Neustadt Situation entspannt sich etwas

Ab dem 9. Januar dürfte sich die Situation um die hausärztliche Versorgung in Haßloch etwas entspannen. An diesem Tag eröffnet Dr. Katrin Keßler in der August-Bebel-Straße 17 ihre Praxis. Sie ist Fachärztin für Allgemeinmedizin und Diabetologin und übernimmt den Praxissitz von Dr. Klaus Cronauer, der seine Praxis am Standort Schießmauer 21 schließt.
Auch Sozialdezernent Ralf Trösch (SPD) kann damit zunächst einmal aufatmen und mit den Haßlochern, ganz besonders den älteren Bürgern, hoffen, dass sich damit Patienten wider vor Ort behandeln lassen können. Die Situation war – und ist noch – schwierig, weil die noch bestehenden Arztpraxen keine neuen Patienten mehr aufnehmen. „Ich finde es gut“, sagt Trösch im Gespräch mit der RHEINPFALZ, „dass eine Ärztin neu kommt und damit ein Arztsitz auch wieder besetzt ist.“ Langfristig sei das Thema aber noch nicht vom Tisch, auch wenn die Kassenärztliche Vereinigung (KV) davon ausgehe, dass der Standort Haßloch (den sie im übrigen zusammen mit Neustadt betrachtet) ärztemäßig keineswegs unterversorgt sei. Für ein Medizinisches Versorgungszentrum, so wie beispielsweise in Büsum oder ein im April 2016 in Katzenelnbogen im Rhein-Lahn-Kreis eingeweihtes Pilotprojekt, sieht Trösch „derzeit keine Perspektive“. Er rät, zunächst einmal abzuwarten, wie sich die Versorgungs-Situation mit der neuen Ärztin entwickelt. Trösch kann zuversichtlich sein, denn Kerstin Keßler hat sich, wie sie im Gespräch mit der RHEINPFALZ sagte, als längerfristiges Ziel gesetzt, mit Kollegen oder Kolleginnen zusammenzuarbeiten. „Es könnten längerfristig noch bis zu drei Ärzte in der Praxis mitarbeiten, egal welcher Fachrichtung.“ Sie selbst hat damit positive Erfahrungen gemacht, sie ist „immer im Praxisteam gewesen, in den vergangenen 17 Jahren in Paderborn. „Ich halte das für die beste Lösung“, betont sie, „dann kann man auch längere Öffnungszeiten anbieten.“ Noch einen weiteren Wunsch hat sie, nämlich im Bedarfsfall bei der Praxis eine zusätzliche Haltestelle des Ruftaxis einzurichten, denn gerade Diabetespatienten hätten sehr häufig Probleme mit den Füßen, dürften diese zum Teil auch über längere Zeit nicht belasten. Studiert hat Katrin Keßler in Berlin, Düsseldorf und Wisconsin, promoviert hat sie im Bereich Kinderheilkunde. Sie bringt zudem sehr viel Erfahrung in der Gesundheitsförderung mit. Kontakt www.arztpraxis-kessler.de |hjm