Neustadt Proberunde per Würfel zusammengesetzt

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Durch die Bank gab es positive Stimmen. Die Besucher des Weinroulettes, einer besonderen Form der Weinprobe, waren begeistert. Sieben Winzer, die während des Maifests im Lavendelgarten ausschenken, haben das Roulette im Rassigakeller Maikammer veranstaltet. Nicht nur die 14 Weine kamen an, sondern auch das Bäumchen-wechsel-dich-Spiel.

Auf den längs aufgestellten Tischen stehen zwei Gläser, Brotkonfekt und Wasser. Die Stuhlreihen füllen sich. Die ehemalige Pfälzische Weinkönigin und Deutsche Weinprinzessin Anna Hochdörffer sowie die Maikammerer Weinprinzessin Patricia Schreieck nehmen auf der Bühne Platz: An diesem Abend, so meint die frühere Weinkönigin, solle sich nicht der Kopf, sondern der Gesprächspartner drehen. Eine kleine Erklärung folgt. Doch momentan sind die beiden Spätburgunder, die ausgeschenkt werden, wichtiger. Patricia weiß über beide einiges zu sagen. Riechen, schlürfen, genießen. Jetzt wird es ernst: Anna bittet den Würfelboy aus Las Vegas nach oben. Der Herbeigewinkte, er entpuppt sich als Ortsbürgermeister Karl Schäfer, nimmt den großen Schaumstoffwürfel und wirft eine Drei. Das heißt: Alles aufstehen, Gläser schnappen und mit Sack und Pack drei Plätze weiter rutschen. Herzlich wird das neue Gegenüber begrüßt, schnell ist jeder per Du. Kaum sind Merlot Spätlese und Cuvée MMXII im Glase und kompetent besprochen, fachsimpelt das Publikum. Nachbarn, die nicht so recht etwas mit sich anzufangen wissen, gibt Anna Hilfestellungen. Über die Lieblingssorten sprechen, einen Witz zum Besten geben oder den Ort nennen, an dem man am liebsten seinen Riesling trinkt. Einer ruft spontan „dehääm“. Perfekt erklärt Patricia den Unterschied zwischen einem Blanc de Noir und einem Rosé. „Nein, das wusste ich so nicht“, sagt ein Maikammerer, der gleich noch von seinen Bahnerlebnissen am selben Tag berichtet. Für Unterhaltung sorgen zwischendurch die Mademer Daachlöhner. Mit ihren Ohrwürmern, ihren Sprüchen – natürlich auch auf Kosten der „Mäkämmrer“ – kommen sie an. Der Lärmpegel steigt. Die frühere Weinkönigin, die stets Wissenswertes über Wein und Weinanbau berichtet, setzt sich durch. Alte Tropfen, eine Weißburgunder-Auslese und ein Ortega-Beerenauslese-Sekt aus den Geburtsjahrgängen der Weinhoheiten, 1988 und 1996, beenden die Probe. „Super Idee.“ Simone Rothermel, die wie die anderen „nicht wusste, was da auf mich zukommt“, ist angetan. Ähnlich äußern sich Ruth Ruprecht und Bettina Scherrer aus Großfischlingen, die von dem Roulette in der RHEINPFALZ gelesen haben. „Wir haben interessante Gespräche geführt, das war prima“, sagt Ruprecht.Ob die „fantastische Veranstaltung“, wie Klaus Humm kommentiert, nächstes Jahr wiederholt wird, vermag Michael Ziegler, einer der Winzer, nicht zu sagen. Wie die anderen, Gerhard Hauck, Peter Hollerith, Volker und Bernd Schreieck, Eva und Matthias Seyler, Matthias Stachel und Stefan Müller, betont er, dass die Sache zwar Spaß mache, der Aufwand aber am Tag vor dem Maifest nicht unerheblich sei. „Wir sind stolz und froh, dass es den Teilnehmern gefallen hat“, sagt Ziegler. (giw)

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