Am Rande der Bande
SC Neustadt: Wasserball-Nachwuchs auch einst erfolgreich
An diesem Wochenende brodelt das Wasser im Stadionbad. Die Nachwuchswasserballer des SC Neustadt spielen in der Finalrunde um die deutsche U16-Meisterschaft. Michael Heinz, Manager des SCN, hat es mit seinem Team geschafft, diese Endrunde nach Neustadt zu holen. Der Schwimmclub setzt damit eine lange Reihe von erfolgreichen Nachwuchs-Finalteilnahmen fort, diesmal sogar im heimischen Gewässer. Das war Anlass für Heinz „erst einmal die alten Medaillen abzustauben“. Und siehe da, es fanden sich bereits tolle Erfolge aus vergangenen Jahrzehnten und sogar dem vergangenen Jahrtausend. Denn die SCN-Rückschau beginnt 1970 mit Platz drei der U18, fortgeführt 1971 und 1972. Der damalige Nachwuchs gewann dreimal hintereinander in den Endrunden die Bronzemedaille. Heinz: „Trainer der so erfolgreichen Jungs war damals Gerhard Konrad.“
„Wir hatten keine Übungsleiter“
Konrad engagierte sich nicht nur im Wasserball, sondern führte danach Jahrzehnte auch die Geschicke des Gesamtvereins. Peter Kuhn (heutiger Jugendtrainer) war mit Bruder Kurt Kuhn Spieler der erfolgreichen Jugend in Zeiten Konrads. Dann folgten zwar erfolgreiche aktive Jahre, doch bis Ende der neunziger Jahre war Flaute im Jugendbereich: „Wir hatten keine Übungsleiter für die jüngeren Jahrgänge, mussten uns auf bestimmte Jahrgänge konzentrieren, und der Talentstrom versiegte“, bedauert Heinz die Entwicklung.
Erst 1999 mit Platz fünf der U14, 2000 dann mit Rang vier der U16, die 2001 sogar Dritte der Endrunde wurde und dann als U18 2004 nochmals Rang vier belegte, folgten wieder Junioren, die anschließend den Grundstock für eine erfolgreiche Herrenmannschaft bildeten. Dabei waren der langjährige Kapitän Matthias Held, der auch in die Jugendnationalmannschaft berufen worden ist, Tobias Rheude, Johann und Jakob Arndt, Nationalspieler Moritz Oeler (lange Zeit bei Spandau Berlin aktiv und mehrmaliger deutscher Meister, seit 2017 in der Schweiz beim SC Horgen), Andi Benker und Christoph Kuhn. Trainer der damaligen Jugendmannschaft war Peter Kuhn.
Jetzt beginnt für die starken Jungs des SCN ein neues Kapitel. Platz vier bei der deutschen Meisterschaft haben sie vor dem ersten Anpfiff schon sicher. Und Michael Heinz schielt nach dem Überraschungscoup mit dem einen oder anderen Punkt gegen die hoch favorisierten Nachwuchsteams etablierter A-Bundesliga-Vereine. (kle)