Wasserball RHEINPFALZ Plus Artikel SC Neustadt gleicht gegen Plauen Sekunden vor Schluss aus

Matteo Ananias (links) traf dreimal für Neustadt.
Matteo Ananias (links) traf dreimal für Neustadt.

Zweitligist SC Neustadt macht es spannend im Heimspiel gegen Plauen: Er gleicht sechs Sekunden vor dem Ende aus. Dann folgt ein Fünfmeterschießen.

In der Zweiten Wasserball-Bundesliga holte der SC Neustadt im Stadionbad zunächst ein Unentschieden in der regulären Spielzeit gegen den SSV Plauen. Es folgte ein spannendes Fünfmeterschießen. Nach dem 14:14 (3:3, 5:4, 4:4, 2:3) kamen die Minuten von SCN-Keeper Konstantin Wolgin.

Nach den neuen Regeln, die seit der Saison 2024/2025 gelten, gibt es für jeden Sieg drei Punkte. Kommt es nach vier Vierteln zum Remis, erhalten beide Teams zunächst einen Punkt, der Sieger im Fünfmeter-Duell erhält einen zweiten Zähler. Wolgin entschärfte zwei Fünfmeter und sicherte damit den knappen 5:4-Erfolg und einen zweiten Heimpunkt.

Ohne Kapitän Held

Doch zunächst sah es wenig nach einer Punkte-Ausbeute gegen die Ostdeutschen aus. Dem Aufsteiger SCN fehlte Kapitän Matthias Held. Der zweite Führungsspieler des SCN, Timo van der Bosch, hatte Dienst als Polizist. Mit viel Mühe konnte er zumindest zwei Stunden früher seine Dienststelle verlassen. „Raus aus der Uniform, rein ins Auto und in die Badehose. Das war vielleicht gut, so konnte ich mir nicht so viele Gedanken machen“, gestand er nach der Partie. Bei der Präsentation der Teams am Beckenrand war er noch in der Umkleide, in den ersten Spielminuten schwamm er sich an der Abgrenzung ein. Weil der SCN sofort mit 0:2 in Rückstand geriet, war er schneller im Einsatz als vorgesehen. Aus dem Nichts tauchte er auf und führte sein Team mit drei Treffern zum 3:3.

Kamlovs Drehwurf

In der ersten Hälfte zeigte der SCN eine gute Abwehrarbeit, mehrmals glänzte Keeper Hendrik Hummel im SCN-Gehäuse. Für das Sahnehäubchen im zweiten Abschnitt sorgte Artem Kamlovs 7:6 mit einem scharfen Schuss aus der Drehung. Das 10:7, van der Boschs fünfter Treffer, brachte sogar eine 10:7-Führung. Doch innerhalb von vier Minuten glichen die Gäste zum 10:10 aus. Erneut folgten starke Paraden von Hummel, doch er konnte nicht alle Tore verhindern. SCN-Coach Milos Sekulic: „In dieser Phase bekamen wir viele Treffer in Eins-zu-eins-Situationen. Diese Gegentore in direkten Duellen zweier Spieler müssen wir vermeiden.“ Die Gäste zogen auf 12:10 davon, der SCN blieb fünf Minuten ohne Tor.

Es waren nur noch sechs Sekunden auf der Uhr, als sich Tim Schwarzkopf durchsetzte und zum 14:14 ausglich. Im letzten Drittel war ein Wechsel der Keeper erfolgt. Für den glänzend spielenden Hendrik Hummel ging Konstantin Wolgin in den Kasten. Auch er überzeugte mit Paraden und einem abgewehrten Fünfmeter. Fürs Fünfmeterschießen war Hummel klar, dass Wolgin im Tor bleibt: „Er hat die größere Spannweite.“ Tatsächlich entschärfte Wolgin zwei Versuche der Gäste. Und Luis Ananias behielt die Nerven und erzielte das 19:18.

Lob für van der Bosch

Sekulic: „Es war eine tolle Leistung von Timo van der Bosch. Er hat die ersten zwei Viertel geprägt. Danach konzentrierte sich Plauen auf ihn. Matthias Held hat gefehlt, aber es war eine gute Leistung des Teams.“ Ein Geheimnis machte Sekulic um die Gründe für den Einsatz Wolgins im Fünfmeterschießen: „Das muss ich nicht verraten. Unsere Gegner sollen nicht wissen, warum ich mich für bestimmte Dinge entscheide.“

Die Entscheidung, wer Spieler des Tages wird, liegt immer bei den Schiedsrichtern. Ihre Wahl fiel auf van der Bosch, aber auch Wolgin und Hummel hätten die Auszeichnung verdient. Der 22-jährige Hummel ist erst Ende der vergangenen Saison wieder voll ins Training eingestiegen. Er sagt: „Es ist eine gute Motivation mit dieser neuen Mannschaft unter dem neuen Trainer zu spielen. Es macht Spaß, zusammen zu trainieren. Es ist eine gesunde, freundschaftliche Konkurrenzsituation.“

Mit Cheerleadern

Unterstützt wurde der SCN am Beckenrand von den Diamonds Cheerleadern des 1. FC 23 Hambach. Die zehn Mädchen im Alter zwischen neun und zwölf Jahren haben erst im Sommer mit dem Training begonnen. Ihre Show, eine Mischung aus Tanz, Akrobatik und Turnen, absolvierten sie auf engem Raum neben dem Beckenrand. Trainerin Melina Moser: „SCN-Vorstand Michael Heinz hat bei uns gefragt, ob wir hier auftreten. Normalerweise sind wir eher bei offiziellen Meisterschaften oder bei Veranstaltungen in unserem Verein dabei.“ Auch zum nächsten Heimspiel am Samstag gegen Würzburg werden sie wieder für Abwechslung sorgen.

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