Wasserball
SC Neustadt steigt in Liga zwei ab
Der SC Neustadt hat den Klassenverbleib in der Wasserball-Bundesliga beim Relegationsturnier in Plauen verspielt. Der SCN belegte mit drei Niederlagen den letzten Platz, aufgestiegen in die höchste Spielklasse sind Cannstatt und Plauen. Am Wochenende gab es gegen den Süd-Zweitliga-Meister SV Cannstatt eine 9:19 (1:4, 3:5, 4:5, 1:5)-Niederlage, gegen Gastgeber Plauen folgte ein 9:15 (2:4, 2:3, 1:4, 4:4). Im letzten Spiel am Sonntag unterlag Neustadt gegen Bochum mit 12:13 (3:4, 2:3, 3:4, 4:2).
Es zog sich nicht nur durch die gesamte SCN-Saison wie ein roter Faden, sondern wiederholte sich auch beim Relegationsturnier gegen die Zweitliga-Meister. Der SCN trat nicht in bester Besetzung an und brachte lediglich elf Spieler an den Start, darunter drei Spieler des Jahrgangs 2005. Außer Kapitän Matthias Held waren die ältesten Spieler im Team Jahrgang 2003, also noch „U20“.
Chance in Hamburg verspielt
SCN-Manager Michael Heinz war im Oktober das Abenteuer Bundesliga bewusst mit einer Nachwuchsmannschaft angegangen, die von den erfahrenen Spielern Fernando Mongrell, Stefan Ehrenklau und Matthias Held unterstützt werden sollte. Doch Mongrell wanderte noch vor Saisonende nach Spanien aus und half aus familiären Gründen nur noch selten aus. Ehrenklau hatte von Anfang an betont, nur bei Heimspielen zur Verfügung zu stehen, eine schwerwiegende Verletzung an der Hand bremste Held aus. So rutschte der SCN immer tiefer in den Tabellenkeller und konnte auch in der Abstiegsrunde nicht überzeugen.
Was war aber aus den aufstrebenden Junioren geworden, die 2021 im Stadionbad noch deutscher Vizemeister der U18 geworden waren? Der Nachwuchs musste Anfang Januar in die Abiturprüfungen. Kontinuierliches Training stand daher nicht auf dem Stundenplan der jungen Spieler. Und nach dem Abitur folgte eine Runde „relaxen“, lang gehegte Urlaubspläne verwirklichen, aber auch Corona, Verletzungen und sonstige negative Überraschungen dezimierten das Team. Der Tiefpunkt war bei den Spielen der Abstiegsrunde in Hamburg erreicht. Trainer Davorin Golubic wegen einer Coronaerkrankung nicht an Bord, ein Rumpfteam mit nur zehn statt 13 Spielern verspielte in der Hansestadt die Möglichkeit, der Relegation zu entrinnen.
Trainer enttäuscht, Manager mit Zuversicht
Trainer Golubic: „Ich bin sehr enttäuscht. Von 21 Cannstatter Versuchen ergaben sich 19 Treffer.“ Vor den Spielen schickte Manager Heinz noch eine Motivationsmail an die Spieler: „Nur wer an den Erfolg glaubt, kann ihn auch erreichen. Lasst euch jedoch nicht unter Druck setzen und gebt einfach euer Bestes.“ Und Heinz setzte noch den Spruch drauf: „Wenn du alles gibst, dann kannst du dir nichts vorwerfen. Dieser Spruch wird euch ein Leben lang begleiten und ist immer noch einer meiner Leitsprüche.“
Doch aller Kampfgeist nutzte nichts, selbst im Spiel gegen Bochum, als es um nichts mehr ging, wurde ruppig um jeden Zentimeter Wasserfläche gekämpft. Das Resultat beim SCN waren zwei Ausschlüsse für die restliche Spielzeit von Matthias Held und Moritz Giese. So fehlten die beiden Spieler im letzten Viertel. Trainer Golubic war die Enttäuschung im Gespräch anzumerken: „Ich brauche jetzt erst mal Urlaub. Wir haben hier unter Wert verloren, aber wir sind auch erst am Samstag angereist. Bochum und Cannstatt waren bereits am Freitag vor Ort.“
Auch der Einsatz von Juniorennationalkeeper Alexandros Vlantoussis, der aus dem Urlaub anreiste, um den SCN zu unterstützen, sei nicht optimal verlaufen, so Golubic. So habe Vlantoussis im ersten Spiel keinen Ball gehalten. Golubic: „Wir haben in diesem Turnier die Rechnung für die gesamte Arbeit in dieser Saison erhalten. Wir konnten in den vergangenen drei Wochen nicht unsere Defizite ausgleichen, die im Vorfeld entstanden waren.“ Wie es nach dem Urlaub weitergeht, wer von dem aktuellen Kader noch in der Zweiten Liga Süd weiter macht und ob Davorin Golubic weiter als Cheftrainer beim SCN bleibt, ist noch offen. Manager Heinz: „Der Abstieg ist ein herber Schlag, aber auch keine Tragödie. Wir haben weiterhin einen guten Unterbau mit den U12-, U14-, U16- und U18-Teams. Insofern geht heute ein Kapitel zu Ende, aber im Buch bleibt es weiter spannend. Wir werden uns sortieren und uns die Ziele für das nächste Jahr setzen. Dort wollen wir in der Zweiten Liga vorne dabei sein.“
So spielten sie
SCN - Cannstatt: Vlantoussis, Meszaros - Hrvic (1 Tor), Vagts, Beck, Orth, Giese (3), Stedler, Luis Ananias (2), Lukas Schwarzkopf (1), Held (2);
SCN - Plauen: Vlantoussis, Meszaros - Hrvic (1 Tor), Vagts, Beck, Orth, Giese, Stedler, Luis Ananias (3), Schädler (3), Lukas Schwarzkopf, Held (2);
SCN - Bochum: Vlantoussis, Meszaros - Hrvic (2), Vagts (1), Beck, Orth, Giese, Stedler, Luis Ananias (4), Schädler (2), Lukas Schwarzkopf (2), Held (1).