Hassloch
Schlumpfland ersetzt Burg Falkenstein: Umbau im Holiday Park geht voran
„Alarm, sie schießen mit Brandpfeilen, die Mauer stürzt ein.“ An diese Worte werden sich langjährige Besucher des Holiday Parks vielleicht noch erinnern können. Der Ausruf fiel während der Fahrt in der Attraktion „Burg Falkenstein“, einer Mittelalter-Bahn, die seit 1987 in Betrieb war. Über ein großes Schienennetz fuhren in dem Gebäude mehrere schwarze Wagen hintereinander her. Besucher konnten einsteigen und dann durch mehrere Themen-Räume fahren. In jedem gab es etwas anderes Mittelalterliches zu bestaunen: Neben Ritter-Puppen in Rüstungen, Kriegern auf Leitern oder einem Folterkeller gab es unter anderem auch einen furchteinflößenden Drachen, der Vorbeifahrende mit glühend roten Augen anschaute. Im Hintergrund konnte man passender Tavernenmusik lauschen, Schreie hören oder eben jenen oben erwähnten Ausruf.
Über Riesenbaum ins Schlumpfland
Viel ist von der Falkenstein-Bahn nicht mehr übrig geblieben. Vor zwei Jahren entschied die Parkverwaltung, die Attraktion durch eine neue zu ersetzen. Der Grund: Sie sei nicht mehr zeitgemäß. Vor allem jüngere Besucher hätten sich an der einen oder anderen freizügigen Puppe stören können. Auf dem selben Platz soll nun ein „Schlumpfland“ entstehen. Anstelle einer Burgkulisse werden Parkbesucher dort bald einen überdimensionierten Baum betreten – der Ort, wo die Schlümpfe – diese kleinen, blauen Wesen mit weißen Mützen in den gleichnamigen Filmen – leben. Das ist zumindest die Idee. Die Attraktion soll dann sehr viel bunter und schillernder sein. Beispielsweise sollen Besucher nach Fertigstellung nicht mehr in schwarzen Wagen Platz finden, sondern in menschengroßen Äpfeln.
Eröffnen sollte das Schlumpfland ursprünglich Ende 2024. Jetzt ist klar, dass es später wird. Laut dem Marketingleiter des Holiday Parks Jan Reinisch ist für März 2025 die TÜV-Abnahme angedacht. Im April sollen die neuen „Schlumpf“-Pforten dann öffnen. Bis dahin ist aber noch viel zu tun.
Im Inneren der ehemaligen Burg ist das Meiste bereits entfernt worden, also die Dekorationen, die Trennwände und alles, was Besucher mal auf das Mittelalter schließen ließ. Geblieben ist das Schienennetz, das auch für das Schlumpfland genutzt werden soll und „in gutem Zustand ist“, sagt Reinisch. Bei diesem handelt es sich um ein „Endlos-System“. Heißt: Die Wagen fahren ihre Strecke immer wieder im Kreis ab. In einem eigenen Raum können Besucher ein- und wieder aussteigen. Da das alles ohne Unterbrechungen laufen soll, gibt es in der Theorie keine Wartezeiten.
Aus Sicherheitsgründen wird auf Holz verzichtet
Kürzlich ist laut Reinisch die Elektronik aus dem Gebäude entfernt worden. Zudem wurden neue Stahlstreben errichtet, die die Decke halten. Die Idee ist, im Inneren des Gebäudes weiterhin eine Aufteilung in Räume zu haben. Bei einer Fahrt kommen die Besucher also von einem Bereich in den nächsten und sehen immer wieder etwas Neues, das zu den Schlümpfen passt. Die Schlumpf-Dekos werden laut Reinisch außerhalb des Parks produziert. Die Räume selbst entstünden dann im Park selbst, direkt vor Ort. Um Sicherheitsvorgaben zu erfüllen, soll weitgehend auf Holz verzichtet werden: „Die Struktur soll aus Stahl bestehen“, sagt Reinisch. Die Trennwände sind aus Spritzbeton.
In dem Raum, in dem einst der Drache Angst und Schrecken verbreitet hat, soll später mal ein Katapult stehen. Anstelle von Kugeln schießt es Tannenzapfen. Das hat Reinisch auf eine Idee gebracht. Um ein bisschen an die vergangene Burg Falkenstein zu erinnern, könnte er sich vorstellen, dass Besucher im Hintergrund nichts mehr von Brandpfeilen hören, sondern eben von Tannenzapfen. Der neue Ausruf würde also lauten: „Alarm, sie schießen mit Tannenzapfen, die Mauer stürzt ein.“ Als Protagonisten dieses Ausrufs könnte er sich die Figur Gargamel vorstellen, den bösen Widersacher der Schlümpfe aus den Filmen.
Ob es soweit kommt, weiß Reinisch nicht. Er hat sich allerdings vorgenommen, die Verantwortlichen regelmäßig an diese Idee zu erinnern.