Neustadt Schonfrist für die Mauereidechse

Stark gemacht für die Mauereichechse hat sich der Ausschuss für Umwelt und Naturschutz des Stadtrats gestern Abend. Konkret ging es um Rodungen wegen des Bauprojekts Winzinger Spange.
Mit diesen Rodungen will die Stadt sobald wie möglich beginnen. Darüber hatte die Bauabteilung gestern die Umweltabteilung informiert. Wie berichtet, geht es um eine verbesserte Verkehrsführung rund um den Winzinger Knoten. Gerodet werden soll zwischen dem früheren Sulo-Gleis, das noch der Bahn gehört, und dem stillgelegten Bahngleis, das die Stadt besitzt, sowie nahe der Diskothek Suite. Vorneweg soll damit ein gewisser Druck bei der Bahn AG erzeugt werden. Wie Beigeordnete Waltraud Blarr (Grüne) als Ausschussvorsitzende erläuterte, soll dem Unternehmen klar gemacht werden, dass die Stadt das Projekt nicht auf die lange Bank schieben will, ein zügiger Baufortschritt gewährleistet sein müsse. Eine sofortige Rodung indes würde nach Meinung des Ausschusses zu Lasten der Mauereidechse gehen. Denn diese sei bereits im Winterschlaf. Der Vorschlag, jetzt und damit außerhalb der Brutsaison so weit wie möglich alles zurückzuschneiden und erst im Frühjahr zu roden, wurde deshalb einstimmig angenommen. Gleiches galt, bei zwei Enthaltungen, beim Bebauungsplanentwurf „Bachgängel, Teilgebiet Nord“, der demnächst öffentlich ausgelegt werden soll. Nicht störendes Gewerbe und Wohnbebauung sollen zwischen Rittergarten-, Brunnen-, Sauterstraße und Strohmarkt möglich werden. Aus Umweltsicht ist beispielsweise Schallschutz wegen des starken Verkehrs erforderlich. An Bäumen geschützt sind nur jene im Denkmalbereich Rittergarten 13. Würden andere großkronige Bäume gefällt, Beispiel die Mammutbäume, müsse dafür am selben Ort Ersatz geschaffen werden, so der Leiter der Umweltabteilung, Thomas Baldermann. Über im November geplante Ersatzpflanzungen von Bäumen hatte der Leiter der Grünflächenabteilung, Michael Fuhrer, gestern die Beigeordnete informiert. Demnach sind in der Freiheitsstraße in Hambach 36 Bäume vorgesehen, auf der Hambacher Höhe sechs, in Gimmeldingen zwei, in Mußbach 17, in Geinsheim fünf, in Diedesfeld einer, in der Kernstadt fünf und auf den Friedhöfen neun. Auch die Platane an der Ecke beim Leibniz-Gymnasium kommt. Auch Bürger waren aufgerufen, Standorte für Baumpflanzungen zu benennen. Das ist laut Blarr geschehen, doch sei es für Fuhrer nicht möglich nachzuprüfen, ob die Standorte geeignet seien, oder ob beispielsweise Leitungen in der Erde das verhindern. Daher sollte überlegt werden, eine Studie in Auftrag zu geben. Leichter ist es im Außenbereich. Dort sind an der Mußbacher Landstraße insgesamt 58 neue Bäume in der Überlegung: 32 Speyerlinge und/oder Weinbirnen-Sorten auf der Westseite, 26 Elsbeeren auf der Ostseite. Allerdings muss das noch mit Stadtwerken und Straßenverwaltung abgestimmt werden. |ahb