Neustadt Sieg ist fest eingeplant

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NEUSTADT. Schwimmen die Wasserballer des SC Neustadt im Dezember auf einer Erfolgswoge oder bleibt der 11:9-Auswärtssieg am vergangenen Samstag in Cannstatt nur eine kleine Welle? Am Samstag, 18 Uhr, können die SCN-Anhänger im Stadionbad bei der letzten Partie vor der Weihnachtspause der B-Gruppe der Wasserball-Bundesliga gegen Neuling Wasserfreunde Fulda ihr Team zum dritten Saisonsieg treiben.

Wer die SCN-Truppe kennt, weiß, dass sie in der ersten Hälfte der Hauptrunde in fast jeder Saison viel Zeit benötigte, um sich in der neuen Formation zu finden. Diesmal war der Schnitt besonders groß. So verließ Torhüter Michael Knelangen nach drei Spielzeiten die Pfälzer. Der langjährige ehemalige Kapitän und routinierte Torjäger Stefan Ehrenklau rückte ins zweite Glied. Außerdem gab Coach Janusz Gogola nach vier Jahren aus beruflichen Gründen auf. Sein Nachfolger, der Kroate Davorin Golubic, brachte drei neue kroatische Spieler mit. Alle drei, Torwart Luka Sucic sowie die beiden Feldspieler Karlo Erak und Luka Kolar entpuppen sich jetzt als Leistungsträger. Die Last des Favoriten liegt auf den Schultern des SCN. Fulda hat seine vier Auswärtsspiele mit jeweils mindestens zehn Toren Unterschied verloren. Der SCN könnte also gegen den sieglosen Tabellenletzten etwas für das Selbstbewusstsein tun. So sieht es auch Jan Glaser. Der 21-Jährige, der in Karlsruhe International Business studiert, fährt dreimal in der Woche zum Training an die Weinstraße. In den Jahren davor ging er für Esslingen und Ludwigsburg ins Becken. „Ich fühle mich in Neustadt sehr wohl und gut betreut“, betont er. Das Team habe ihn super aufgenommen, die Mitspieler seien sehr nett. Glasers Aufgaben sind die Stabilisierung der Abwehr und bei eigenem Ballbesitz schnelle Spielzüge über Linksaußen einzuleiten. Im zweiten Heimspiel erwartet er einen klaren Sieg. SCN-Manager Michael Heinz ist mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden. Seine Zwischenbilanz vor der Winterpause: „Wir haben uns extrem verjüngt. Es war zu erwarten, dass der Start holprig wird. Von den acht Teams der B-Gruppe sind sieben Mannschaften gleichwertig, da kann jeder jeden schlagen“, betont Heinz. Er gibt immer noch das Ziel aus, dass der SCN nach Abschluss der Hauptrunde unter den ersten Vier der B-Gruppe landen solle. „Denn das bedeutet in den Abstiegsspielen nach der Zwischenrunde Heimvorteil“, erklärt Heinz. Wichtig für das kommende Spiel gegen Fulda sei auch, dass der wichtigste Spieler der Hessen, Torjäger David Horvath, wegen einer Tätlichkeit aus dem Spiel gegen Duisburg gesperrt fehle.Heinz hofft, dass „der Knoten nach dem Sieg in Cannstatt geplatzt ist“. Er lobt ausdrücklich das disziplinierte Spiel seiner Mannschaft. „Aber auch zuvor waren die Niederlagen relativ knapp. Das beweist, dass wir erneut gut dabei sind. Dennoch ist Vorsicht angebracht. Von den sieben ausgeglichenen Teams wird es in den Abstiegsspielen eine Mannschaft treffen, die als zweiter Absteiger in die Zweite Liga muss.“ Heinz sagt es zwar nicht, aber als Anwärter auf den ersten Abstiegsplatz hat er die Wasserfreunde Fulda ausgemacht. Eine Mannschaft, die zu Zweitliga-Zeiten der Neustadter immer ein unangenehmer Gegner war. Aber auch SCN-Trainer Davorin Golubic sagt: „Wir sind in der Favoritenrolle. Das ist eine neue Erfahrung für unser Team.“ Aber er nehme die Rolle an. Nach den bisherigen Ergebnissen sollten die Hessen nicht zum Problem für die Pfälzer werden. Dennoch habe er seine Mannschaft gewarnt, den Gegner keinesfalls zu unterschätzen. In der Woche nach dem Fulda-Spiel steht für die SCN-Wasserballer eine Besonderheit auf dem Programm. Sie müssen auf die Waage steigen. Denn ab dem vierten Advent gibt es bis zum neuen Jahr eine Trainingspause. Damit erhalten vor allem die ausländischen Spieler Gelegenheit, ihre Familien in der Heimat zu besuchen. Sie bekommen keine Hausaufgaben auf, müssen also keine Trainingseinheiten in der Fremde absolvieren. „Wir haben das Glück, dass das nächste Spiel erst im Februar stattfindet. Wir werden im Januar das Training aufnehmen. Wer dann einige Pfunde zu viel aufweist, der erhält ein Extra-Trainingsprogramm“, verrät Golubic schmunzelnd. Am 6. Februar ist übrigens Wedding Berlin im Stadionbad zu Gast. So spielen sie SC Neustadt: Sucic, Ulrich – Hornuf, Martin Görge, Oliver Görge (?), Oliveira, Tummings, Mongrell, Kolar, Erak, Glaser, Weigert, Held. (kle)

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