Neustadt Sandstein als Kopfkissen

Mit einem Trekkingplatz will die Urlaubsregion Hauenstein ihre Attraktivität für Wanderer und Outdoorfans erhöhen und sich weiter als Natursportregion qualifizieren. Laut Verbandsbürgermeister Werner Kölsch (parteilos) soll der Trekkingplatz am Dimbacher Buntsandsteinweg eingerichtet werden. Im Tourismusausschuss der Verbandsgemeinde war das Vorhaben überaus positiv aufgenommen worden. Der genaue Standort sei aber noch nicht abschließend bestimmt, so Sonja Spieß vom Tourist-Info-Zentrum. Sie könne sich eventuell auch einen Trekkingplatz am Hermersbergerhof vorstellen. In der Verbandsgemeinde Lambrecht ist man noch auf der Suche nach einem geeigneten Platz. Er könnte möglicherweise nördlich von Esthal, unterhalb des Mollenkopfs, liegen. Das berichtete Pia Neumann, die für Tourismus zuständige Mitarbeiterin der Verbandsgemeindeverwaltung. Die Einrichtung eines Trekking-Platzes sei neben dem Forst auch mit der Landespflegebehörde abzustimmen. Ein Trekkingplatz in der Verbandsgemeinde Lambrecht wäre laut Neumann ideal, um die Lücke zwischen denen auf der Kalmit und demnächst in Frankenstein zu schließen, „Wenn wir einen geeigneten Platz finden, sollten wir es machen“, meint Bürgermeister Manfred Kirr dazu. Zumal die Kosten dafür überschaubar sind. Man rechnet mit einmaligen Kosten von rund 3000 Euro für den Platz und die zugehörige Technik. Ein „Kümmerer“ der nachschaut , ob auf dem Platz alles in Ordnung ist, bekommt etwa 400 Euro im Jahr. Von den Einnahmen, die mit den Gebühren (zehn Euro pro Zelt) erzielt werden, gehen 25 Prozent an den Vermarkter, den Verein Südliche Weinstraße. Selbst bei dem Trekkingplatz, der unter den zwölf bisher bestehenden in der Pfalz am geringsten besucht war, blieben im Jahr 2016 immerhin 1765 Euro Gewinn übrig. Ein Trekkingplatz bietet Wanderern eine schlicht eingerichtete Übernachtungsmöglichkeit in freier Natur. Er verfügt über eine Feuerstelle, Sitzgelegenheiten, eine Trockentoilette und sechs Zeltplätze, wobei an kleinere Zelte für zwei bis drei Personen gedacht ist. Maximal 18 Personen sollen auf dem Areal übernachten können, wobei dort grundsätzlich nur eine Nacht verbracht werden darf. Die Nutzer zahlen zehn Euro pro Nacht und Zelt, unabhängig, wie viele Personen darin schlafen. Die Größe des Platzes soll sich auf einen Radius von nicht mehr als 50 Metern um die Feuerstelle beschränken. Der Standort dürfe nicht direkt an einem Wanderweg liegen, sondern müsse mindestens 20 Meter davon entfernt und hinter einem natürlichen Sichtschutz gelegen sein. Die Anreise mit dem Auto zum Platz ist nicht gestattet. „Wichtig ist es, dass kein Zeltplatz im herkömmlichen Sinn entstehen soll, sondern eine einfache Übernachtungsmöglichkeit für Wanderer und Outdoorfans, die auf unseren Wanderwegen unterwegs sind“, merkte Spieß an. „Wildes Zelten“ ist auch dort nicht erlaubt: Wer einen Trekkingplatz nutzen will, muss sich über das Portal www.trekking-pfalz.de anmelden und erhält dann eine Buchungsbestätigung sowie die Wegbeschreibung zum Platz und dessen Koordinaten. Auf der Übersichtskarte sind die Plätze nur ungefähr verortet. Auch vor Ort sind sie nicht beschildert. Die Saison ist vom 1. April bis zum 1. November. Nur dann darf dort gezeltet werden. In der Urlaubsregion Hauenstein geht man davon aus, dass die Einrichtung eines Trekkingplatzes „zur Steigerung der touristischen Aktivität beiträgt“, wie es Spieß ausdrückt: „Der Gast sucht das Besondere. Und dazu zählt auch das besonders enge Erleben der Natur.“