Neustadt
Sanierungsprojekt: 16 neue Wohnungen in Hindenburgstraße
Auf der Baustelle in der Hindenburgstraße 43 und 45 geht es rund. Handwerker aus verschiedenen Gewerken haben alle Hände voll zu tun auf dem Rohbau. Es staubt, es ist laut. Doch genau so gefällt es Felix Pfirrmann. Er ist mit seiner Arcus Projektentwicklung GmbH (Hochdorf-Assenheim) der Investor und kann auch direkt beim Baustellentermin ein paar Fragen der Handwerker beantworten. Bis Frühjahr 2026 soll alles fertig sein. Dann sollen 16 Mietwohnungen auf den Markt kommen. Alles bleibt in der Hand von Pfirrmanns Unternehmen und wird von diesem vermietet.
„Das ist ein beispielgebendes Projekt“, betont Neustadts Baudezernent Bernhard Adams, der beim Baustellentermin ebenfalls dabei ist. Denn Pfirrmann engagiert sich nicht nur in Sachen Sanierung und Umbau. Viel wichtiger aus der Sicht von Adams: „Es entsteht geförderter Wohnraum, und den brauchen wir in der Stadt sehr dringend.“ Zumal die Stadt bei diesem Vorhaben keine Zuschüsse beigesteuert oder ein günstiges Grundstück zur Verfügung gestellt habe. Man habe nur über den Bauausschuss im November 2023 eine vom Gesetzgeber mit Blick auf geförderten Wohnraum ermöglichte Ausnahme vom Bebauungsplan beschlossen und einer leichten Überschreitung der Geschossflächenzahl zugestimmt.
Spielplatz geplant
Das jetzt entstehende Gebäude weist vier Geschosse auf und ist damit etwas höher als das frühere. Das Ensemble fügt sich aber komplett in die Umgebung ein und wirkt nicht höher als Nachbarobjekte. Pfirrmann sagt, er habe das Gebäude vom Christlichen Jugenddorf (CJD) gekauft, das in der Hindenburgstraße Werkstätten und Garagen betrieben hatte. „Das Areal war komplett versiegelt, wir leisten nun auch einen Beitrag zur Entsiegelung“, erläutert Pfirrmann. Denn hinter dem Gebäudekomplex mit den 16 Wohnungen sind Grünflächen, Parkplätze und ein Spielplatz vorgesehen.
Der Investor sagt, er habe bewusst Neuland betreten und wolle in Neustadt gezielt geförderten Wohnraum schaffen. „Von diesem Segment gibt es am Markt einfach sehr wenig“, sagt Pfirrmann, der in der Hindenburgstraße 5,3 Millionen Euro investiert. Er sei mit seiner Idee vor Jahren auf die Stadt zugegangen und habe über die Investitions- und Strukturbank (ISB) Rheinland-Pfalz die Finanzierung realisieren können.
Adams lobt diesen Mut. In Neustadt habe bisher vor allem die Wohnungsbaugesellschaft (WBG) Projekte realisiert, die sich gezielt an Menschen mit kleinerem Budget richteten. Früher wurde von sozialem Wohnungsbau gesprochen. Bei Pfirrmann sei er von Anfang an zuversichtlich gewesen, da er in Neustadt schon mehrere Bauvorhaben umgesetzt habe. Adams nennt als Beispiel den Umbau des Gebäudes in der Hauptstraße, in dem sich heute der Laden „Kik“ und Wohnungen befinden, sowie das Postverteilzentrum in der Joseph-Monier-Straße und Wohnungen in Mußbach.
Aufzüge und Balkone
Vom alten Gebäude in der Hindenburgstraße ist im Prinzip nur noch das Erdgeschoss übrig. Die anderen Etagen wurden neu aufgebaut. Pfirrmann sagt, dass bis Frühjahr 2026 alles fertig sein soll und dann die Wohnungen vermietet werden können. Die Vermietung erfolge über die Hausverwaltung seines Unternehmens. „Wenn wir Wohnungen an den Markt bringen, sind sie oft nach einer Stunde weg. Die Nachfrage ist so groß, dass wir gar nicht alle Anfragen beantworten können“, beschreibt Pfirrmann die Situation am Markt. Er sehe die Investition in Neustadt als „Langfristprojekt“ und wolle auch Erfahrungen sammeln mit dem Bürokratieaufwand rund um das Thema mietpreisgebundene Wohnungen.
Über Aufzüge werden alle 16 Wohnungen barrierefrei sein. Geplant sind zwei Zweizimmerwohnungen, vier Dreizimmerwohnungen und zehn Vierzimmerwohnungen. Geheizt wird mit einer Luft-Wärme-Pumpe. In Sachen Energieeffizienz werde auf den KfW-55-Standard geachtet. Gebäude mit diesem Standard verbrauchen maximal 55 Prozent der Energie eines Referenzgebäudes. Für solche Standards gibt es dann entsprechende Förderkredite der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau). Die Wohnungen verfügen über einen Balkon und in den oberen Etagen zudem über eine schöne Aussicht Richtung Wald.
Erste Anfragen der Nachbarn
Die Miete beim Pfirrmann-Projekt wird bei rund sieben Euro pro Quadratmeter liegen. Angesprochen würden damit nicht nur Wohngeldempfänger. Laut Adams gibt es beim Thema mietpreisgebundene Wohnungen verschiedene Abstufungen. In diesem Fall würden gezielt auch Mittelstandsfamilien angesprochen. Die Stadt entscheide nach einer Kontrolle der Einkommensverhältnisse, wer zum Kreis der Berechtigten für diesen geförderten Wohnraum zähle. Pfirrmann rechnet aufgrund seiner Erfahrungen am Markt mit einer großen Nachfrage. Aus der Nachbarschaft habe es schon konkrete Anfragen gegeben.
Adams betont: „Für mich ist das eine Nachverdichtung und Innenstadtentwicklung par excellence. Wir bekommen neue Wohnungen, eine Begrünung und die benötigten Stellplätze direkt auf dem Grundstück.“ Er wäre froh, „wenn wir mehr solche Projekte hätten“. Möglich sei dies im Bereich mietpreisgebundener Wohnraum aber nur, „wenn wir stabile Förderanreize etwa von der ISB haben“, so Adams.