Neustadt
Sanierung der Dorfkirche in Duttweiler auf der Zielgeraden
Zusätzlich zur Arbeit der Ehrenamtlichen hatten die Kirchengemeinschaft im Gäu, zu der Duttweiler gehört, und das Dekanat zum Erhalt der Kirche als „ortsbildprägendem Kulturgut“ Geld beigesteuert. „Noch etwa acht Wochen, und wir sind fertig“, freut sich Mitorganisator Friedrich Großhans über das „Finale“. Beim letzten großen Arbeitseinsatz für den behindertengerechten Toilettenanbau mit begrüntem Dach stehe noch die Installation der Sanitärobjekte an, sagt Großhans, der bei der Sanierung der Kirche aus dem 19. Jahrhundert nach eigenen Angaben an vielen Projekten beteiligt gewesen ist.
Für den Toilettenanbau hatte er die Idee, eine Garage in Fertigbauweise umzufunktionieren, um die Kosten so gering wie möglich zu halten. Walter Scharfenberger und Udo Scheid setzten die Pläne mit ihrem Helferteam um. Nach der Gründung des gemeinnützigen Kirchbauvereins im Jahr 2012 ging es zügig daran, die denkmalgeschützte Kirche zukunftsfähig zu gestalten. Der Verein hatte das Ziel, über Spendenaktionen und Arbeitseinsätze die anfallenden Kosten für die Dachsanierung, die Neugestaltung des Innenraums mit neuer Heizung und Kirchenbänken sowie die neue Toiletten- und Außenanlage besser schultern zu können.
Die Kirchen sind klamm
Dass die finanzielle Lage der Kirchengemeinde wie auch die der bezuschussenden Landeskirche nach der Strukturreform der evangelischen Kirche sehr begrenzt geblieben war, beflügelte das Engagement der Helfer. „Konfessionen spielen keine Rolle bei der Zusammenarbeit in Duttweiler“, sagt Ute Hempel, stellvertretende Presbyteriumsvorsitzende der protestantischen Gemeinden Duttweiler, Altdorf, Böbingen und Venningen. Noch könne man nicht wie angedacht kulturelle Angebote zusätzlich zu den Gottesdiensten in der Kirche anbieten. Sie hoffe sehr, dass „Corona uns nicht wieder einholt“.
Noch keine Kulturangebote
Was bereits stattfinde und ausgebaut werden soll, seien Zusammenkünfte zum Sektumtrunk nach Taufen oder Trauungen im frisch angelegten Kirchengärtchen, schildert Großhans. Auch kleine Andachten oder ein Kirchencafé halte sie für eine gute Idee, bekräftigt Hempel. Presbyterinnen hätten Beete bepflanzt, die der Kirchbauverein finanziert habe. Für ein schmiedeeisernes Tor, Lampen, Türen und eine kleine Küche sei noch Geld vorhanden, so Hempel. Für die Sanierung des kleinen Flachdachs über der Sakristei werde noch eine Firma erwartet, erklärt Großhans.
Die Kirchengemeinde sei von großen Kosten verschont geblieben, denn der Kirchbauverein habe seit seiner Gründung rund 70.000 Euro in zahlreichen Benefiz-Aktionen zusammengetragen, so dass ein Kredit unnötig gewesen sei, erklärt Großhans. Sicher werde man den Einsatz des Vereins auch künftig immer mal wieder benötigen, wenn eine Reparatur anstehe. Doch die Hauptaufgabe, die zu seiner Gründung geführt habe, sei geschafft, erklärt der Vereinsvorsitzende Rainer Bergdolt.
In naher Zukunft solle sich der Vereinsvorstand verjüngen, wünscht er sich. Jüngere Vereinsmitglieder und Bürger hätten bereits Interesse signalisiert.