Neustadt „Sanierung nicht wirtschaftlich“

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Mit einem Berichtsantrag der Grünen zum Anwesen Ohliggasse 44 beschäftigte sich der Bau-, Verkehrs- und Entwicklungsausschuss (BVE) in der jüngsten Sitzung. Begründet wurde der Antrag damit, dass Gerüchte über einen geplanten Abriss des Anwesens Ohliggasse 44 für Unruhe in der Gemeinde sorgten. Das Gebäude, das bisher drei Obdachlose beherbergt hatte, war vor einigen Wochen geräumt worden. Laut Verwaltung liegt starker Schimmelbefall und eine marode Elektroanlage vor. Wie mehrfach berichtet, wird derzeit die Baulandentwicklung im Blockinnenbereich zwischen Kirchgasse und Ohliggasse diskutiert. Deshalb werde, so die Grünen, ein Zusammenhang mit der Räumung des Gebäudes vermutet. Da ein Bauträger auf bereits erworbenen Grundstücken im nördlichen Teilbereich hinter der Kühngasse eine Bebauung anstrebt, hatte die Gemeinde das prinzipielle Interesse der Eigentümer aller Grundstücke an einer Baulandentwicklung abgefragt. Gleichzeitig wurde die Erschließung des Gebietes in einer früheren BVE-Sitzung beraten. Ein möglicher Zugang wäre demnach durch einen Abriss des Anwesens Ohliggasse möglich, das die Gemeinde laut Bürgermeister Lothar Lorch (CDU) 1987 „günstig und mit einer städtebaulichen Förderung“ für diesen Zweck erworben hat. In ihrer Antwort auf die Berichtsanfrage bestätigt die Verwaltung, dass ein starker Schimmelbefall insbesondere im Erdgeschoss vorliege. Da der Befall „massiv und damit offenkundig“ sei, hält die Gemeinde einen „finanziellen Aufwand für die Beauftragung eines Sachverständigen“ für nicht notwendig. Der Befall sei durch nicht sachgerechtes Heizen und Belüften verursacht worden, aus wirtschaftlichen Gründen werde eine Beseitigung des Schimmels nicht verfolgt. Stefan Grohe, Abteilung Hochbau der Verwaltung, bestätigte Probleme mit der veralteten Elektro-Installation und eine massive Durchfeuchtung des Mauerwerks. Das um 1880 errichtete Gebäude sei 1935 saniert worden und schon 1987, als die Gemeinde das Gebäude erworben habe, in einem desolaten Zustand gewesen. Seitdem habe es nur Schönheitsreparaturen gegeben. Es sei weder eine technische oder energetische Sanierung noch der Einbau einer Heizung oder eine Erneuerung der Sanitäranlagen erfolgt. Eine Sanierung sei, auch durch viele Baumängel, nach heutigen Gesichtspunkten nicht wirtschaftlich herzustellen. Laut Lorch wurden seit 2012 Dachrinnen erneuert, sind Dachfenster abgedichtet und ein neuer Bodenbelag eingebracht worden. Die Kosten hätten sich auf rund 5000 Euro belaufen. 2013 sei ein Fassadenputz ohne Wärmedämmung für rund 8900 Euro aufgebracht worden. Die Kosten für einen Abriss in Höhe von 50.000 Euro seien im vorliegenden Haushalt gestrichen worden. Bei einer Baulandentwicklung könnten die Kosten für einen Abriss über die Freilegungskosten abgerechnet werden. Laut Bernd Dahlke (Grüne) ist „Schimmel kein großes Problem“. Auf die Frage, ob derzeit keine Intention zum Abriss seitens der Verwaltung bestehe, entgegnete Lorch, dass zunächst zu klären sei, ob es eine Bebauung gebe und in einem weiteren Schritt, ob dort eine Erschließung möglich sei. Karin Alter-Hormes (Grüne) verwies darauf, dass eine Gutachter Kosten für eine Sanierung beziehungsweise Renovierung feststellen könnte. Auch gebe es einen Interessenten, der das Anwesen kaufen wolle. Hinsichtlich der „Zufälligkeit“ des Zeitpunkts der Räumung verwies sie auf die Worte „ein Schelm, der Böses dabei denkt“. Ralf Berger (Piraten) benannte widersprüchliche Aussagen der Verwaltung. Schimmel und Durchfeuchtung hätten ausschließen müssen, dass das Gebäude genutzt werde. Dem Vorschlag von Rudi Einholz (CDU), der für einen Abriss und Parkplätze neben der Kita Arche Noah plädierte, entgegnete Lorch, dass die Eltern der Kita keine Straße wollen, auch deshalb, da die Kita das Gelände im hinteren Bereich nutze.

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