Neustadt Robin Hood mit 60 Schülern

Kampfszene: Robin Hood (Jan Peter Konopinsky) gegen den Guy of Gisbourne (Daniel Giel).
Kampfszene: Robin Hood (Jan Peter Konopinsky) gegen den Guy of Gisbourne (Daniel Giel).

Einen spannenden Abend mit Abenteuern, bunten Kostümen und überraschenden Wendungen verspricht die Aufführung der Theater-AG des Kurfürst-Ruprecht-Gymnasiums. Mit 60 jungen Schauspielern aller Jahrgangsstufen, zwischen elf und 19 Jahren, führt sie unter der Leitung von Sandra Eder die Legende von „Robin Hood“ auf.

„Ich wollte ein Stück inszenieren, bei dem alle 60 Mitglieder der Theater-AG mitspielen können“, sagt Sandra Eder, Schülerin der zwölften Jahrgangsstufe, „etwas mit Action, das die Zuschauer mitreißt.“ „Robin Hood“ erschien ihr dafür ideal. Geprobt wird seit Oktober, jetzt geht es um den letzten Schliff. Zwei Wochen vor der ersten Aufführung muss die Regisseurin nur noch ganz selten eingreifen. Sie schaut zu, macht sich Notizen und geht erst anschließend eventuelle Verbesserungsvorschläge durch. So auch bei „Szene drei“. Much (Jonathan Skorpil), Müllerssohn und bester Freund Robin Hoods, ist beim Wildern erwischt worden. So nett und pfiffig wirkt er, dass der Zuschauer ihm einen solchen Frevel kaum zutrauen mag. Wohl aber die Obrigkeit in der Person des Guy of Gisbourne, dem in dieser Probe Daniel Giel sehr überzeugend den Charakter eines hinterhältigen Fieslings verleiht. Robin Hood (Jan Peter Kolopinsky) kann Much gerade noch zu Hilfe eilen, und zwischen dem Vertreter der Krone und ihm kommt es zum Zweikampf. Mit Stöcken bekriegen sich die Kontrahenten, während im Hintergrund Much zur Verteidigung des Freundes den Bogen spannt, die Soldaten des Königs zu den Lanzen greifen. Robin, der Sieger, schenkt seinem Gegner das Leben. Doch Ruhe findet er nicht; Little John (Moritz Baron), der Anführer der Räuberbande, zu der auch Much gehört, geht auf ihn los, denn er erkennt ihn nicht. „Man muss heutzutage aufpassen“, rechtfertigt er seine Angriffslust später und macht Robin Hood zum Anführer „Merry Men“. Er selbst sei zwar groß und stark, „aber kein Anführer“. Und das kann auch Much bestätigen: „Ja, du bist ein ganz Lieber“. Bevor Rührung aufkommen kann, erschallt ein lauter Ruf und lockt die Bande der Geächteten aus ihrem Versteck im Sherwood Forest. Der Jubel beim Anblick Robin Hoods ist groß. Sandra Eder räuspert sich. „Jetzt deine Rede Robin“, erinnert sie. „Ach ja, die Rede.“ Robin Hood erzählt historische Hintergründe der Auseinandersetzung zwischen den Angelsachsen und den Besatzern ihres Landes, den Normannen. Den Abschluss bildet ein Eid der Bedrängten, für ihre Freiheit zu kämpfen. Nur kurz angedeutet wird in der Probe das zarte Anbandeln zwischen Robin Hood und Lady Marian, dann ruft die Regisseurin schon: „Wir machen weiter mit der Szene mit den Soldaten. Da könnt ihr ein bisschen rumschreien.“ Die Szene schildert den Überfall der Soldaten auf das Dorf des Müllers, denn sie vermuten, dass Much sich dort versteckt hält. Und die Soldaten gehen noch weiter: Sie bringen Lady Marian (die Rolle teilen sich Lisa Sandig und Clara Dünkler) und deren Vater in ihre Gewalt. Ihr Ende scheint besiegelt. Schon holt der Henker zum Schlag aus. Was dann passiert, können die Zuschauer bei vier Aufführungen selbst miterleben. Ebenso die beeindruckende Schlussszene, bei der die 60 Mitspielenden noch einmal auf die Bühne ziehen und dem rechtmäßigen König Richard (Konstantin König), an diesem Tag noch etwas unköniglich in Shorts und Sweatshirt, ein heiliges Versprechen abgeben. Die Aufführungen 2., 3., 9., 10. Juni, 19 Uhr, Sport- und Kulturhalle des KRG. Eintritt frei.

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