Neustadt Runder Hüttengeburtstag

Die Herzen von Inhaber Uli Knecht (rechts) und Vater Egon hängen an der Wallberghütte.
Die Herzen von Inhaber Uli Knecht (rechts) und Vater Egon hängen an der Wallberghütte.

Die Wallberghütte am Turnerehrenmal gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen in der Pfalz. Die heutige Inhaberfamilie Knecht feiert dieses Jahr 50. Hüttengeburtstag. Ein Ende ist trotz der immer schwieriger werdenden Bedingungen nicht abzusehen. Im Gegenteil: Uli Knecht möchte die Renovierung der knapp 180 Sitzplätze fassende Hütte vorantreiben. 2013 wurde die Abwasserleitung von der Hütte zum örtlichen Kanalnetz mit einer Länge von 1200 Metern angeschlossen. Nachdem nun der erste Bauabschnitt mit dem Ausbau des Nebenzimmers und der Erneuerung der Toilettenanlage bereits vollzogen ist, will Knecht die Renovierung der Haupthütte in Angriff nehmen. Mit der erneuerten Toilette hat er scheinbar einen Nerv getroffen: Inzwischen sprächen die Gäste sogar von der schönsten Toilette im Pfälzerwald. „Die Naturverbundenheit wollen wir bewahren, deshalb werden wir auch im zweiten Bauabschnitt alte Hölzer verwenden, die aus dem Abbau von über 200 Jahre alten Bauernhäusern aus Österreich stammen“, sagt Knecht. Die Bauvoranfrage hat der Deidesheimer Stadtrat bereits einstimmig gebilligt, und mit der Baugenehmigung rechnet Knecht alsbald. Auf eine zeitweilige Schließung der Hütte während des zweiten Bauabschnitts will Knecht verzichten. „Was wir machen, wird sicherlich auch unsere Gäste begeistern“, ist Knecht überzeugt. Die Knechts – sowohl Uli Knecht als auch seine Eltern – haben in den vergangenen Jahrzehnten ein Kleinod geschaffen, das sie immer wieder erneuert haben. Und das alles auf die Initiative von Heinrich Haas hin, dem früheren Vorsitzenden der Turn- und Sportgemeinde (TSG) Deidesheim. Er hatte 1967 die Idee, die Eheleute Elenore und Egon Knecht anzusprechen, ob sie nicht Lust und Zeit hätten, die Walberghütte als Pächter zu übernehmen. Denn die Hütte der TSG Deidesheim stand zu diesem Zeitpunkt ohne Wirt da. Die Knechts zögerten zunächst, aber dann nahmen sie das Angebot an und übernahmen die Hütte im Januar 1968. Alle Kinder in der Großfamilie packten mit an. Und so wurde die Wallberghütte wegen ihres familiären Charakters und seiner deftigen pfälzischen Speisen zu einem Treffpunkt für Gäste aus Nah und Fern. Wöchentliche Schlachtfeste waren angesagt, die Hausmacher Wurst war der Renner. Genau 30 Jahre führten Elenore und Egon Knecht als Pächter die Hütte, ehe sie diese im Oktober 1998 ihrem Sohn UIi übergaben, der sie 2015 kaufte. Kurz danach zog sich seine Mutter Eleonore aus gesundheitlichen Gründen zurück. Jedes Jahr hatte sie Waisenkinder auf den Wallberg eingeladen und diese verköstigt. Das einstige Nebenzimmer mit 60 Plätzen hatte ihr Mann Egon, der im kommenden Jahr 90 Jahre alt wird, damals als Maurer selbst mit ihren Kindern erbaut. Ihr Herz hängt bis heute an der Wallberghütte. Dabei waren die Bedingungen oberhalb von Deidesheim nicht immer einfach. Bis 1978 musste sogar wöchentlich das Trinkwasser nach oben transportiert worden. Erst dann wurden Leitungen für Wasser, Strom und Telefon gelegt. Auch heute sind die Zeiten nicht einfach, die Hütten haben mit immer weniger Besuchern und Personal zu kämpfen. Knecht hält trotz allem an seiner Vision fest, den Hüttencharakter zu bewahren, wofür er nach eigenen Angaben viel Zuspruch von seinen Gästen bekommt. „Uns war es immer wichtig, dass wir die Hütte entsprechend dem Tourismus in Deidesheim anpassen“, sagt Knecht. Inspiration hat er sich über viele Jahre hinweg in Berghütten im Allgäu und in Österreich geholt, um eine solche auch auf dem Wallberg zu errichten. Inzwischen hat er auch seinen Sohn Kevin an der Seite. „Unserer Linie bleiben wir auch im 50. Jahr treu, selbst wenn wir mit der Hütte einem gesellschaftlichen Wandel unterliegen“, sagt Knecht. Auf eine Jubiläumsfeier wurde verzichtet. Das dadurch gesparte Geld soll gespendet werden: Es ist angedacht, es dem Deidesheimer Schwimmbad für eine Wasserrutsche im Kinderbecken zu geben. Öffnungszeiten Die Hütte ist am Wochenende sowie an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

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