Neustadt
Schulen: So laufen die Anmeldungen für die fünften Klassen
Beim altsprachlichen Kurfürst-Ruprecht-Gymnasium (KRG) gibt es einen weiteren Rückgang bei den Anmeldezahlen. Bereits zum Schuljahr 2020/21 gab es ein Minus von 13 Schülern. Jetzt haben sich lediglich noch 58 Viertklässler für die Schule am Bahnhof Böbig entschieden. Es wird nur zwei fünfte Klassen geben. Daniela Bott, Leiterin der Orientierungsstufe, sieht die Gründe vor allem in den fehlenden Präsentationsmöglichkeiten: „Der Ausfall des Tags der offenen Tür hat die Nachfrage beeinflusst. Eine direkte Begegnung mit Lehrern und Schülern konnte nicht stattfinden.“ Hinzu komme der Ausfall des „Römertags“ im Herbst, bei dem die Viertklässler sonst die Schule spielerisch erkunden können.
Ein dickes Minus von 40 Kindern muss im Vergleich zum Vorjahr auch das Leibniz-Gymnasium hinnehmen. Im Vorjahr hatte es noch ein leichtes Plus gegeben. Schulleiter Rudolf Eyckmann betont dennoch: „Wir sind zufrieden, wir bilden jetzt vier Klassen, nachdem wir in den zwei Vorjahren jeweils fünf Klassen bilden mussten und die meisten Anmeldungen in Neustadt hatten.“ Auch er führt den Rückgang auf den Ausfall des Tags der offenen Tür zurück. Das „ausgezeichnete Schulklima“ lasse sich durch digitale Formate, Telefonberatung und Kurzfilme eben nur bedingt transportieren, so Eyckmann.
Ansturm beim Kollwitz-Gymnasium
Ganz anders sieht es am Käthe-Kollwitz-Gymnasium aus. Das Plus von 45 Fünftklässern im Vergleich zum Vorjahr bringt die Schule an ihre Kapazitätsgrenzen. Schulleiter Stefan Vogt: „Nach Rücksprache mit der ADD und der Stadtverwaltung werden wir voraussichtlich sechs Klassen bilden. Räumlich ist das eine Herausforderung, die wir gerne annehmen.“ Über die Gründe, woher das große Interesse kommt, möchte er nicht spekulieren. Auch beim KKG mussten die Live-Vorstellungen ausfallen. Stattdessen wurden sieben Online-Sitzungen angeboten, bei denen Schüler und Eltern auch Fragen stellen konnten. Für den bilingualen Englisch-Zweig gibt es 76 Anmeldungen.
Am Gymnasium Edenkoben gibt es einen Anmelde-Anstieg um 13 Schüler. Schulleiter Philipp Jähne: „Wir haben eine virtuelle Tour durch unsere Schule sowie zwei Videokonferenzen angeboten. So war der Informationsgehalt kaum geringer als beim Tag der offenen Tür, nur leider weniger persönlich.“
Losverfahren an IGS
Das Hannah-Arendt-Gymnasium in Haßloch, das nach zwölf Schuljahren in Ganztagsform (G 8) zum Abitur führt, vermeldet ein leichtes Plus bei den Anmeldezahlen. Laut Schulleiter Klaus Strempel gibt es zudem eine große Nachfrage bei der „iPad-Klasse“. Mehr als 60 Schüler interessieren sich für das Angebot. Strempel: „Das hat in Zeiten des Fernunterrichts besondere Vorteile. Hinzu kommt, dass die Schüler das digitale Arbeiten bereits gewöhnt sind.“ Wahrscheinlich sollen jetzt zwei iPad-Klassen gebildet werden – bisher gab es nur eine. Strempel: „Ich möchte aber der Entscheidung der Gesamtkonferenz, an der auch Elternvertreter teilnehmen, nicht vorgreifen.“
Die Integrierte Gesamtschule Deidesheim-Wachenheim registrierte für das kommende Schuljahr die stärkste Nachfrage seit acht Jahren. Doch die Klassenzahl blieb begrenzt, sodass wieder zum Losverfahren gegriffen werden musste. Schulleiter Georg Dumont bedauert: „Wir sind einfach auf die Vierzügigkeit festgelegt.“ Zur Sache
Zur Sache: Die Situation bei den Realschulen plus
Konrektorin Kerstin Ellerwald von der Georg-von-Neumayer-Realschule plus: „Momentan sind ungefähr so viele Schüler wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres gemeldet. Unser Infotag wäre wichtig gewesen, aber diese Schwierigkeit gab es ja bei allen Schulen.“
Tanja Walter, Schulleiterin der Realschule plus am Speyerbach in Lambrecht, freut sich über ein Plus von sieben Schülern. Wegen der Pandemie mussten beide Infoveranstaltungen abgesagt werden.
Die Georg-von-Ullrich-Realschule Maikammer/Hambach weist ein Minus von 16 Schülern Vorjahresvergleich auf. Rektor Gunter Grünenthal rechnet aber noch mit Anmeldungen. Er bedauert, kaum Kontakt zu den Eltern zu haben. „Ich hatte selten so wenig Gespür dafür, was die Gründe für die Anmeldungen waren“, meint Grünenthal.
Die Siebenpfeiffer-Realschule plus in Haßloch weist derweil kaum Abweichungen zum Vorjahr auf. Markus Schlegel, stellvertretender Schulleiter, betont: „Natürlich hat die Corona-Situation die Informationsarbeit stark beeinflusst. Wir haben uns frühzeitig auf digitale Kanäle verlegt und freuen uns, die Eltern erreicht zu haben.“
Die Paul-Gillet-Realschule plus in Edenkoben meldet einen Ansturm auf die „iPad-Klasse“. Über 60 Schüler wollen überwiegend digital lernen, wie Schulleiter Michael Eich mitteilt. Hier musste das Los entscheiden, weil momentan nur eine Klasse gebildet werden kann. Man wolle das digitale Angebot künftig ausbauen, so der Schulleiter.