Neustadt Royales Flair am Hetzelplatz
Da staunten die Passanten, die am Sonntagvormittag am Hetzelplatz vorbeikamen: Mit Krönchen und im Abendkleid, geschmückt mit Hüten und royalen Insignien schritten mehr als hundert gekrönte Häupter in den Spiegelpalast zum Hoheitentreffen. Von der Kastanienprinzessin (Trifels) bis zur Gurkenprinzessin (Biblis) reichte die Liste der Gäste, die anschließend beim Festumzug mitliefen.
Man fühlte sich ein bisschen an die Fernsehbilder von royalen Hochzeiten erinnert: Ein Kleid pompöser als das andere, glitzernder Schmuck und in der Sonne blinkende Kronen, die Männer mit raumgreifenden Hüten. Man kennt und begrüßt sich in der royalen Szene, trinkt ein Glas Sekt zusammen und stellt sich dem Hoffotografen. Auch der Spiegelpalast „Bon Vivant“ bot eine durchaus würdige Kulisse für das Treffen der Hoheiten, zum dem der Verein Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar zum vierten Mal eingeladen hatte. Mit Hoheiten kenne man sich aus in Neustadt, meinte Oberbürgermeister Marc Weigel in seiner Begrüßungsrede, schließlich beheimate man nicht nur acht Weinprinzessinnen sowie einen Bacchus und einen Herzog, sondern stelle auch die aktuelle Pfälzische Weinkönigin. Das Hoheitentreffen sei jedoch eine Premiere für die Stadt und ein würdevoller Höhepunkt des Weinlesefestes. „Die Leute werden sich tierisch freuen“, prophezeite Weigel den Teilnehmern des Festumzugs. Man wolle die Metropolregion zur attraktivsten und wirtschaftlich stärksten Region machen, erklärte der Vorsitzende Michael Heinz die ehrgeizigen Ziele des Vereins. „Sie als Hoheiten verkörpern das Brauchtum der Region und sind unsere Botschafter der Heimat. Und ich freue mich, lauter attraktive und fröhliche Botschafter zu sehen“, so Heinz. Für viele der angereisten „Royals“ war der Termin in Neustadt ebenfalls ein echter Höhepunkt. Die Faschingsprinzessin aus Altlußheim, mit offiziellem Titel Jubiläumsluxina Lara I. von der närrischen Rechtsprechung, war schon seit halb sieben auf den Beinen, um die kunstvolle Festfrisur richten zu lassen. „Endlich kann ich mal bei Sonne und angenehmen Temperaturen an einem Umzug teilnehmen“, sagte sie lachend – angesichts ihres schulterfreien Kleides konnte man ihre Freude gut nachvollziehen. „Normalerweise werden wir bei Umzügen im Cabrio gefahren, aber ich habe schon Übung darin, in dem langen Kleid zu laufen.“ Ein bisschen Wehmut schwang bei ihrer Amtskollegin, der Stadtprinzessin Jana I. aus Viernheim mit, denn das Hoheitentreffen ist zugleich einer der letzten Termine ihrer Amtszeit, die im November endet. Bei den jüngsten Prinzen dagegen überwog die Vorfreude: „Ich bin gern hergekommen, weil ich dann endlich wieder Prinz sein kann“, sagte der 11-jährige Eric vom Kinderprinzenpaar der Heidelberger Schlossnarren. Während für die Faschingsmajestäten die Amtszeit bald vorüber ist, hat sie für die meisten Weinhoheiten erst begonnen. So auch für die Pfälzische Weinkönigin Meike Klohr, die sich erstmals ihren Kolleginnen und Kollegen vorstellen konnte. Lokalseite 3