Neustadt Saskia Bähr in Mußbach zur neuen Weinprinzessin gekürt
Die Mußbacher Weinprinzessinnen-Krone war bei der vom Verein „Die Muschbacher“ organisierten „Spitzenkrönung“ im Herrenhof recht widerspenstig. Erst hatte die bisherige Mußbacher Weinprinzessin Sandra Eder Mühe, das Krönchen vom Kopf zu bekommen. Die Nachfolgerin Saskia Bähr hatte nach der Krönung das umgekehrte Problem. Sie musste das Adelssymbol immer wieder festhalten, damit es ihr nicht vom Kopf rutschte.
Der erste Teil des Krönungsabends gehörte der bisherigen Weinprinzessin Eder. Sie schritt zu feierlichen Klängen des Posaunenchors Mußbach am Arm von Ortsvorsteher Dirk Heber durch den Festsaal, den Michaela Fürst liebevoll mit Blumen dekoriert hatte. 735 Tage war Eder im Amt. Die Weinverkostung unter dem Motto „Winemaker’s Dinner“, den Besuch in der Neustadter Partnerstadt Wernigerode und die Moderation des diesjährigen Neujahrsempfangs der Stadt nannte die Mußbacherin als besondere Ereignisse ihrer Amtszeit. Auch außergewöhnliche Erlebnisse wie die Kettenkarussellfahrt bei Blutmond auf der Hambacher Jakobuskerwe werde sie in Erinnerung behalten.
Von Weinhoheiten getröstet
Als die Zeit des Abschieds gekommen war, kamen die Mitglieder der „Wochenend-Familie“, Hoheiten aus Neustadt und Umgebung, auf die Bühne, um Eder zu trösten. Der Pfälzischen Weinkönigin Anna-Maria Löffler war es vorbehalten, gemeinsam mit Sandra Eder die neue Mußbacher Weinprinzessin zu krönen. Bevor es soweit war, hielt die sechsjährige Sophia die Krone, die auf einem Samtkissen gebettet war, bereit. Dann war die zeit gekommen: Ebenso wie ihre Amtsvorgängerin schritt Saskia Bähr am Arm von Dirk Herber und zu den Klängen des Posaunenchors durch den Saal.
Schon als Kind habe sie Weinprinzessinnen beim Mußbacher Eselshautfest und auf anderen Weinfesten bewundert, verriet die 18-Jährige. „Ein Kindheitstraum ist in Erfüllung gegangen“, sagte Bähr, die derzeit die 12. Klasse des Kurfürst-Ruprecht-Gymnasiums besucht. Sie dankte Iris Röll von den „Muschbachern“, die sie gefragt hatte, ob sie dieses Amt bekleiden möchte.
Neue Königin mit Bühnenerfahrung
Bähr kommt zugute, dass ihr Bühnen vertraut sind. Die Oberstufenschülerin spielt Querflöte im Orchester ihrer Schule, mit dem sie einige Auftritte hatte. Auch sang sie früher in einem Chor. Inzwischen sei das Tanzen als Hobby dazugekommen, dem sie in der Tanzschule „Tanztreff Alex“ frönt. Eine Gruppe aus dem Tanztreff gab zu Ehren der Weinprinzessin eine Darbietung zu Liedern von Michael Jackson. Auch mit dem Posaunenchor Mußbach ist die neue Weinprinzessin verbunden. Ihr Urgroßvater hat das Ensemble gegründet, ihr Opa hat ihn geleitet, nun hat ihr Vater den Hut auf in der Gruppe, dem auch ihr Onkel angehört.
Bähr berichtete im Gespräch mit der Moderatorin des Abends, der früheren Pfälzischen Weinkönigin Meike Klohr, dass ihre Großeltern ein Weingut hatten. Ihr Vater und ihr Onkel führten nun einen Betrieb, der alkoholfreie Weine und Seccos herstelle. In das Prinzessinnen-Weinglas, das ihr die Vorsitzende der Muschbacher, Christel Klohr, überreichte, füllte die neue Weinprinzessin allerdings einen Wein mit Alkohol. Sie stieß mit einem Muskateller auf ihre zweijährige Amtszeit an.