Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Rothschild und Fürst: Zuwachs für Neustadts Weg der Weinlegenden

Sebastian Fürst enthüllt „seine“ Bronzeplatte.
Sebastian Fürst enthüllt »seine« Bronzeplatte.

Filmfans pilgern zum „Walk of Fame“ nach Hollywood, Weinliebhaber sollen nach Neustadt kommen und den Weg der Weinlegenden bestaunen. Am Dienstag wurden die Bronzeplatten Nummer 15 und 16 enthüllt. Dabei spielte auch ein ehemaliger US-Präsident eine Rolle.

Winzer müssen das Wetter nehmen, wie es ist. Daher zögerten Eric Kohler, Direktor des Weinguts Château Lafite Rothschild (Bordeaux), und Sebastian Fürst vom Weingut Rudolf Fürst (Franken) am späten Dienstagvormittag trotz einiger Sturmböen und Dauerregens nicht und enthüllten stolz und mit einem kräftigen Ruck an den Abdecktüchern ihre vom Bildhauer Bernhard Mathäss gestalteten Plaketten auf dem Weg der Weinlegenden.

Deutlich gemütlicher und stimmungsvoller war es in der Stunde vor der Enthüllung beim Festakt im Casimirianum. Bürgermeister Stefan Ulrich dankte den Verantwortlichen des Meininger-Verlags für ihr Engagement beim Weg der Weinlegenden. Ziel sei, dass dieser komplett vom Saalbau bis zum Marktplatz führt. Der Auftakt für den Weg der Weinlegenden war im Jahr 2016, am Dienstag kamen die Plaketten Nummer 15 und 16 hinzu – zu finden sind sie in der Friedrichstraße direkt vor dem Café Storchenturm.

Ulrich betonte, dass dank der Meininger-Initiative Weingüter in Neustadt verewigt seien, deren „Strahlkraft weit über Deutschland und Europa reicht“. Legendenstatus hätten auch die beiden aktuellen Preisträger. Das Weingut Fürst in Unterfranken gebe es seit 1638 und sei schon zweimal bei der Winzer-des-Jahres-Kür ausgezeichnet worden. Die Geschichte des Weinguts Château Lafite Rothschild reiche sogar bis ins Jahr 1234 zurück. Wie hochkarätig dessen Produkte seien, erkenne man an einer Anekdote von Thomas Jefferson, US-Präsident Anfang des 19. Jahrhunderts. „Er sagte, dass ein Wein vom Weingut Château Lafite Rothschild der beste war, den er je getrunken hatte“, so Ulrich. „Wir freuen uns sehr, dass der Weg der Weinlegenden jedes Jahr weitergeführt wird“, betonte Neustadts Bürgermeister.

International führende Weingüter

Verlagschef Christoph Meininger, der mit dem Weg der Weinlegenden bewusst die Idee des „Hall of Fame“ in Hollywood aufgreifen wollte, verwies auf die „tollen Weingüter“ und vor allem auf die „Menschen dahinter“. Das sah die Pfälzische Weinkönigin Denise Stripf ähnlich, die vor allem die große Leidenschaft der Winzer für ihre Arbeit unterstrich. Die Geehrten – Eric Kohler und Sebastian Fürst – freuten sich sehr über die Auszeichnung. Was ihre Arbeit und Weingüter ausmacht, erläuterten Christoph Nicklas und Sascha Speicher, die Laudatoren vom Meininger-Verlag. Das Weingut Fürst setze auf seiner 21 Hektar großen Anbaufläche zu 60 Prozent auf Spätburgunder. Die Familie Fürst habe Pionierarbeit geleistet und sei der „allererste Name, wenn es um deutsche Spätburgunder geht“. Fürst zähle zur „exklusiven Gruppe von deutschen Winzern, die Weltruf genießen“, betonte Nicklas. Speicher unterstrich, dass das Weingut Château Lafite Rothschild „eines der international führenden Weingüter“ sei. Unter der Regie von Kohler strahle sein Stern „heller denn je“.

Info

Wer selbst einen Eindruck von den Weinlegenden bekommen möchte, kann am Samstag ab 16 Uhr an der Führung „Weg der Weinlegenden“ teilnehmen. Nach einer Gästeführung werden sechs Weine und ein Sekt von Weingütern präsentiert, die schon Teil des Wegs der Weinlegenden in Neustadt sind. Karten gibt es bei der Tourist-Information am Hetzelplatz oder unter www.neustadt.eu. Die Veranstaltung dauert rund drei Stunden, die Teilnahme kostet 99 Euro.

Andrea Meininger-Apfel, Eric Kohler, Christoph Meininger und Stefan Ulrich ließen sich vom Regen die gute Laune nicht verderben.
Andrea Meininger-Apfel, Eric Kohler, Christoph Meininger und Stefan Ulrich ließen sich vom Regen die gute Laune nicht verderben.
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