Neustadt SCN-Ziel ist allein der Klassenverbleib
Neustadt. Wenn die Freibäder schließen, läuft Michael Heinz auf Hochtouren: Der Manager des Wasserball-Erstligisten SC Neustadt ist zwar schon seit Monaten mit der Planung für die neue Saison beschäftigt und hat nun aber die Verträge für die fünfte Saison der Neustadter im Oberhaus abgeschlossen. Nach dem Weggang einiger Leistungsträger muss der SCN wie jedes Jahr neue Spieler integrieren.
Der Spielplan für die Runde ist zwar noch nicht offiziell vom Deutschen Schwimmverband (DSV) bestätigt worden, aber Heinz sagt: „Wir starten voraussichtlich am 22. Oktober mit einem Auswärtsspiel bei Wedding Berlin. Unser erstes Heimspiel würde dann am 5. November gegen Aufsteiger Würzburg erfolgen.“ Vorher gehen zwar schon 32 Wasserball-Mannschaften ins Rennen um den deutschen Wasserball-Pokal. Doch der SCN ist als Erstligist erst in der Runde der letzten 16 gefordert. Die ist für den 12. November geplant. „Zunächst findet am 2. und 3. September die Tagung des DSV statt. Dort werden verschiedene Vorschläge zum Spielmodus diskutiert. Man überlegt, dass nach der regulären Runde der B-Gruppe der Erstplatzierte automatisch in die A-Gruppe aufsteigt und der Letzte der A-Gruppe in die B-Gruppe wechselt. Für den Zweiten der B-Gruppe und den Zweitletzten der A-Gruppe sind Relegationsspiele geplant“, informiert Michael Heinz. Wie in den vergangenen Jahren ist die Bundesliga zweigeteilt. Die Durchlässigkeit war bislang über Relegationsspiele der vier besten B-Teams gegen die vier schwächsten A-Mannschaften gesichert. Sollte der Modus geändert werden, sieht Heinz den SV Krefeld sowie den SSV Plauen als Aufstiegsfavoriten. „Beide waren im Vorjahr in der A-Gruppe und sind sehr stark“, begründet Heinz seine Einschätzung. Das Ziel des SCN könne nur der Klassenverbleib sein. Der SCN-Manager sieht die Rahmenbedingungen gerade in Neustadt als weniger gut. „Wir haben kaum Sponsoren und sind keine Universitätsstadt und auch keine Metropole“, betont er. Beim SCN haben drei kroatische Spieler erwartungsgemäß die Weinstraße verlassen. Torwart Luka Sucic spielt nun mit einem Profivertrag bei Waspo Hannover. Luka Kolar und Karlo Erak gehen als Profis in ihrer Heimat Split. „Alle drei wollen sich weiter auf ihren Sport konzentrieren und als Profis arbeiten. Das ist beim SCN nicht möglich“, hat Heinz Verständnis für die Entscheidung der Wasserballer. Die deutschen Vereine wie der SCN müssten verstärkt auf den eigenen Nachwuchs setzen. Dabei sieht Heinz ein weiteres Handicap: „Mit dem Abitur ziehen die jungen Talente aus Neustadt weg“, sagt er. Verzichten muss er auch auf Kevin Oliveira, der zurück in die USA geht. Tim Hornuf und Oliver Görge steigen aus beruflichen Gründen aus. Erneut hat Heinz viele in- und ausländische Spieler angesprochen. Bis zum 31. August ist das Wechselfenster noch geöffnet. Für den Neustadter Manager ein harter Kampf, denn die Spieler warten lange ab, bis sie sich entscheiden. „Es ist kein kompletter Umbruch, aber wir hatten schon gehofft, dass die Zugänge aus dem Vorjahr länger bei uns bleiben“, gesteht Heinz ein. Als weiteren wichtigen Schritt in der Nachwuchsförderung ist es dem SCN gelungen, die U15-Mannschaft nach zähem Ringen in der Nachwuchsrunde Baden-Württembergs anzumelden, da im eigenen Verband nur eine weitere Mannschaft gemeldet ist. Da das Stadionbad ab kommenden Montag für den Winterbetrieb hergerichtet wird, trainieren die Wasserballer bis zum Aufbau des Moby Dick im Hambacher Freibad. Heinz ist froh darüber: „Das ist eine große Entlastung für uns, weil wir in den vergangenen Jahren durch Süddeutschland touren mussten, um eine Trainingsfläche zu haben.“ |kle