Neustadt „Solidarischer Frühling“: Konzert, Kundgebungen, Rollenspiel und Lesung
Bei der Vorstellung des Programms am Freitag sagte Ulrich Riehm vom Freundeskreis Hambacher Fest 1832, man habe das Gefühl, dass Gesellschaft und Demokratie „verkrustet, kalt und grau“ seien. „Wir wollen unsere Gesellschaft und die Demokratie aufblühen lassen“, erklärte er, warum die Veranstaltungsreihe „Solidarischer Frühling“ heißt. Zu den Organisatoren gehören neben dem Freundeskreis die Engagierte Jugend Neustadt, die Friedensinitiative Neustadt, die Initiative Neustadt bleibt bunt, die Omas gegen Rechts Neustadt und das Regionale Bündnis gegen Rechts Neustadt.
Als Höhepunkt bezeichnete Riehm ein kostenloses Konzert der Ska-Band The Busters aus Wiesloch, die am Freitag, 6. Juni, auf dem Neustadter Marktplatz spielt. Elke Kimmle vom Bündnis gegen Rechts sagte, die Band habe den Termin extra noch in ihre Tour eingefügt und spiele auch ohne Gage. Allerdings seien Bühne und Technik teuer, weswegen man aktuell noch Spenden dafür sammle. An dem Tag gibt es nicht nur Musik. Mit den Bandmitgliedern sowie mit dem Politikwissenschaftler Markus Linden von der Uni Trier wird es auf der Bühne Gespräche geben „über den Rechtstrend in der Gesellschaft und wie man dagegen halten kann“, wie es in der Ankündigung heißt.
Kundgebungen an Pfingsten
Der Termin ist nicht zufällig gewählt, denn am folgenden Pfingstwochenende wird es in Neustadt und auf dem Hambacher Schloss wieder Kundgebungen geben von Gruppen, die nach Worten von Riehm als gemeinsamen Nenner die Behauptung hätten, die Deutschen lebten in einer Diktatur. Die Rede ist von der Gruppe Freieinig. Da wolle man aber mit dem „Solidarischen Frühling“ dagegen halten, so Riehm.
Die weiteren Veranstaltungen: Am Samstag, 17. Mai, 14 Uhr, plant die Engagierte Jugend ein Rollenspiel gegen Rechts auf dem Freigelände des Hambacher Schlosses. Dabei würden „die sagenumwobene Schlacht um das Hambacher Schloss“ nachgestellt und alle Querdenker vom Schloss vertrieben. Wer dorthin komme, könne mitmachen, sagt Kimmle, es sei aber auch in Ordnung, einfach nur zuzuschauen.
Am Sonntag, 18. Mai, gibt es bei freiem Eintritt ein Programm mit Liedern und Texten unter anderem von Bert Brecht, Konstantin Wecker und Esther Bejarano. Der Titel der Veranstaltung, die von 15 bis 17 Uhr im Festsaal der Buergyderuijtergallery (Maximilianstraße 35/35a) läuft, lautet: Wirklich wir leben in finsteren Zeiten – Nie wieder 33.
Vortrag und Infostand
Die Omas gegen Rechts sind mit einem Auftritt der „Bänkel-Omas“ und einem Kinderprogramm am Freitag und Samstag, 30. und 31. Mai, von 12 bis 17 Uhr auf dem Freigelände des Hambacher Schlosses.
Im Jugendzentrum (Gerichtstraße 6a) geht es am Samstag, 31. Mai, von 19.30 bis 21 Uhr um „Hambach und seine politischen Falschmünzer“. Der Historiker Wilhelm Kreutz wird über die Instrumentalisierung und rechtspopulistische Umdeutung des Hambacher Festes sprechen. Der Eintritt ist frei.
Im Roxy-Kino läuft am Mittwoch, 4. Juni, 19 Uhr, der Dokumentarfilm „Antifa – Schulter an Schulter, wo der Staat versagte“. Der Historiker Richard Rohrmoser von der Uni Mannheim wird in das Thema einführen und nach dem Film für ein Publikumsgespräch zur Verfügung stehen. Tickets kosten 6 bis 8 Euro.
Am Samstag, 7. Juni, gibt es sowohl von den Omas gegen Rechts (10 bis 12 Uhr) als auch vom Bündnis gegen Rechts (11 bis 17 Uhr) jeweils einen Infostand in der Innenstadt. Dabei wird auch ein Trojanisches Pferd aufgebaut, das „die wahren Absichten der AfD offenlegen wird“, wie es in der Ankündigung heißt.
Zu einem Fest für die Demokratie wird an Pfingstsonntag, 8. Juni, von 11 bis 13 Uhr auf dem Platz vor dem alten Rathaus in Hambach eingeladen. Dort gibt es eine Foto-Ausstellung, und es spielen die Karlsruher Straßenmusiker von Bunt&Laut.