Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Reisebüros nach dem Lockdown: Mit Hindernissen in den Süden

Helga Reiß muss momentan viele Fragen zu Corona-Tests und Quarantäneregeln beantworten.
Helga Reiß muss momentan viele Fragen zu Corona-Tests und Quarantäneregeln beantworten.

Die Tourismusbranche wurde von der Pandemie hart getroffen. Seit März sind auch in Neustadt die Reisebüros wieder geöffnet. Sie verzeichnen kurz vor Pfingsten eine steigende Nachfrage – allerdings nicht vergleichbar mit der Zeit vor Corona.

„Man merkt: Die Leute wollen weg“, sagt Daniela Diefenbach, Inhaberin des Reisebüros Flugbörse in Neustadt. „Wir sehen, dass es so langsam losgeht, aber die Nachfrage ist noch sehr verhalten.“ Meist seien es bereits geimpfte Menschen, die jetzt schon ihren Urlaub buchen, weil für sie weniger strenge Einreise- und Quarantänebestimmungen gelten.

An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

„Ich gehe davon aus, dass in diesem Jahr viel kurzfristig gebucht wird“, sagt Diefenbach. Viele ihrer Kunden hätten sich bereits beraten lassen, wollten mit der Buchung aber noch warten, bis absehbar ist, wie sich die Corona-Inzidenzen entwickeln. „Wir bekommen wieder vermehrt Nachfragen, viele buchen aber erst Reisen ab September“, sagt auch Helga Reiß, die das Reisebüro Reiß in Hambach leitet.

Mehr zum Thema

Pascal Bender
Neustadt

RHEINPFALZ Plus Artikel
Urlaub trotz Pandemie? Wie die Neustadter für den Sommer planen

Besonders gefragt seien Ziele in Spanien, wie die Kanarischen Inseln oder die Balearen, oder auch Portugal, Malta und Griechenland. Aber auch dort müssen Touristen Hygienevorschriften beachten: Auf Mallorca gilt zum Beispiel die Maskenpflicht in der Öffentlichkeit, auch an Stränden. „Viele sagen dann, das ist kein richtiger Urlaub“, sagt Reiß. Fernreisen würden dagegen fast gar nicht nachgefragt. Normalerweise beliebte Ziele wie Mauritius seien noch gar nicht für Touristen geöffnet, für andere wie etwa Thailand gelten Quarantänebestimmungen.

Wegen der unvorhersehbaren Lage können Reisende bei einigen Anbietern Flex-Optionen hinzubuchen, mit denen sich die Reise bis zu wenigen Wochen im Voraus stornieren lässt. Zum Teil werden auch Covid-Versicherungen angeboten, die im Fall, dass Touristen erkranken, beispielsweise die Kosten für das Quarantänehotel übernehmen. „Das wird sehr gut angenommen“, sagt Reiß.

Probleme mit der Notbremse

Aber auch innerhalb Deutschlands ist es schwer, jetzt schon verbindlich Urlaub zu buchen. „Da kommt es extrem auf die Inzidenzen vor Ort an“, sagt Diefenbach. Nach den Regelungen der Bundesnotbremse dürfen Hotels in Landkreisen mit einem Inzidenzwert von über 100 nur noch für Geschäftsreisende öffnen. Das sei auch für manche Fernreisende ein Problem, sagt Reiß: „Wenn man vor einem frühen Flug in einem Hotel am Flughafen übernachten will, geht das unter Umständen nicht.“

Und auch wenn für Geimpfte die Test- und Quarantänepflicht nach der Rückkehr aus Risikogebieten wegfällt, sind noch Fragen ungeklärt. So ist zum Beispiel noch offen, ob einige Zielländer auch Kreuzimpfungen – also zwei Impfungen mit verschiedenen Impfstoffen – akzeptieren. „Da warten wir noch auf die Rückmeldungen von den einzelnen Ländern“, sagt Diefenbach.

x