Wasserball RHEINPFALZ Plus Artikel Saisonauftakt des SC Neustadt: Pokalspiel im Stadionbad

Ege Engin (hier 2021 im Neustadter U18-Team) ist einer von drei Nachwuchsspielern, die ins Männerteam wechseln mussten.
Ege Engin (hier 2021 im Neustadter U18-Team) ist einer von drei Nachwuchsspielern, die ins Männerteam wechseln mussten.

Der SC Neustadt startet mit einem Pokalspiel in die Saison. Auch der U16-Nachwuchs geht ins Wasser, absolviert gleich drei Partien. Während das eine Team mit einem Erfolg rechnet, will das andere aus Niederlagen lernen.

Der Saisonauftakt im Stadionbad ist für die Wasserballer des SC Neustadt wie so oft ein Pokalspiel des Deutschen Schwimmverbandes: In der ersten Runde sind die Zweitligisten noch unter sich, die Bundesliga-Teams steigen erst in Runde zwei ein. Der SCN trifft am Samstag um 18 Uhr auf den HSC Hellas Hildesheim, der die vergangene Saison auf Platz vier der Zweiten Liga Nord abgeschlossen hat.

SCN-Coach Thorsten Preuß sieht sein Team als klaren Favoriten an. Auch wenn der SCN als Meister der Zweiten Liga Süd auf den Aufstieg in die Bundesliga verzichtet hat, hat Preuß auch für die kommende Saison Pläne. „Mindestens einen Platz unter den besten Drei der Liga Süd“ peilt er an. Und die zweite Pokalrunde.

Training am Wochenende

„Wir haben sehr gut trainiert. Wir sind fit, es fehlt nach der Sommerpause nur die Spielpraxis“, sagt Preuß. Am vergangenen Wochenende hatte er zu einem „Trainingsblock“ mit fünf Einheiten von Freitag bis Sonntag gebeten. „Schwimmen, Kondition, taktische Einheiten standen auf dem Plan“, berichtet er. Das Team, das bereits im vergangenen Jahr einige Nachwuchskräfte aus der erfolgreichen U18 aufgenommen hat, wird auch in dieser neuen Runde mit Eigengewächsen ergänzt. Preuß ist gespannt, wie sich Marius Schuler, Alex Chaloupka und Ege Engin, alle drei aus der U18 altersmäßig „herausgewachsen“, präsentieren werden, wenn es gegen gestandene Männer im Becken zur Sache geht. „Sie müssen zeigen, dass sie ins Team gehören, sie müssen sich beweisen, kämpfen und nicht wie das Kaninchen vor der Schlange verharren, wenn sie auf die Gegner treffen. Sie müssen mit dem Konkurrenzdruck im Kader umgehen“, sagt der Trainer.

U16-Spieler im Zweitliga-Team

Der SC Neustadt plant sogar, für die Zweitliga-Saison Spieler aus der U16 im Männerteam aufzubieten. Allerdings sind die dafür vorgesehenen U16-Spieler, Torhüter Joona Vagts sowie Angreifer Flynn Laux, an diesem Wochenende in der Zwischenrunde der U16 im Einsatz. Gesetzt im Team wäre auch Matteo Ananias, aber der junge Allrounder spielt für ein halbes Jahr in der U16 des SV Cannstatt. Spätestens ab Januar sollen aber die jungen Wilden in der Zweiten Liga zum Einsatz kommen.

Weil Joona Vagts nicht zur Verfügung steht, geht der langjährige Stammkeeper Hendrik Hummel zwischen die Pfosten. Er hat jedoch signalisiert, dass er aus beruflichen Gründen kürzertreten muss. Preuß: „Auch wenn er jetzt nicht so oft trainiert hat, seine Routine wird uns helfen.“

Hoffen auf viele Konter

Zum Auftakt im „Moby Dick“ im Pokalwettbewerb will Preuß den Zuschauern vor allem „ein schönes, attraktives Spiel mit schönen Kontern“ bieten.

Wenn die Mannschaft das Ziel erreicht, dann wird die Entscheidung bereits in der regulären Spielzeit von viermal acht Minuten fallen. Preuß: „Stände es danach Unentschieden, würde gleich ein Fünfmeterschießen folgen.“ Nun, er verzichtet gerne auf diesen Nervenkitzel.

SC Neustadt in U16-Zwischenrunde

Nach Platz zwei im Vorrundenturnier vor zwei Wochen in Berlin dürfen die Wasserballjungs der U16-Mannschaft des SC Neustadt im Zwischenrundenturnier um die deutsche U16-Meisterschaft gegen drei „schwere Brocken“ um den Einzug in die Finalrunde kämpfen.

Der Neustadter Jugendtrainer Peter Jacqué spricht mit großem Respekt von den Gegnern: „Hannover und Potsdam profitieren an den beiden Olympiastützpunkten und den angeschlossenen Schulen von dem Zuzug der stärksten Jugendspieler. Sie trainieren achtmal im Wasser plus zweimal Krafttraining.“ Neustadt treffe auf viele Nationalspieler und körperlich sehr starke Gegner, erklärt er.

Turnier ein wichtiger Schritt

Sein Team trainiert viermal in der Woche. Es absolvierte mit den Männern und der U18-Mannschaft ein Trainingswochenende Anfang Oktober. Doch Jacqué betont, er mache sich keine Illusionen: Seine Jungs spielten jetzt gegen die Besten aus dem gesamten Land. Das Turnier sei aber ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung der jungen Spieler.

Selbst Gegner Nürnberg wird von Jacqué hoch eingeschätzt. Nürnberg hat das Vorrundenturnier in Hamm gewonnen und dort ebenfalls Gastgeber Hamm geschlagen. So fährt der SCN nach Potsdam zur „Standortbestimmung“ und auch „um Lehrgeld zu zahlen“ und „aus Niederlagen zu lernen und zu wachsen“. Jacqué setzt darauf, dass seine Spieler diese Erfahrungen in die kommende U18-Bundesliga-Runde mitnehmen, wenn sie altersmäßig in die nächste Altersstufe wechseln.

Dass der stärkste U16-Spieler des SCN, Matteo Ananias, für dieses Halbjahr zum SV Cannstatt gewechselt ist, sollte für diese Zwischenrunde ebenfalls im SCN kein Thema mehr sein. Denn Ananias kann schließlich nicht alle Positionen im siebenköpfigen Team übernehmen und darf daher auch nicht unbedingt als der nicht vorhandene Retter zum Weiterkommen in die Endrunde hochstilisiert werden. Aber immerhin steht der junge Neustadter mit Cannstatt in der zweiten Zwischenrunde und hat dort beste Chancen, mit seinem Cannstatter Team in die Finalrunde um die U16-Meisterschaft vorzudringen.

Zeitplan

Samstag, 13.30 Uhr: Hannover – SCN; 15 Uhr: Potsdam – Nürnberg, 18.30 Uhr: Hannover – Nürnberg; 20 Uhr: Potsdam – SCN; Sonntag, 10.45 Uhr: SCN – Nürnberg; 12.30 Uhr: Potsdam – Hannover. kle

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