Neustadt Präventionskurs für Paartherapie

Zwischen den Fronten: Robert (Tim Poschmann) ist mit seiner neuen Frau Lola (Felicitas Hadzik, rechts) bei seiner Ex-Frau Hilde
Zwischen den Fronten: Robert (Tim Poschmann) ist mit seiner neuen Frau Lola (Felicitas Hadzik, rechts) bei seiner Ex-Frau Hilde (Patricia Kain) zum Essen eingeladen.

Hinter den Kulissen: Was tun zwei Frauen, um sich an einem untreuen Mann zu rächen? Eine mögliche Antwort auf diese Frage gibt das neue Stück des Boulevardtheaters Deidesheim „Gatte gegrillt“. Die Komödie von Debbie Isitt haben Regisseurin und Darsteller mit ein wenig Musik „aufgefrischt“.

Das Boulevardtheater Deidesheim eröffnet am 7. April auf ungewöhnliche Weise die Grillsaison. Statt eines saftigen Steaks wird der „Gatte gegrillt“. In der bitterbösen und amüsanten Komödie von Debbie Isitt findet sich Tim Poschmann als Macho Robert zwischen zwei Frauen wieder, die sich nur in einem einig sind: Mann muss für seinen fiesen Umgang mit Frauen bestraft werden.

'Männer sind Schweine"

Zu der Klavierversion des Ärzte-Hits „Männer sind Schweine“ öffnet sich langsam der Vorhang und gibt den Blick auf Hilde (Patricia Kain) frei, die an einem Tisch sitzt und Servietten faltet. „Des erschde Mol dran gedacht, meinen Mann zu koche, hab ich, als er mich verlasse hat“, sagt sie mit finsterem Blick. Bei jedem ihrer Worte wird die zu faltende Serviette etwas stärker in die Mangel genommen. Sie dient quasi als Ersatz für den treulosen Ex-Ehemann, an dem sich die Hausfrau nun rächen will. Und wie macht man das am besten? Frau lädt ihn und seine neue Gattin zum Abendessen ein. Dass das Essen bei der Ex ausgerechnet an ihrem dritten Hochzeitstag ist, findet Lola (Felicitas Hadzik) gar nicht witzig. Stattdessen hätte Roberts junge, fesche Frau ihren Ehrentag lieber ohne die biedere Ex ihres Mannes verbracht. Dementsprechend krampfhaft gestaltet sich zunächst das Aufeinandertreffen des ungleichen Trios. Tim Poschmann versucht als Robert, es seinen beiden Frauen Recht zu machen und legt damit einen Eiertanz aufs Bühnenparkett. Immerhin haben beide ihre Vorzüge: Seine Ex Hilde kann vorzüglich kochen, seine Neue sieht sexy aus. „Am liebsten wäre ihm wohl eine Mischung aus beiden“, sinniert Poschmann in einer Probenpause. Für ihn sei es eine Herausforderung, so einen „egoistischen Dreckskerl“ zu spielen.

Wenn der Alltag die Ruder übernimmt

„Einige Besucher werden sich in dem Stück sicher erkennen. Es geht auch darum, was passiert, wenn der Alltag in einer Beziehung das Ruder übernimmt, und welche Gedanken man hat, wenn eine Beziehung zerbricht“, erklärt Felicitas Hadzik, die nicht nur als Sexbombe Lola auf der Bühne steht, sondern auch die Regie übernimmt. Um Roberts Geschichte darzustellen, wird es einige Zeitsprünge geben, die mithilfe einer Uhr sichtbar gemacht werden sollen. „Wir springen immer wieder in die Vergangenheit, um zu zeigen, wie Robert Lola kennengelernt hat und wie sie von seiner Geliebten zu seiner Frau wurde“, sagt Hadzik. Die Bühne wird daher in zwei Haushalte geteilt. Wenn das Geschehen bei Hilde im Haushalt spielt, leuchtet eine weiße Stehlampe, befindet man sich in Lolas Reich, wird eine rosa Stehlampe angeknipst. Außer einem Tisch und Stühlen soll das Bühnenbild sehr spartanisch sein, wie Hadzik erläutert. „Die Geschichte steht für sich, die bissigen Dialoge benötigen keine große Inszenierung“, erklärt sie.

Mundart und Lieder sollen Leichtigkeit verleihen

Um dem Stück etwas mehr Leichtigkeit zu geben, wurde der Text nicht nur in Mundart gepackt, sondern auch um einige Lieder ergänzt. Diese werden von den beiden ausgebildeten Musicaldarstellerinnen, die dem Deidesheimer Publikum bereits aus „Heiße Zeiten“ bekannt sein dürften, interpretiert. „Wir haben das Stück etwas aufgefrischt und auch einige Witze reingebracht“, meint Hadzik, und Poschmann ergänzt: „Aber an seinem bitterbösen, schwarzen Humor hat es nichts verloren.“ Jede Menge Gelegenheiten zum Lachen wird es laut Poschmann daher natürlich auch geben. Und das nicht nur wegen seines ungewohnten Erscheinungsbildes. Mit einer dunklen Lockenpracht ausgestattet, ähnelt seine Figur Robert optisch ihrem großen Idol Wolfgang Petry. Kein Wunder, dass auch dessen größter Hit „Wahnsinn“ in diesem wahnsinnigen Beziehungschaos nicht fehlen darf. „Das Stück kann als Präventionskurs dienen, der eine Paartherapie unnötig macht“, wirbt Poschmann mit einem schelmischen Grinsen für „Gatte gegrillt“.

Termin

Die Premiere von „Gatte gegrillt“ ist am Samstag, 7. April, um 20 Uhr im Boulevardtheater Deidesheim. Karten gibt es unter E-Mail info@boulevard-deidesheim.de, über die Telefonhotline 0172 4008201 sowie im Internet auf www.boulevard-deidesheim.de. Weitere Aufführungen sind am 21. April, 20. Mai, 7. Juni, 1. Juli und 7. September.

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