Neustadt Qualifikationen fallen flach
«Hassloch.» Bei den Block-Mehrkampfmeisterschaften der Leichtathleten in Haßloch, bei denen in den Jugendklassen U14 und U16 sowohl die Bezirksmeister als auch die Pfalzmeister ermittelt worden sind, machte die Zeitnahmetechnik ambitionierten Athleten, die auf der Jagd nach Qualifikationsergebnissen für die deutschen Meisterschaften waren, einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.
Der Zeitmess-Bus des Leichtathletikverbandes Pfalz (LVP), der für die elektronische Zeitnahme der verschiedenen Läufe eingesetzt werden sollte, war nicht vollständig bestückt. Wie die Kampfrichter-Crew erst vor Ort am Samstagvormittag feststellte, fehlte in dem Fahrzeug ein Laptop, mit dem das Programm ordnungsgemäß gestartet werden kann. „Wir setzten zwar einen anderen Laptop ein, aber da wir die Lizenz für das Programm dort nicht installiert hatten, funktionierte die elektronische Zeitnahme nicht“, erklärte Dieter Tisch (Zellertal), Vizepräsident Wettkampfwesen beim LVP. Für die Landesmeisterschaften in den Einzeldisziplinen am kommenden Wochenende in Bad Bergzabern muss nun also entweder der original Laptop gefunden oder aber die entsprechende Lizenz auf ein anderes Gerät aufgespielt werden. Die über 100 Teilnehmer konnten deshalb in Haßloch keine Normen für überregionale Meisterschaften erfüllen. Die Handmessung mit herkömmlichen Stoppuhren diente so lediglich verbandsintern beim LVP zur Ermittlung der Platzierungen. Da auch gleichzeitig drei Seniorenmannschaften am Start waren, um die Normen für die deutsche Teammeisterschaft zu knacken, wurden deren erzielte Leistungen ebenfalls nicht für Qualifikationen gewertet. „Wir bieten den Startern jetzt an, entweder am kommenden Wochenende in Bad Bergzabern in den entsprechenden Disziplinen anzutreten oder die Normen beim Seniorensportfest in Edenkoben im Juni in Angriff zu nehmen“, sagte Tisch. Für die elf jungen Athleten des TSV Schott Mainz und zwei Starter des LC Rehlingen, die außer Konkurrenz starteten, weil sie nicht zum Landesverband Pfalz gehören, wurde der Wettkampf so zu einem „Training“. „Wir wollten hier Normen erfüllen, jetzt machen wir den Wettkampf trotzdem zu Ende und sehen das Ganze als Trainingseinheit“, stellte Marcos Rodriguez, Trainer der Mainzer, bedauernd fest. Sein Athlet Sven Bogs war beispielsweise auf gutem Weg zu neuer Bestleistung. Seine 1,62 Meter im Hochsprung zählten zwar dann auch ganz regulär als neue Besthöhe, doch weil die Ergebnisse des Sprints und Hürdensprints nur inoffiziell gewertet werden konnten, blieb ihm so der endgültige Lohn versagt. Aus der Region nahmen nur wenige Athleten teil, obwohl die Teilnehmerzahl um rund 20 Sportler höher gelegen hat als 2016. Für den LC Haßloch war Moritz Märdian der einzige Teilnehmer. „Unsere anderen Athleten mussten verletzungsbedingt passen“, erklärte LCH-Trainer Holger Geiger diesen Umstand. Der zwölfjährige Märdian freute sich im Block Sprint/Sprung über eine neue Bestweite mit dem Speer auf 25,59 Meter. Mit dem Hürdensprint, einem von drei Elementen, die in jedem der zur Auswahl stehenden Blöcke Pflicht sind, sei es nicht so gut gelaufen, gab er zu. Statt flüssig über die Hürden zu „fliegen“, hat er die Hürden übersprungen. „Das liegt auch daran, dass ich einfach gerne springe“, erzählte der Schüler der Gesamtschule in Herxheim. Nach fünf Disziplinen landete er auf Platz zwei in der Pfalzwertung. Märdian spielt momentan noch Fußball in Hochstadt und trainiert nur einmal in der Woche Leichtathletik. „Aber ich werde mit Fußball aufhören und dann mehr Leichtathletik trainieren“, verrät er seine Pläne. Kurt Büttler, Trainer der TSG Haßloch, hatte mit Kim Vogt, Selina Zimmermann, Mario Osap und Franziska Sutter vier Athleten am Start. Bei Sutter, die bei den Bezirksmeisterschaften 1,65 Meter im Hochsprung gemeistert hatte, war diesmal bei 1,59 Metern Schluss. Die Latte hatte sie bei 1,62 Metern schon überquert, als diese dann doch noch fiel. „Franziska wollte heute zu viel. Ihre ganze Familie war da. Der Kopf war dann nicht so frei für die Höhe“, wusste Büttler den Grund. Sutter wurde im Block Sprint/Sprung schließlich Zweite in der Pfalzwertung in der Altersklasse (AK) W15. Gold (Pfalzwertung) gab es dagegen für Kim Vogt in der AK W13. Im gleichen Block, aber in der AK M14, holte Mannschaftskollege Osap den Titel. Sutters Teamkameradin Selina Zimmermann belegte im Block Lauf in der Altersklasse W12 ebenfalls Rang zwei in der Pfalzwertung. Im Wettkampfbüro sorgte Max Knöringer (Friedelsheim) zusammen mit Samuel Brandstetter (Haßloch) dafür, dass die Zeitverzögerungen aufgrund der ausgefallenen Zeitmessanlage noch im Rahmen blieben. „Das ist doch ein geringes Teilnehmerfeld, wir können es jetzt relativ entspannt bewältigen, nachdem sich alles eingespielt hat“, erklärte Max Knöringer.