu – und so auch dem Haushaltsplan („Zur Sache“). Einstimmig fiel auch der Beschluss, das Büro Laub aus Kaiserslautern mit der Generalsanierung des Sportplatzes zu beauftragen. Die Erneuerung der Laufbahn sowie der Leichtathletikanlage übernimmt die Firma Kutter aus Memmingen zu einem Preis von rund 780.000 Euro. Da im Haushalt 2019 nur rund 748.000 Euro eingeplant waren, muss der Gemeinderat eine „überplanmäßige Auszahlung“ beschließen. Andreas Kampmann vom Büro Laub stellte die Pläne vor: Ersetzt werden soll der Tennen- durch einen Kunststoffbelag. Der neue Belag soll etwa 25 Jahre halten, sagte Kampmann auf Anfrage von Daniel Kern (CDU). „Das ist eine Investition in den Breitensport, die es uns wert sein muss“, so Kern. Außerdem werden das Entwässerungssystem und die um den Rasen liegenden Flächen erneuert. Der Eingangsbereich soll vergrößert werden. „Ende Mai müssten wir spätestens anfangen mit dem Bau“, so der Erste Beigeordnete Klaus Humm (CDU) in Bezug auf Trainings- und Spielpläne der Vereine. Schäfer informierte, dass der TV Maikammer sich mit etwa 50.000 Euro beteiligen werde. Grund dafür sei, dass der Verein sich eine Hochsprunganlage gewünscht habe, die nun realisiert werde. 2018 waren die Arbeiten schon einmal ausgeschrieben. Weil das eine eingegangene Angebot zu teuer gewesen sei, sei die Ausschreibung wieder aufgehoben worden, teilte Schäfer mit. Die jetzigen zwei Angebote seien allerdings nicht wesentlich günstiger, was an anhaltend hohen Material- und Lohnkosten hänge. Ein weiteres Thema war das touristische Fußwegleitsystem, das Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen sowie Blinden die Wege in der Gemeinde erleichtern soll (wir berichteten). Thorsten Hellinger und Frank Bölzle von der Heidelberger Firma City Concepts stellten sich und ihre Arbeit vor. Bis dann irgendwann die Technik streikte, konnten sich die Ratsmitglieder zumindest ein Bild von Beispielen aus Neustadt, Deidesheim und Haßloch machen. Möglich seien etwa Handläufe mit Brailleschrift, Orientierungsrillen auf Gehwegen und barrierefreie Bushaltestellen. In Maikammer sollen die Haltestellen Frantzplatz und Weinstraße Nord umgestaltet werden. Wann das System umgesetzt werden könne, sei davon abhängig, wann der Zuschuss bewilligt werde, beantwortete Hellinger eine Frage aus dem Rat. Frühestens im Spätjahr sei Baubeginn. Die Kosten seien noch nicht abschätzbar, solange nicht geklärt sei, was genau getan wird. Schäfer wies darauf hin, dass das neue Tourismusbüro in der Marktstraße mit in die Planung einbezogen werde. In der März-Sitzung soll der Rat den Auftrag erteilen. Das Land fördert das Projekt von Konzeption bis Ausführung zu 85 Prozent. Den Finanzbericht für das Haushaltsjahr 2018 nahmen die Ratsmitglieder einstimmig zur Kenntnis. Im Ergebnishaushalt steht ein Plus von rund 1,4 Millionen Euro. Der Saldo aus Investitionstätigkeit liegt bei rund 300.000, das heißt, die Gemeinde hat mehr investiert, als sie etwa über Zuschüsse eingenommen hat.

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