Wasserball
SC Neustadt geht im Finale unter
Eine deutliche 6:21 (2:6, 1:7, 2:3, 1:5) Niederlage gegen den Gastgeber SV Cannstatt im Finale zeigt ein deutliches Leistungsgefälle gegenüber dem voraussichtlichen Meister der 2. Liga Süd. Cannstatt ist der Titel in den letzten zwei Saisonspielen kaum zu nehmen.
Schon der knappe 13:12-Erfolg (5:3, 2:3, 2:6, 3:1) gegen den Liga-Konkurrenten Friedberg am Samstagvormittag zeugte von dem aktuellen Zustand der Neustadter. „Uns fehlte die Spielpraxis, es ist quer durch die Mannschaft nichts gelaufen“, berichtet Preuß. Dabei war der SCN bis zum Frühjahr die dominierende Mannschaft in der Zweiten Liga, besiegte sogar im DSV-Pokal zwei Bundesligisten und scheiterte erst im Viertelfinale an Rekordmeister Spandau. In der Süd-Liga führte der SCN lange Zeit ohne Verlustpunkte. Bis zum verheerenden Gastspiel bei Cannstatt Anfang Mai mit einer 9:20-Niederlage. Jetzt folgten vier Wochen ohne Spiel, bis es nun in der SSV-Pokal-Endrunde erneut zu einem Duell gegen den letztjährigen Bundesliga-Absteiger Cannstatt kam. Und wieder fehlten zwei wichtige Spieler: Timo van der Bosch, Ex-Nationalspieler, fehlte aus familiären Gründen, Xaver Schädler, bislang starker Angreifer beim SCN, hat Trainingsrückstände.
Ananias gegen Friedberg bester Angreifer
So schien bereits auf dem Papier klar, dass der SCN erneut keine Chance gegen den voraussichtlichen Wiederaufsteiger Cannstatt hat. Preuß hatte viele Nachwuchsspieler an Bord, darunter auch Flynn Laux aus der U16, sowie Matteo Ananias und Joona Vagts aus der U18. Matteo Ananias war in der Partie gegen Friedberg mit fünf Treffern der beste Angreifer. Laux steuerte zwei Treffer bei. Das Teamgefüge hielten die erfahrenen Stefan Ehrenklau sowie Kapitän Matthias Held zusammen. Doch gegen Cannstatt kam alles in Rutschen. Preuß: „Cannstatt hatte mehr Biss, war komplett angetreten, uns fehlte die Kondition.“ Und er sieht auch eine gedämpfte Stimmung im Team, manche hätten die Schuld bei den Mitspielern gesucht, dabei müsste jeder erst mal auf sich zeigen und sich überlegen, wie oft er in den letzten Wochen überhaupt im Training gewesen sei.
Jugendliche Frische reicht nicht
Preuß, der zum Saisonbeginn noch mit dem Ziel liebäugelte, als Zweitliga-Meister die Aufstiegsrunde zur höchsten Spielklasse zu erreichen, klingt desillusioniert. Er kämpft mit dem schlechten Trainingsbesuch der letzten Wochen. Zumal es auch, wie in jedem Jahr, zu einer Zwangspause im Stadionbad kam, das für den Sommerbetrieb umgebaut wurde.
Dabei kann Preuß aber auf einem starken Nachwuchskader bauen. Doch jugendliche Frische alleine reicht nicht, auch wenn der 18-jährige Ege Engin mit Begeisterung jetzt bei den Männern ins Becken geht. Er sagte nach dem Pokalturnier: „Ich habe gemerkt, dass ich noch viel Erfahrung sammeln muss. Bei den Männern ist es eine ganz andere Schwierigkeitsstufe als bei der U18. Wir spielen dann gegen sehr, sehr starke Gegner.“ Auch die hohe Niederlage gegen Cannstatt verdirbt ihm nicht die Lust auf Wasserball. „Wenn es mir keinen Spaß machen würde, käme ich nicht zum Training. Wir haben eben gegen eine Top-Mannschaft verloren, aber ich hatte viel Zeit im Wasser und damit eine gute Möglichkeit, an meine Grenzen zu kommen.“ Der Zwölft-Klässler des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums will sich im Männerteam etablieren. Er müsse nur noch einige taktische Fehler abstellen, so Engin.
Nachtschicht in Nürnberg
Noch zweimal muss der SCN in der Zweiten Liga ran. Am kommenden Wochenende gibt es eine Auswärtspartie in Nürnberg. Das Hinspiel gewann der SCN mit 13:8. Aber Trainer Preuß und sein Team sind sauer. Die Gastgeber setzten die Begegnung auf 20.45 Uhr an. Preuß: „Wir sind dann erst nach Mitternacht wieder zu Hause. Das ist sehr ärgerlich.“
Das letzte Saisonspiel folgt dann im Stadionbad mit dem Derby gegen Vorwärts Ludwigshafen am 29. Juni.