Neustadt Rampe würde Wirtschaftswege kappen

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Die Deidesheimer Winzer sehen mit dem geplanten kreuzungsfreien Anschluss der Landesstraße 527 an die Bundesstraße 271 zwischen Niederkirchen und Deidesheim Probleme bei der Bewirtschaftung der Weinberge auf sich zukommen. Ihre Alternativvorschläge sollen geprüft werden, verlangt auch der Stadtrat Deidesheim. Der hat sich am Dienstag mit der Planung befasst.

Wie am 1. Februar berichtet, plant der Landesbetrieb Mobilität (LBM) den kreuzungsfreien Anschluss, weil die Auffahrt zur B 271 an der Anschlussstelle Deidesheim/Niederkirchen eine Unfallhäufungsstelle ist. Als Grund dafür gilt oft zu hohe Geschwindigkeit. Um die Unfallgefahr zu bannen, soll über eine neue Verbindungsrampe die Abfahrt und Zufahrt über Ein- und Ausfädelspuren möglich werden, so dass der Verkehr auf der B 271 nicht mehr gekreuzt werden muss. Die Verbindung von der Landesstraße 527 zur B 217 soll östlich der B 271 (auf Niederkirchener Seite) und nördlich der Landesstraße 527 gebaut werden. Die Rampe wird nach Auskunft des LBM 264 Meter lang und führt durch Rebflächen. Es wird dafür eine Fläche von 5490 Quadratmetern, also knapp über einem halben Hektar, verbraucht. Franz Arnold (FWG) sagte, auch als Vertreter der Winzer, die Planung bringe „Nachteile für die Agrarstruktur“: Der Hauptwirtschaftsweg werde abgeschnitten, durchgängige Wege würden gekappt. Ein Wendeplatz fehle, so dass man mit der Rolle am Ende des Wirtschaftsweges nicht wenden könne. Die Winzer hätten nun Vorschläge gemacht, wie die Planung aus ihrer Sicht geändert werden könne und wollten deren Realisierbarkeit prüfen lassen. Vor allem könne ein vorhandener Wirtschaftsweg nördlich der L 527 in Richtung B 271 für den Bau der Rampe genutzt werden. Dann müsste ein Wirtschaftsweg neu daneben gebaut werden. Die Wege für die Winzer würden mit dieser Variante nicht abgeschnitten. Der Vorschlag der Winzer solle auch im Hinblick darauf geprüft werden, ob der Flächenverbrauch verringert werden könne, sagte Stadtbürgermeister Manfred Dörr (CDU). Den Flächenverbrauch hatte vor allem die Fraktion der Grünen zum Thema gemacht. Er sei „viel zu groß“. Sie fragten auch, warum es keinen Plan gebe, der einen Anschluss von der B 271 neu direkt an den neuen Kreisel am Ortseingang von Niederkirchen vorsehe. Denn mit der Einmündung der Verbindungsrampe zur L 527 schaffe man einen neuen Unfallschwerpunkt. Die Grünen schlugen ein Tempolimit mit Radarüberwachung im Umfeld der Ab- und Zufahrt Deidesheim auf der B 271 vor. Erst nach einer zweijährigen Testphase solle dann erneut beraten werden. Verbandsbürgermeister Theo Hoffmann (CDU) widersprach: Für einen kreuzungsfreien Ausbau werde es kaum Alternativen mit weniger Flächenverbrauch geben. Dieser wäre im Gegenteil höher, wenn man die Anbindung bis zum Kreisel bei Niederkirche verlängern würde. Und der geplante Anschluss an die L 527 sei so vorgesehen wie der bestehende an die Kreisstraße 10 bei Ruppertsberg. Dort gebe es aber keinen Unfallschwerpunkt. Den Vorschlag mit fest installierten Blitzgeräten hat auch die Bauern- und Winzerschaft aufgegriffen. Als Vorbild wurde im Rat an die Strecke von der Pfalz nach Karlsruhe erinnert, wo mehrere Geräte hintereinander Temposünder blitzen. Dass zu schnell gefahren werde, sei der schwierigste Punkt, sagte Achim Schulze (SPD). Mit dem Plan des LBM befasst sich am 11. Februar auch der Ortsgemeinderat Niederkirchen. (ff)

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