Neustadt Rettung auf Knopfdruck

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Wer einen Schlaganfall erleidet, kann im Zweifel nicht mal mehr die 112 wählen. Doch ein Knopfdruck könnte noch funktionieren. Der Hausnotruf wird bei älteren Menschen immer beliebter. Das ist nur eine von mehreren Entwicklungen beim Deutschen Roten Kreuz (DRK), die bei der Kreisversammlung am Mittwochabend zur Sprache kamen.

Der Hausnotruf wird per Knopfdruck mit einer Armbanduhr oder einer Kette am Hals ausgelöst. Über Lautsprecher nimmt die Rettungsleitstelle sofort Kontakt mit der Person auf, ohne dass ein Telefon nötig ist. Antwortet niemand, wird sofort ein Rettungswagen geschickt. Die Sanitäter haben auch den Schlüssel zur Wohnung des Patienten und können deshalb im Notfall schnell helfen. „Wir haben so schon oft Menschenleben gerettet“, sagt Bernd Fischer, Kreisgeschäftsführer des DRK, im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Es kommt oft vor, dass Leute stürzen oder einen Schlaganfall bekommen.“ Gerade bei älteren oder gebrechlichen Menschen werde die Möglichkeit des Hausnotrufs deshalb immer beliebter. Die Zahlen des Geschäftsberichts von 2011 bis 2015 belegen: Inzwischen haben fast 1000 Menschen das Gerät zu Hause – doppelt so viele wie vor fünf Jahren. Der Dienst sei zu einem der wichtigsten finanziellen Standbeine für den Kreisverband geworden, sagt Fischer. Krankenkassen zahlen für den Service aber nur einen Zuschuss, einen Eigenanteil muss der Kunde tragen. Auf der Kreisversammlung wurde über eine Satzungsänderung abgestimmt – einstimmig angenommen – und der gesamte Vorstand wiedergewählt, ebenfalls einstimmig. Unter anderem wurden Landrätin Theresia Riedmaier als Kreisvorsitzende und Verbandsbürgermeister Karl Schäfer aus Maikammer als stellvertretender Kreisvorsitzender wiedergewählt. Der Geschäftsbericht wurde ebenfalls besprochen. Ein Thema war die Sanierung vorhandener Rettungswachen. „Einige Wachen sind sehr alt und entsprechen nicht mehr den modernen Standards, zum Beispiel bei der Hygiene“, sagt Fischer. Herxheim und Landau gelten als sanierungsbedürftig. Laut Landesrettungsgesetz müssen Städte und Landkreise 75 Prozent der Kosten tragen. Je nach Haushaltslage könne das Projekt also länger dauern, meint Fischer. Die Anzahl der gefahrenen Einsätze ist in den vergangenen Jahren gestiegen: von etwa 71.000 (2011) auf fast 80.000 im Jahr 2015. Eine andere Zahl schrumpfte hingegen beständig: Spendeten 2011 noch fast 10.000 Menschen im Kreis Blut, waren es 2015 ein Viertel weniger – also 7500. Viele ältere Leute hören aus Altersgründen auf, sagt Fischer, aber es kämen nicht genug junge nach. Einige ließen sich die Spende im Krankenhaus lieber bezahlen, statt zum DRK zu gehen, wo es als Dank Essen und Trinken gibt. Eigenblutspenden seien auch immer populärer – hier wird nur für den Eigenbedarf, vor einer Operation etwa, gespendet. In Zukunft will sich der Kreisverband in der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe etablieren. Der Vorstand Kreisvorsitzende: Landrätin Theresia Riedmaier; Stellvertretender Kreisvorsitzender: Maikammers Verbandsbürgermeister Karl Schäfer; Schatzmeister: Walter Schmitt aus Spirkelbach; Kreisverbandsarzt: Carsten Röttger aus Lustadt; Leiterin Sozialarbeit: Claudia Fürst aus Offenbach; Justiziar: Joachim George aus Landau.

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