Deidesheim RHEINPFALZ Plus Artikel Schönheitsklinik Musenhof: Zweite Generation übernimmt

Die vier Herberger-Geschwister: Anne, Björgulf, Kristin (Herberger-Koch) und Susanne.
Die vier Herberger-Geschwister: Anne, Björgulf, Kristin (Herberger-Koch) und Susanne.

Der Musenhof in Deidesheim hat eine schwierige Zeit hinter sich. Nach dem Tod des Gründers im vergangenen Jahr ist die Leitung der Schönheitsklinik jetzt komplett an die nachfolgende Generation übergegangen. Warum diese mit Zuversicht in die Zukunft schaut.

Die Schönheitsklinik in Deidesheim ist auf ihrem Gebiet eine Institution. Gegründet wurde sie vor über 25 Jahren von Armand Herberger. Der Deidesheimer eröffnete 1979 eine Praxis, wandte sich jedoch schon bald der Welt der „ästhetischen Medizin“ zu. So entstand der Musenhof, dessen Kerngeschäft heute Schönheitsbehandlungen wie Fettabsaugung (Liposuktion) und Facelifting sind. Gerade in puncto Fettabsaugung galt Herberger als sehr erfahrener Arzt. Bis zu seinem Tod im Alter von 76 Jahren habe er pro Tag ein bis zwei solcher Behandlungen durchgeführt, erzählen seine Kinder.

Die vier Kinder, Kristin Herberger-Koch sowie Björgulf, Susanne und Anne Herberger sind mit der Klinik aufgewachsen und alle auf unterschiedliche Weise daran beteiligt. Kristin Herberger-Koch, die Älteste, ist die einzige, die keine Medizinerin ist und bereits seit vielen Jahren in der betrieblichen Leitung aktiv ist. Zunächst vorwiegend zuständig für Kommunikation und Marketing, ist sie inzwischen Geschäftsführerin. Björgulf Herberger hat sich wie sein Vater auf ästhetische Behandlungen, besonders auf Fettabsaugungen, spezialisiert. Inzwischen ist er der Leiter der Mona-Lisa-Klinik, die Teil des Klinikverbundes ist.

Anne Herberger ist Zahnärztin und seit elf Jahren Leiterin der Zahnklinik sowie einer Zahnarztpraxis, die ebenfalls seit vielen Jahren zum Musenhof gehören. Und Susanne Herberger, ausgebildete Allgemeinchirurgin, steht ihren Geschwistern derzeit beratend zur Seite. Hauptberuflich absolviert sie gerade eine zweite Ausbildung in der Allgemeinmedizin – bei ihrem Onkel, dem Allgemeinmediziner Gunnar Herberger.

Suche nach Spezialisten

Die Lücke, die ihr Vater hinterlassen habe, sei nicht einfach zu schließen gewesen, erzählen die vier Geschwister. Da war natürlich die eigene Trauer zu bewältigen, aber es galt eben auch, eine Menge an organisatorischen Fragen zu lösen. „Unser Vater war das Gesicht der Klinik“, sagt Björgulf Herberger. Etliche Patienten seien sehr auf ihn fixiert gewesen. Nach seinem Tod mussten „sein Niveau und die hohen Taktzahlen“ gehalten werden. „Wir waren im vergangenen Jahr den ganzen Sommer über damit beschäftigt, Ärzte zu finden, die Behandlungen übernehmen können.“ Es sei schwer, in dem Bereich gute Ärzte zu finden. Inzwischen sei es jedoch gelungen, das Team zu ergänzen, auch durch Spezialisten, die punktuell hinzugezogen werden.

Vor über 25 Jahren gegründet: der Musenhof in Deidesheim.
Vor über 25 Jahren gegründet: der Musenhof in Deidesheim.

Nach einem Jahr sind die vier sehr zuversichtlich, was die Zukunft angeht. Das erste Geschäftsjahr nach dem Tod des Vaters sei sehr gut gewesen, erzählt Björgulf Herberger. „In ein bis zwei Jahren wollen wir wieder dort sein, wo wir vorher waren.“ Gleichzeitig entwickelten sich die Methoden und die Technik ständig weiter.

Worauf die Klinikbetreiber stolz sind: Ein Großteil der Behandlungen werde ohne Narkose gemacht. In der ästhetischen Medizin seien das 95 Prozent aller Eingriffe. Eine Narkose sei immer eine Belastung für die Patienten, erklärt Björgulf Herberger. Außerdem könnten, beispielsweise beim Facelifting , ohne Narkose bessere, natürlichere Ergebnisse erzielt werden.

Auch Gesundheitsberatung

Natürlichkeit ist ein wichtiges Stichwort für die Klinikbetreiber. Die Wünsche der Patienten müssten realistisch sein, und bei allem Streben nach ästhetischer Perfektion stünden immer die Gesundheit und das Wohlbefinden der Patienten im Mittelpunkt. Deshalb gehört zu dem Klinikkomplex neben der Mona-Lisa-Klinik (ästhetisch medizinische Eingriffe) und der Zahnklinik ein dritter Bereich: die Beratung in puncto Gesundheit und Ernährung. „Gesundheit und Schönheit dürfen nie getrennt gesehen werden“: Das sei das Credo des Vaters gewesen und stelle auch weiter die Leitlinie dar.

Einer Klinik im üblichen Sinn ähnelt der Musenhof nicht. Empfangen wird der Patient in einem Eintrittsbereich, der mehr an ein Hotel im oberen Preissegment als an eine Klinik erinnert. „Uns ist wichtig, dass die Menschen sich wohlfühlen“, betonen die vier. Das Haus verfügt über sechs bis acht Betten, die meisten Patienten bleiben, wenn überhaupt, nur eine Nacht. Etliche Behandlungen werden ambulant durchgeführt.

Den Herberger-Geschwistern ist es wichtig, dass der Musenhof nicht als „Promi-Klinik“ wahrgenommen wird. Eitelkeit sei ein „natürlicher Instinkt“, sagt Björgulf Herberger, und so lange die Vorstellungen nicht exzessiv seien, unterstützten die Ärzte die Wünsche gerne. Zunehmend kämen auch jüngere Menschen. „Die Hemmschwelle sinkt.“

Und was kosten die Behandlungen? Das sei von Patient zu Patient sehr unterschiedlich, erklärt Herberger. Aber es gebe Richtwerte: So lägen die Kosten für Facelifting bei 6000 bis 10.000 Euro, bei Fettabsaugung zwischen 4000 und 8000 Euro pro Sitzung.

Die Zahnklinik hat indes auch eine Kassenzulassung. Neben sehr komplexen operativen Eingriffe sind im Musenhof auch ganz alltägliche Zahnbehandlungen möglich. Anne Herberger hat unter ihren Patienten denn auch etliche Menschen aus der Region, während in die Mona-Lisa-Klinik Menschen aus ganz Deutschland und auch aus dem Ausland kommen.

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