Neustadt Schnell und ganz ohne Chemie
Es ist ihm kaum Herr zu werden: Unkraut ist unverwüstlich und wächst immer wieder nach. Doch in der Verbandsgemeinde Deidesheim ist jetzt Schluss damit. Anstatt die Pflanzen mühsam zu entfernen oder einfach zur Chemiekeule zu greifen, geschieht das nun ganz umweltfreundlich und nachhaltig mit heißem Wasser.
Für den mobilen, dieselbetriebenen Hochdruckreiniger hat Andreas Kocher, Leiter des Deidesheimer Bauhofs, schon länger gekämpft. „Das ist die größte Investition in diesem Jahr“, betont er. Doch seit Ende Juni ist der neue Hochdruck-Dampfreiniger-Trailer vom Typ „Dynajet 350 TH“ einsatzbereit und hat sich im Probebetrieb bereits bewährt. Als Probefläche dienten der Parkplatz am Bauhof und das Areal hinter der Deidesheimer Feuerwehr. Das Gerät soll zunächst für die Pflege der Friedhöfe eingesetzt werden. „Unsere Friedhöfe sollen zukünftig besser aussehen“, erklärt Kocher. Dabei sei die Unkrautbekämpfung keinesfalls nur ein ästhetischer Aspekt. Wurzeln könnten Gehwegplatten hochheben und damit die Verkehrssicherheit beeinträchtigen. Mit dem herkömmlichen Freischneider würden die Pflanzen nur oberflächig entfernt, während die Wurzeln weiterhin im Boden verblieben und das Unkraut erneut austreibe, erzählt der Bauhofsleiter. Zudem verbietet die EU mittlerweile den Einsatz von Herbiziden und Pestiziden auf öffentlichen Flächen. Preislich liege das Gerät mit 35.000 Euro im Mittelfeld. Ausschlaggebend war für Kocher die Qualität. Die Maschine sei robust, die Handhabung einfach. Eine Einweisung gehe schnell. Der Hochdruckreiniger könne auch an die Gemeindearbeiter verliehen werden. Der Einachser mit einem Leergewicht von 760 Kilogramm kann an ein Auto angehängt werden und ist somit mobil einsetzbar. Im Anhänger befindet sich ein separater 300-Liter-Wassertank, der über einen Schlauch vor Ort wieder befüllt werden kann. Das ermöglicht ein autarkes Arbeiten für Reinigungsarbeiten an Wegen und Plätzen, so Kocher. Das Diesel-Aggregat hat 13 Kilowatt und bringt einen Arbeitsdruck von bis zu 350 Bar. Der Unkrautvernichter ist nach einer zweiminütigen Aufheizphase auf 95 Grad Celsius sofort einsatzfähig. Mit dem knapp einen halben Meter breiten Düsenbalken können auch große Flächen zügig bearbeitet werden. Das Zubehör reicht für zwei Arbeiter. Das kochend heiße Wasser dringt tief in das Erdreich ein. Dabei wird die Zellstruktur der Pflanze mit den Wurzeln und Samen so stark geschädigt, dass sie in kurzer Zeit abstirbt. Die Maschine ist nicht nur für die Flächenreinigung geeignet. Der Bauhof hat sie auch schon zum Reinigen einer Sandsteinmauer und beklebter Schilder erfolgreich eingesetzt. Weitere Einsatzmöglichkeiten sind Durchlass-Reinigungen, Wasser-Sandstrahl-Verfahren sowie das Entfernen von Graffiti und Kaugummis. Über die Rentabilität des Hochdruckreinigers kann laut Kocher noch keine Bilanz gezogen werden. Das werde sich noch zeigen.